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Wracktauchen in den Riffen Bermudas:

Für eine Hand voll Gold

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BERMUDAS

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  • Hamilton - Seit der Entdeckung Bermudas vor fast 500 Jahren haben die Gewässer rund um die Inseln Angst und Schrecken verbreitet. Berichte über spurlos verschwundene Schiffe und Flugzeuge machten das "Bermuda-Dreieck" weltberühmt.

    Doch mehr noch als Ufos und angebliche Zeitlöcher trieben die Riffe der Inseln den Seefahrern den Schweiß auf die Stirn. Etwa 1000 Wracks sollen im flachen Wasser vor der Küste der Inseln im Atlantik ruhen. Sie locken inzwischen Taucher und Schatzsucher aus aller Welt an, denn einige hatten Gold an Bord.

    Dicht an dicht reihen sich gesunkene Frachter, Passagierschiffe, Dampfer, Fregatten und Galeonen aus fünf Jahrhunderten wie ein Ring um die Inseln. "An manchen Tauchplätzen liegen die Wracks sogar übereinander", sagt Tauchlehrer Terry Pryse, während er den Motor des Bootes startet. Sein Ziel ist das Außenriff, denn dort liegt das berühmteste Wrack Bermudas: die "Constellation".

    Bermuda-Dreiecks: Methangas statt Ufos

    Auf Fragen nach den Geheimnissen des Bermuda-Dreiecks reagiert Terry mit einem Lächeln. Laut Statistik gingen hier nicht mehr Schiffe unter als etwa in der Nordsee, sagt er. Eine spektakuläre Erklärung haben Geologen formuliert: Sie vermuten im Tiefseeboden große Methangas-Vorkommen. Durch Erschütterungen in der Erdkruste könnten große Blasen aufsteigen, die ganze Schiffe verschlucken. Tief fliegende Flugzeuge könnten sogar in den Gaswolken explodieren.

    Routiniert lenkt Terry das Boot durch das Labyrinth des Außenriffs. Wie Stockflecken beschmutzen olivgrüne Korallenringe die makellose blaue Wasserfläche. "Nacht-Tauchgänge können wir hier leider nicht machen", sagt Terry. "Es ist nicht möglich, bei Dunkelheit einen sicheren Weg durch die Riffe zu finden." Schließlich legt er an einer Boje an, die den Tauchplatz markiert. Dunkel heben sich in zwölf Metern Tiefe bereits die Umrisse des Wracks vom hellen Sandgrund ab, das Wasser ist glasklar. "Im Winter kannst Du hier im Wasser 60 Meter weit schauen", sagt Terry - und taucht ab.

    Wo "Der Weiße Hai" geschrieben wurde

    Gemächlich pendeln die grün-violetten Fächer der Hornkorallen im Takt der See, Papageienfische schwimmen vorbei. Die Korallenriffe Bermudas sind die nördlichsten des Atlantiks. Sie verdanken ihre Existenz dem Golfstrom, der warmes Karibikwasser mit sich bringt.

    Die "Constellation" sank im Juli 1943 auf dem Weg nach Venezuela. Zur Fracht des Vier-Mast-Schoners zählten Zementsäcke, Schottischer Wiskey und Medikamente - vor allem Ampullen voller Morphium. Die Drogen an Bord machten das Schiff berühmt. Denn Peter Benchley, der seinen Bestseller "Der Weiße Hai" hier auf Bermuda schrieb, erkor den Kampf um die wertvolle Fracht zum Thema seines Romans "Die Tiefe".

    INFO-KASTEN: Bermuda

    Bermuda Tourism, c/o RJ Marketing, Keppentaler Weg 19, 55286 Wörrstadt (Tel.: 06732/940 10, Fax: 06732/94 01 94
    Tipps für Taucher gibt es im Internet: www.bermudatourism.com
    und www.divebermuda.com

    Wie Kissen aus Stein

    Heute liegt der Holzrumpf des Viermasters in Teile zerfallen über dem Riff verteilt, die Aufbauten hat die See gefressen, die Reste der Ladung haben Wellen zerschlagen. Einzig der Zement trotzt dem Zerfall: Wie Kissen aus Stein ruhen die ausgehärteten Säcke im Sand und stapeln sich meterhoch. Terry durchwühlt den Boden auf der Suche nach Morphium-Ampullen, doch er findet nur Sand und Scherben. Unaufhaltsam rinnt ihm der Sand durch die Finger. Die Bruchstücke der zerbrochenen Glasampullen scheinen dagegen noch einen Moment im Wasser schweben zu wollen, bevor auch sie zu Boden tänzeln.

    Großer Schatz: Mit sieben Smaragden besetztes Goldkreuz

    Einen wahren Glücksgriff tat der Taucher Teddy Tucker, als er 1955 das Wrack einer spanischen Galeone plünderte. Er grub im Sand und hielt plötzlich ein mit sieben Smaragden besetztes Goldkreuz in den Händen. Der Wert des "Tucker Cross", wie es seitdem heißt, wurde damals auf mehr als 200 000 US-Dollar - seinerzeit rund 840 000 Mark - geschätzt. Damit gilt es als das wertvollste Einzelstück, das je in den Gewässern der Neuen Welt gefunden wurde.

    20 Jahre später sollte das Kreuz ausgestellt werden, denn die britische Königin Elizabeth II. hatte sich angekündigt. Sie wollte bei einem Besuch der Kolonie auch einen Blick auf das goldene Stück werfen - doch so weit kam es nie. Das Schmuckstück verschwand auf dem Weg ins Museum. Diebe vertauschten es gegen ein Imitat. Der Fall ist bis heute rätselhaft - wie so vieles im Bermuda-Dreieck.

    Arnd Petry, gms

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