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Die Griechentempel im Süden Siziliens

Wo antike Säulen zum Himmel ragen

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Wandertag: Dr Concordia- Tempel ist auch für sizilianische Schulklassen ein beliebtes Ziel.

Agrigento - Göttin Concordia hätte sich früher bestimmt über so viel Besuch gefreut: Zu Dutzenden stehen Schüler aus allen Teilen Siziliens vor ihrem Tempel, treten sich auf die Füße und schnattern wild durcheinander. Die Lehrer haben erkennbar Mühe, Zuhörer für ihre Erklärungen der Ruinen zu finden - viele der jungen Italiener kennen Agrigento und das "Tal der Tempel" bereits in- und auswendig.

Dafür wirken andere Besucher umso interessierter: Wenn die vielen in Busgruppen angereisten Franzosen, Niederländer, Briten, Bayern und Sachsen gleichzeitig laut aus ihren Reiseführern vorlesen, dann glaubt man sich eher in Babylon denn in Süditalien.

Wer die Tempel aus der Zeit zwischen 520 und 440 vor Christus in aller Ruhe genießen möchte, muss morgens früh da sein. Das zeitige Aufstehen lohnt sich aber: Der Concordia-Tempel zum Beispiel mit seinen 34 Säulen gilt als einer der am besten erhaltenen griechischen Tempel im Mittelmeerraum überhaupt. Giebel, Gebälk - alles noch vorhanden, nur das Dach ist eingestürzt.

Frei zugängliche archäologische Stätten

"Tal der Tempel" - so heißt die archäologische Zone, weil sich das moderne Agrigento direkt nordwestlich auf einem Hügel anschließt. Der Blick von der Stadt hinunter lohnt sich nicht zuletzt abends, wenn die Ruinen angestrahlt werden. Wer sich dagegen von Osten, von Ragusa kommend, den Tempeln nähert, sieht sie nicht in einem Tal, sondern ihrerseits auf einem Hügel vor sich, allen voran den Hera-Tempel. Er ist ebenso wie der in späterer Zeit als Kirche genutzte Tempel der Concordia frei zugänglich. Gleiches gilt für die Überreste des großen Herakles-Tempels, wo immerhin noch 8 von 38 Säulen gen Himmel ragen.

Infos:

Italienisches Fremdenverkehrsamt ENIT, Kaiserstraße 65, 60329 Frankfurt/Main (Tel.: 069/23 74 34, Fax: 069/23 28 94, E-Mail: ENIT.FFM@T-online.de

Für einen anderen Teil des Tempeltals ist dagegen Eintritt zu zahlen. Dort finden sich unter anderem die Überbleibsel des 480 vor Christus gebauten Zeus-Tempels, der mit einer Fläche von 113 mal 57 Metern damals der größte dorische Tempel der griechischen Welt war. Im späten Mittelalter stürzte die Kultstätte in sich zusammen und wurde zum Steinbruch für Hausbauten. Auch die vier Säulen des Castor- und Pollux-Tempels in diesem Teil des Tempeltals haben so, wie sie zu sehen sind und oft fotografiert werden, keineswegs die Zeit seit der Antike überdauert, sondern wurden erst 1836 wieder aufgestellt.

Tempel von A bis O in Selinunte

Viele der Busgruppen, die das Tempeltal überfluten, trifft man ein paar Tage später in Selinunte wieder, etwa zwei Autostunden weiter westlich am Afrikanischen Meer gelegen, wo ebenfalls Tempel aus der Zeit der griechischen Kolonisation Siziliens bestaunt werden können. Zwar gibt es auch organisierte Touren, die beide Ruinenfelder an einem Tag ansteuern, doch kann es dann leicht zu viel werden mit der antiken Architektur - und Selinunte hat es wahrlich verdient, dass sich der Besucher Zeit nimmt, um die wirre Steinwüste zu bewundern.

Gelbe Blüten, roter Mohn, dazwischen grüne Büsche weiterblättern
 
Last edited: bn 03.12.2004 16:07