[an error occurred while processing this directive]

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Das bunte Leben auf Barbados:

Fliegende Fische, Korallen und Rum

Anklicken zum Vergrößern

BARBADOS

  • Foto-Show
  • Infos/Tipps
  • Bridgetown - Wenn die Touristen noch schlafen, herrscht auf den Fischmärkten von Barbados schon reges Treiben. Boote und Fischereischiffe bringen tonnenweise Meerestiere an Land. Männer mit Rastalocken zerhacken mit Macheten die Tunfische, Radios dudeln karibische Rhythmen. Mit flinken Fingern zerlegt eine Arbeiterin fliegende Fische: "Die sind hier am beliebtesten", sagt sie.

    Die Lage als östlichste Karibikinsel draußen im Atlantik bestimmt auf Barbados den Speiseplan: In kleinen Imbissbuden gehört Fliegender Fisch zu den Standardgerichten, im Gourmetlokal kommt zart angebratener Tunfisch auf den Tisch. Auch Kabeljau und Königsmakrele stehen auf den Speisekarten - und der Hochseefisch Dolphin, der nicht mit Delphin zu verwechseln ist: "Nein, das ist nicht Flipper", belehrt der Kellner in "Bernies Rumshop" einen entsetzten Touristen.

    Aus dem Meer emporgestiegen

    Vor rund 600 000 Jahren ist Barbados aus dem Meer emporgestiegen - nicht als bergiges Vulkan-Eiland wie die Nachbarinseln, sondern aus Muschel- und Korallenablagerungen. Wer sich den feinen Sand der Strände durch die Finger rieseln lässt, entdeckt darin bis heute kleine rote Pünktchen: zermahlene Korallen. Taucher können hier immer noch viele Korallenriffs mit ihrer bunten Unterwasserwelt erkunden. Wer sich mit einem Katamaran ein wenig weiter herausfahren lässt, kann auch Wasserschildkröten beobachten und sogar mit ihnen um die Wette schwimmen. Es ist eine zerbrechliche Welt - auch in Barbados sind die Riffe durch fallende Anker und verschmutztes Wasser bedroht.

    Weniger ursprünglich ist die Vegetation der Insel geblieben: Die ersten weißen Siedler holzten vor 350 Jahren den Regenwald radikal ab und pflanzten stattdessen Zuckerrohr. Nur selten finden sich auf der Insel noch die Feigenbäume, deren herabhängende Luftwurzeln der Insel ihren Namen gaben: "Barbados", die Bärtigen, nannten die portugiesischen Seefahrer im 16. Jahrhundert die seltsamen Gewächse.

    "Haus musste zerlegbar sein und auf einen Ochsenkarren passen"

    Bei einer Fahrt über die Insel tauchen kleine Dörfer entlang der gut ausgebauten Straßen auf. "Chattle Houses" heißen die bunt bemalten Holzhäuser, deren Grundform auf das Ende der Sklaverei zurückgeht: Die freigelassenen Arbeiter durften zwar kleine Hütten auf dem Eigentum des Grundherren errichten, konnten aber jederzeit vertrieben werden. "Das Haus musste daher zerlegbar sein und auf einen Ochsenkarren passen", erläutert Touristenführer "Papa Smurf", während er seinen Jeep über die Insel manövriert. Immer öfter jedoch ersetzen heute flache Stein- und Betonhäuser die Traditionsbauten.

    Selbst im kleinsten Ort darf der "Rum Shop" nicht fehlen, eine Mischung aus Kneipe und Dorfladen. Der Rum, ursprünglich ein Abfallprodukt der Zuckerindustrie, wird dabei nicht nur pur genossen, sondern mit Limone, Sirup, Eis und Muskatnuss zu "Rum punch" gemischt. Das Getränk hat es in sich - was Touristen unter der Tropensonne aber oft erst dann merken, wenn es bereits zu spät ist.

    Kricket ist ein Volkssport, die Autos fahren links

    Die Inselkultur ist stark britisch geprägt. Kricket ist hier ein Volkssport, die Autos fahren links, und die anglikanischen Kirchen gleichen oft exakt ihren englischen Vorbildern. Selbst einen Trafalgar Square gibt es in Bridgetown, auf dem ein in Bronze gegossener Lord Nelson seit 1813 grimmig in die Ferne blickt.

    Von Bettenburgen und größeren Bausünden ist Barbados weitgehend verschont geblieben. Auch die Strände sind nahezu überall öffentlich zugänglich. Daneben hat sich die Insel auch bei Golfliebhabern einen Namen gemacht: Im Westen bieten die 18-Loch-Plätze Royal Westmoreland und Sandy Lane bei dem Ort Holetown nicht nur gepflegte Rasenflächen, sondern stellenweise auch einen weiten Blick über das Meer. Beide Plätze sind allerdings nur nach Voranmeldung zu bespielen. An der Südküste hingegen gibt es den "pay and play"-Platz des Barbados Golf Club, der allgemein zugänglich ist.

    INFO-KASTEN: Barbados

    Staatliches Fremdenverkehrsamt Barbados, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt/Main (Tel.: 069/24 26 96 30, Fax: 069/23 00 77)
    Internet www.barbados.org.

    Wenn dann gegen 19.00 Uhr plötzlich die Sonne verschwindet, gibt es auf Barbados neben den Hotelbars eigentlich nur eine Möglichkeit: auf nach Bridgetown. Zwar wirkt das Zentrum der Hauptstadt eher verschlafen. Rund um den Hafen aber lässt es sich an der Waterfront sitzen, einen Rum punch oder ein einheimisches "Banks"-Bier trinken und den am Wasser entlang flanierenden Bajans und Touristen zusehen. Richtig Stimmung gemacht wird dagegen im St. Lawrence Gap im Süden der Stadt: In den Bars, Clubs und Open-Air-Discos werden neben Reggae und Calypso auch internatonale Hits gespielt.

    Wo Straßenhändler bis tief in die Nacht Fische brutzeln

    Salsamusik dröhnt aus dem "The Ship Inn". Im Innenhof drängeln sich 200 bis 300 junge Leute und tanzen ausgelassen zu den Klängen einer einheimischen Band. Trotz des hohen Alkoholpegels, den manche Gäste offensichtlich erreicht haben, bleibt die Stimmung fröhlich und ausgelassen. Gegen 3.00 Uhr morgens lichtet sich das Gedränge, Taxifahrer werben auf der Straße lautstark um Kundschaft. Bei Temperaturen um 20 Grad bietet sich als Alternative zur Heimfahrt nun ein Spaziergang am nahe gelegenen Strand an. Hungrige Nachtschwärmer können auch in die Baxter's Road fahren, wo Straßenhändler bis tief in die Nacht Fische brutzeln - und wer dann immer noch nicht müde ist, fährt frühmorgens eben selbst nach Bridgetown zum Fischmarkt.

    Thomas Kärst, dpa

    IVWPixel Zählpixel

    Zuletzt geändert von tea