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Arosa lohnt sich auch ohne Skier

Ein Herz für Fußgänger

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Kein Mangel an Pisten.

Arosa - Ein Schweizer Alpendorf auf 1 800 Metern Höhe, Schnee satt, 70 Kilometer Pisten, 28 Kilometer Langlaufloipen - Arosa hat alles, was das Herz des Wintersportlers begehrt. Trotzdem beweist der Ort in Graubünden auch, dass Skier oder Snowboard für einen erlebnisreichen Winterurlaub nicht zur obligatorischen Ausrüstung gehören müssen.

Arosa setzt bewusst auch auf Schneeangebote für diejenigen, die sich keine Bretter unterschnallen wollen. Mit Erfolg: Rund ein Drittel der Besucher, die in einem der 17 000 Gästebetten nächtigen, verbringen ihren Winterurlaub in Arosa abseits der Pisten.

Wer schon einmal als normaler Fußgänger im Winter mit Gondel oder Skilift auf einen Gipfel gefahren ist, kennt das Gefühl: Fast deplatziert kommt sich vor, wer ohne Skier oder Snowboard, Skianzug und Skischuhe unterwegs ist - als hätten die Pistenstürmer das wahre Schnee-Erlebnis für sich gepachtet. In Arosa sind die Bergbahnen aber auch Zubringer für eigens angelegte Winterwanderwege. Alle acht Hütten im Skigebiet auf bis zu 2 653 Metern sind vom Dorf oder vom Gipfel aus auf insgesamt 40 Kilometern Wanderwegen zu erreichen. Sie werden gewartet wie die Pisten und jeden Tag geräumt.

Arosa-Bier mit Enzianwurzeln für Wanderer

Infos:

Arosa Tourismus:Tel. von Deutschland:0041/81/378 70 20
Internet: www.arosa.ch
Graubünden Ferien:Tel. von Deutschland: 0041/81/254 24 24
Schweiz Tourismus:Tel.: 0800/100 200 30
Internet: www.schweiz.de

Dabei müssen die Wanderer nicht etwa am Rand der Piste hinunterjagenden Skifahrern ausweichen. Die Wanderwege liegen abseits und erlauben ein ziemlich ungestörtes Wintererlebnis. Der heiße Tee oder die deftige Mahlzeit auf der Terrasse einer Berghütte entschädigen für so manchen schweißtreibenden Anstieg. Hier gibt es auch Arosa-Bier, ein Gebräu mit Extrakten aus Enzianwurzeln und frischem Bergquellwasser, garantiert auf über 1 800 Metern gezapft.

Fester Schnee knirscht möchtig

Natur fernab vom Hochbetrieb lässt sich vor allem mit Schneeschuhen erleben. Die großen Plastiklatschen haben in den vergangenen Jahren einen wahren Boom erlebt. Je nach Schneebeschaffenheit ist man damit allerdings nicht unbedingt auf leisen Sohlen unterwegs. Fester Schnee knirscht mächtig. Weil das Gewicht auf der ovalen Fläche gut verteilt ist, können damit meterdicke Schneefelder ohne Einbruchgefahr gemeistert werden. Dahinter liegen dann oft die kleinen unberührten Gipfel, auf denen sich das Innehalten lohnt. Mit den Schneeschuhen als erster eine Spur in den noch jungfräulichen Schnee zu legen, ist ein fast kindliches Vergnügen.

Wer der Schneedecke nicht so ohne weiteres vertraut, kann sich einem erfahrenen Bergführer anschließen. Schneeschuhtouren gehören bei ihnen inzwischen zum regelmäßigen Angebot. Dabei werden neben den Naturschönheiten gleich noch das Sicherheitsverhalten in den Bergen und die Nutzung von Lawinensuchgeräten erklärt. Abseits der präparierten Pisten kann jeder Spaziergang gefährlich sein.

Schlittenwege sind bis zu vier Kilometer lang
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Bequemer Aufstieg - hoch geht's nach der Schlittenfahrt mit Bahn oder Lift.

An längst vergangen geglaubte Freuden lässt sich auch mit dem Schlitten anknüpfen. Arosa hat für den Schlittenverkehr drei Straßenpisten reserviert. Mit dem kleinen Abhang von zu Hause, wo es ein paar Meter abwärts geht, ehe der Schlitten mühsam wieder hochgezogen werden muss, hat das allerdings nichts zu tun. Die Schlittenwege sind bis zu vier Kilometer lang. Hoch geht es per Bahn oder Skilift. Auf den geschwungenen Wegen ist ausgefeilte Kurven- und Bremstechnik gefragt. Die ganz Kleinen schauen auf dem Schlitten oft eher skeptisch aus dem Schneeanzug. Dafür ist den Großen das Vergnügen um so deutlicher ins Gesicht geschrieben.

Ein Märchenreich für Kinder

Damit der Familienschneeurlaub nicht zur Geduldsprobe wird, ist Arosa für die Befürnisse der Kleinen gut gerüstet. Kinderbett und -wagen, Schlittensitz und was sonst noch für den Komfort nötig ist, können ausgeliehen werden.

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Winterwanderungen sind ein Erlebnis für die Kleinen.

Oberhalb des Dorfes liegt der gut präparierte Eichhörnchen-Weg für die ganz Kleinen, wo jede Menge Nager herumlungern und gefüttert werden können. Eine Bildergeschichte mit farbigen Tafeln am Wegrand macht die eineinhalb Kilometer lange Strecke auch für kleine Nörgler spannend. Hotels und Wirte, die das Lollipop-Symbol tragen, habe günstige Familienangebote, bieten bezahlbare Kindermahlzeiten und haben Verständnis für Kinderlärm.

Auf den beiden Natureisbahnen und der Open Air-Kunsteisbahn von Arosa können sich auch Ungeübte aufs Glatteis wagen. Curling, der Sport mit dem schweren Gleitstein, und das rabiatere Eisstockschießen können Gäste auf allen Stufen des Könnens praktizieren. Schnupperkurse bieten die Schneesportschulen. Wer mehr wagt, kann in Arosa auch mit dem Ballon fahren und dem Gleitschirm fliegen.

Windgeschützt und verträumt
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Abendfrieden - Arosa bleibt vom Durchgangverkehr weitgehend verschont.

Arosa liegt windgeschützt am Ende des Schanfigg-Tals rund 30 Kilometer von Chur entfernt. Durchgangsverkehr gibt es nicht, Tagesausflügler wenig, weil von den großen Schweizer Städten aus andere Skigebiete schneller zu erreichen sind. Weil die Strecke mit 1 150 Höhenmetern Differenz und 365 Kurven ziemlich abenteuerlich ist, verweisen Arosas Gastgeber auch gerne auf den Arosa-Express der Rhätischen Bahn, der die Gäste im Panoramawagen mit atemberaubenden Ausblicken von Chur aus in rund einer Stunde nach oben bringt. Nachts gilt in Arosa zudem für den Privatverkehr ein Fahrverbot.

Neben dem Schneevergnügen wird in Arosa auch das Verwöhnen groß geschrieben. Fast alle Hotels haben inzwischen einen eigenen Wellness-Bereich, den in aller Regel auch Gäste aus Ferienwohnungen nutzen können.

Christiane Oelrich, gms

Geändert 18. Januar 2001 von tea