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Mythos Bali

Tropenparadies und "Ballermann" in Fernost

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Bali

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Der Name klingt wie ein Versprechen, wie eine fernöstliche Zauberformel: Bali. Seit langem zieht die indonesische Insel westliche Besucher an. Sie suchten keine Ferieninsel, sondern ein tropisches Paradies: an den Küsten weite Strände unter Palmen, im Herzen des Eilandes ein aktiver Vulkan.

Bevölkert wurde die Insel von einem Volk mit einzigartiger Kultur - den Balinesen. Ihr Bekenntnis zum hinduistischen Glauben dokumentierten sie in prächtigen Tempeln, ihre Mythen überlieferten sie im typischen Schattentheater. Ihre komplizierte Sprache, die für Fremde kaum erlernbar war, unterschied sich vom Einheits-Indonesisch. So weit zum Mythos - doch ob der sich mit der Wirklichkeit der Reise deckt, ist keineswegs sicher gestellt.

Denn wer mit solchen Bildern im Kopf nach Bali reist und in sein Hotel einchecken will, wird oft schwer enttäuscht. Viele Touristen steigen in Kuta Beach ab, einem Ferienort nahe des Flughafens Denpasar. Hier wird, wer lieb gewonnene Essgewohnheiten auch im Urlaub nicht aufgeben möchte, von Fast-Food-Ketten bedient. Kultur, das sind die raubkopierten westlichen Kinofilme, die in den Kneipen von morgens früh bis Mitternacht gezeigt werden. Und das Bier fließt in Strömen - Bali erweist sich hier als "Ballermann" in Fernost.

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Nichts wie raus aus Kuta Beach!

Also nichts wie raus aus Kuta Beach. Schließlich heißt es auch von Mallorca nicht umsonst: "Das Hinterland soll ja sehr schön sein." Nördlich in den Bergen liegt Ubud, das kulturelle Zentrum Balis. Zwar ist Ubud nicht unberührt geblieben vom Massentourismus: Auch hier reihen sich Hotels und Restaurants aneinander. Aber was für ein Unterschied zu Kuta - die kleineren Unterkünfte in Ubud bieten zum Beispiel hübsche Gärtchen oder einen Blick auf die Reisfelder. Viele Zimmer sind mit lokalem Kunsthandwerk dekoriert.

Kulinarisches Shangri-La wartet in Ubud

Auch wer sein kulinarisches Shangri-La sucht, wird es in Ubud finden. Die Restaurants der Stadt sind die besten auf Bali. Sie bieten neben balinesischer und indonesischer, chinesischer und japanischer Küche auch viele vegetarische Gerichte. Beim Spaziergang durch die Straßen zeigt sich dann das alte Bali: Die Stadt gibt mit Kunsthandwerk, Musik und Tanz einen Einblick in den kulturellen Reichtum der Insel.

So richtig majestätisch: der Nordosten

So richtig majestätisch wird es im Nordosten. Am Fuße des Vulkans Gunung Agung, dessen Spitze 3142 Meter über dem Meeresspiegel thront, steht Besakih, der große "Muttertempel" Balis. Er ist älter als der balinesische Hinduismus, der im 14. Jahrhundert auf die Insel kam. Wer von hier aus noch höher hinaus will, muss früh aufstehen. Rund sechs Stunden dauert der Aufstieg, der in luftigen Höhen immer steiler wird. Für die Balinesen gilt der Agung als "Nabel der Welt". Bei seinem letzten großen Ausbruch im Jahr 1963 bedeckte er ein Viertel der Insel mit Lava.

Vorsicht vor den großen Strandresorts

Zurück zum Strand? Da muss doch mehr sein als nur Kuta Beach. Aus vielen Dörfern sind innerhalb kurzer Zeit große Resorts gewachsen. Sanur ist einer der besseren Ferienorte, der von Pauschaltouristen angesteuert wird.

In Candidasa dagegen zeigt der Massentourismus seine zerstörerische Kraft nur zu deutlich: Der ruhige Fischerort wurde in den achtziger Jahren zum Urlauberort ausgebaut. Um Kalk zu gewinnen und damit Beton produzieren zu können, wurden die Korallenriffe vor der Küste ausgebeutet. Doch die Korallen hatten als natürliche Wellenbrecher den Strand geschützt. Nachdem sie fehlten, wusch die Brandung ungehindert den Sand ins Meer. Heute schützen künstliche Wellenbrecher aus Beton, was vom Strand geblieben ist.

Stiller und ursprünglicher: Lovina Beach im Norden

Stiller und ursprünglicher ist Lovina Beach im Norden der Insel. Vor dem Strand brechen Riffe allzu starken Wellengang. Jeden Morgen fahren kleine Motorboote mit Touristen auf die See hinaus, um bei Sonnenaufgang ein besonderes Schauspiel zu beobachten: das Spiel der Delfine. Obwohl es idyllisch zwischen steilen, feuchten Hügeln und dem Indischen Ozean eingeklemmt ist, hat Lovina einen Makel, der sich in Hochglanzprospekten nicht allzu gut macht: Der Sandstrand ist vulkanischen Ursprungs; er ist nicht weiß, sondern schwarz-grau. Beim Baden stört die ungewöhnliche Farbe allerdings nicht.

Das "wahre" Bali - ungestört hinter den Kulissen

Von Lovina aus sind es nur wenige Kilometer bis in eine Welt, in der Europäer noch Fremdkörper sind. In die umliegenden Städte verirrt sich kein Tourist, der Reisende wird zur Sehenswürdigkeit: "Hallo, Mister", rufen dutzende Kinder und laufen den Menschen mit der seltsam bleichen Haut hinterher. Überhaupt bietet sich ein ganz anderes Bild für diejenigen, die nicht die Touristenbusse nehmen, sondern mit dem gemieteten Fahrrad, Motorrad oder Automobil die Insel erkunden. Das "wahre" Bali lebt noch fast ungestört hinter der Kulisse, die den Touristen geboten wird.

Sascha Borrée, dpa

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