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Wintersport in Australien:

Im Slalom um die Eukalyptus-Bäume

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Eukalyptus- statt Tannenbäume: In Australien werden die Pisten oft von den würzig duftenden und winterfesten Snow- Gums begrenzt.

Thredbo - Wer an Australien denkt, hat meist Bilder vom menschenleeren Outback, von tropischen Regenwäldern und weiten Stränden im Kopf. An Schnee bedeckte Berge denkt dagegen niemand. Und doch ist im gebirgigen Grenzland der Bundesstaaten New South Wales und Victoria von Juni bis September Skisaison.

Wenn bis zu drei Meter Neuschnee die Snowy Mountains von New South Wales bedecken, trifft sich Australiens Wintersport-Szene beispielsweise in Thredbo, dem St. Moritz der Südhalbkugel. Das Dorf zu Füßen des 2228 Meter hohen Mount Kosciusko gilt als exklusivster Wintersportort des Kontinents.

Dass Thredbo etwas Besonderes ist, liegt bereits in der Luft: Sie ist minzig, mild, frisch und würzig, selbst bei klirrender Kälte. Schuld daran sind Snow-Gums, eine winterfeste Eukalyptusart, die Läden und Lodges hinter ihrem dichten Blätterdach versteckt, die Pisten begrenzt und Farbtupfer ins Winterweiß setzt.

Gewohnt wird in individuellen Lodges

Anders sind auch die Ski-Unterkünfte, die Australier bereits Monate im Voraus buchen. Skiurlaub im eigenen Land ist für sie nicht nur ein sportlich-exklusives Vergnügen, sondern vor allem sehr gesellig. Gewohnt wird daher nicht in Hotels, sondern in individuellen Lodges mit komplett eingerichteter Gästeküche. Sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, werden Käse, Kräcker und Wein hervor geholt als kleiner Imbiss zwischen Party und Piste.

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Wintersport als geselliges Ereignis -Australier wohnen statt in Hotels lieber gemeinsam in großen Lodges

14 Lifte erschließen an den Flanken des höchsten Bergs Australiens ein 480 Hektar großes Skigebiet. Nur 10 Prozent aller Pisten tragen eine blaue Markierung. 84 Prozent sind rote, mittelschwere Abfahrten, sechs Prozent schwarze Steilhänge. Die längste Abfahrt ist zugleich eine der leichtesten: Auf ihren 5,9 Kilometern überwindet die breite, von Bäumen gesäumte Allee 672 Höhenmeter. Und trotz allnächtlicher Partys zieht es die Gäste ungewohnt früh auf die Piste. Gestärkt mit einem "cooked breakfast", dem klassisch englischen Ensemble aus Ei, Schinken und dicken Bohnen, herrscht schon ab acht Uhr morgens an den Liften ein reges Treiben.

Rund um Mount Kosciusko

Ebenfalls im 6900 Quadratkilometer großen Mount Kosciusko National Park liegt Perisher Blue, ein Zusammenschluss der vier Wintersportorte Blue Cow, Perisher Valley, Guthega und Smiggin Holes. Gemeinsam bilden sie eine 1250 Hektar große Skischaukel, erschlossen von 50 Liften und der Ski Tube. Dieser unterirdische Zubringer bringt die Skiläufer von Bullocks Flat hinauf zum Mount Blue Cow, dem Ausgangspunkt zahlreicher mittelschwerer und schwerer Pisten. Start und Ziel der Langläufer ist der Nordic Shelter. Mehr als 100 Kilometer Loipe beginnen hier.

Neun Kilometer westlich liegt auf 1780 Metern Höhe der Charlotte Pass. Der höchstgelegene und kleinste Skiort des Kontinents ist autofrei - eine Pistenraupe bringt Gäste und Gepäck hinauf zu den elf Lodges und zum Kosciusko Chalet, einem schlossähnlichen Berghotel mit bayerischem Flair.

Motto von Falls Creek: "Ski hard, play hard"

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Weißer Schnee statt roter Erde - Falls Creek ist der beliebteste Wintersportort im australischen Bundesstaat Victoria.

Die Selwyn Snowfields sind das einzige Skigebiet am Nordrand des Nationalparks. Meist kommen die Gäste nur für einen Tag, um auf den 45 Hektar großen Schneefeldern erste Schwünge zu wagen, Hotels oder andere Unterkünfte fehlen daher. Ganz in der Nähe befindet sich der Geburtsort des ältesten Skiclubs der Welt: Bereits 1878 wurde der Kiandra Snow Shoe Club gegründet. Die ersten Skiläufer waren Bergarbeiter, die hier in Australiens höchstgelegener Goldmine arbeiteten.

"Ski hard, play hard" ist das Motto von Falls Creek, dem wohl populärsten Wintersportort Victorias. Seit der Eröffnung des Flughafens von Mount Hotham im Jahr 2000 sind die 90 Pisten, 22 Lifte und die steilen Tiefschneehänge des Mount McKay noch näher gerückt: Nur 21 Minuten beträgt die Flugzeit ab Melbourne, 47 Minuten ab Sydney.

Die Hochebene von Bogong, mit 1996 Metern zweithöchster Gipfel des fünften Kontinents, ist Langläufern vorbehalten. Beim Kangarooh Hoppet tritt alljährlich am letzten Sonnabend im August die Läuferelite aus mehr als 20 Nationen zum Wettstreit an. Der Massenstart dieses Marathons auf Ski, wie der deutsche König-Ludwig-Lauf Teil des World-Loppet-Wettbewerbes der Langläufer, zählt zu den Höhepunkten im Kalender von Falls Creek.

Auch auf Tasmanien sind Ski und Rodel daheim

INFO-KASTEN: Australien

Australian Tourist Commission (ATC), Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt/Main (Tel.: 069/274 00 60, Fax: 069/27 40 06 40,
Internet: http://www.australia.com

Eine ungewöhnliche Skischaukel erschließt weitere 35 Pisten mit 96 Kilometer Länge. Alle 20 Minuten hebt ein Helikopter-Shuttle von Cloud 9 ab und bringt Gäste, Ski und Gepäck binnen sechs Minuten zum 1750 Meter hoch gelegenen Mount Hotham, bei atemberaubender Aussicht auf die tief verschneiten Hänge von High Victoria.

Auch auf Tasmanien sind Ski und Rodel daheim. Das bekannteste Skigebiet der Insel liegt 50 Kilometer südöstlich von Launceston im Ben Lomand Nationalpark. Der kleine, recht schneesichere Skizirkus ist mit seinen acht Liften eher etwas für Einheimische, die an den Flanken des 1572 Meter hohen Legges Tor die Grundlagen des Gleitens üben. Und wenn einmal am Mout Mawson genügend Schnee gefallen ist, holen auch die Bewohner von Hobart ihre Bretter hervor und genießen das seltene Vergnügen an den Hängen des 1250 Meter hohen Hausberges.

Hilke Maunder, dpa

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