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Das Kulturstadtjahr in Brügge:

Brücke vom Mittelalter zur Neuzeit

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Brügge

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  • Brügge - Rund 3,5 Millionen Menschen besuchen jährlich die belgische Hansestadt Brügge, die auch als "Venedig des Nordens" gilt. Im Jahr 2002 bekommen sie noch einiges mehr geboten als in der Vergangenheit: Als eine der beiden Kulturhauptstädte Europas will die Stadt in Flandern durch neue Architektur, Aktionen und Angebote für die Jugend eine Brücke zwischen Mittelalter und Neuzeit schlagen.

    Klein und geduckt wirken die Wohnhäuser in der Koolbranderstraat und der Bakkersstraat am Rande der Brügger Innenstadt. Schaut man hier ein wenig nach oben, erhebt sich wie ein riesiger, geradliniger Klotz der Quader des neuen "Concertgebouw" über den Häuserzeilen. Der bauliche Kontrast zwischen Konzerthaus und Wohngebäuden ist gewollt und ein Zeichen für das Programm, mit dem Brügge Akzente setzen will.

    Metropole des Mittelalters als lebendige Stadt

    Fast 140 Veranstaltungen sind geplant. Der 48-jährige Hugo de Graef, ein Theatermann aus Brüssel, bereitet mit 50 Mitarbeitern und einem Budget von 25 Millionen Euro (48,89 Millionen Mark) die Inszenierung "Brügge 2002" vor. Vom Startschuss im neuen Konzerthaus am 2. Februar, genau um 20.02 Uhr, an bis Ende November sollen Bürger und Besucher die Metropole des Mittelalters nicht wie ein großes Museum vergangener Zeiten, sondern als lebendige Stadt erleben.

    Mit dem Wohlstand waren im Mittelalter, als Brügge als eine der reichsten Städte Europas galt, auch Kunst und Kultur aufgeblüht. Doch später versandete der Zwijn-Meeresarm - kein Handelsschiff konnte die Stadt noch anlaufen, Brügge saß buchstäblich auf dem Trocknen. Die Stadt verlor an Bedeutung und verarmte. Doch diese Armut verhinderte auch die Zerstörung der historischen Bausubstanz. "Die Gäste kommen wegen der Kunst, der Kultur und der Geschichte in diese Stadt. Das ist eine gute Grundlage für unsere Aktionen", sagt Hugo de Graef.

    "Stadtwanderern" mit blutrünstigen Legenden und Sagen

    Eines der Angebote heißt "Brügge einmal anders": Auf vier Routen wird "Stadtwanderern" unter anderem nahe gebracht, was es mit blutrünstigen Legenden und Sagen auf sich hat oder warum Dichter und Denker nach Brügge zogen. Auch die Geschichte der Armenhäuser der Stadt wird erzählt: "Ab dem 14. Jahrhundert gründeten Pfarrgemeinden, Zunftgilden und wohlhabende Bürger Stiftungen zur Hilfe der Bedürftigen", erläutert der Stadtführer Jacob Vandenbruaene. Noch heute existieren in der Brügger Innenstadt 40 Häuser mit rund 400 Wohnungen, in denen sozial schwache und ältere Bürger wohnen.

    Im Zeichen der altniederländischen Maler

    Anfang April schicken die Macher von "Brügge 2002" Künstler und Kinder als "Kunstkoters" (Kunstknirpse) durch die Altstadt. "Die Langestraat steht Kopf", ist das Motto am 19. und 20 April 2002 vor allem für die Brügger Jugend: Zwischen Kruispoort und Zentrum öffnen die Bewohner jungen Leuten und Künstlern ihre Häuser, Gärten und Dachböden. Dort wird es ungewöhnliche Aktionen geben - eine verrückte Modenschau im Supermarkt, Videoinstallationen und Songfestivals in Kneipen zum Beispiel. "Brügge 2002" soll damit gegen die Anonymität der Städte und den Verlust von Nachbarschaft ein Zeichen setzen.

    Kunsthistorische Signale sollen von drei großen Ausstellungen ausgehen: "Jan van Eyck, die altniederländischen Maler und der Süden" heißt die Schau vom 15. März bis 30. Juni im Groeningemuseum. "Hanse@Medici.com" ist der Titel einer Ausstellung vom 24. Mai bis 8. September. "Umschlossene Welt, geöffnete Bücher" schließlich heißt die Ausstellung vom 16. August bis 17. November im Großseminar.

    INFO-KASTEN: Brügge

    Tourismus Flandern-Brüssel, Cäcilienstraße 46, 50667 Köln, Tel.: 0221/27 75 90, Fax 0221/27 75 91 00,
    Internet: flandern.com,
    E-Mail: infobelgien@t-online.de".

    Die "Hotline" Brügges zum Kulturstadtjahr ist von Deutschland aus erreichbar unter 0032/70/70 22 33 02, weitere Informationen gibt es im Internet unter brugge2002.be.
    Zum Besuch der drei Kulturausstellungen ist eine Reservierung vorab ratsam, da nur ein kleiner Teil der Karten in den freien Tagesverkauf geht. Karten gibt es beim IFB Institut für Bildungsreisen in Konstanz, Tel.: 07531/58 02 85, Fax: 07531/58 02 88,
    E-Mail: mail@ifb-konstanz.de

    110 Gemälde, viele davon aus Privatbesitz, werden aus aller Welt für die Jan van Eyck-Ausstellung nach Brügge gebracht. "Wir werden zeigen, wie die altniederländischen Maler aus dem Norden zwischen 1430 und 1530 die Künstler des Südens beeinflusst haben", sagt Ausstellungskommissar Manfred Sellink: Maltechniken, Komposition, Darstellungsweisen und Lichtführung weisen mitunter verblüffende Ähnlichkeiten auf - egal, ob die Kunstwerke aus jener Zeit in Brügge, Lissabon oder Madrid entstanden. "Durch die Gegenüberstellung der Werke von Jan van Eyck, Hans Memling, Petrus Christus, Antonello da Messina, Giovanni Bellini, Barthelemy d'Eyck und Pedro Berruguete wird ein lebendiger Spannungsbogen entstehen", verspricht Sellink.

    Licht, Wasser und Glas

    Neben dem Kontrast zwischen der Architektur des Konzerthauses und den Wohnsiedlungen gibt es im Herzen der Altstadt noch eine weitere reizvolle Gegenüberstellung: Am Burgplatz vor der gotischen Fassade des Rathauses von 1376 wurde in einem kreisrunden künstlichen See der Pavillon des japanischen Architekten Toyo Ito installiert: Ein gläserner Übergang führt hinein - Licht, Wasser und Glas sollen die Fassaden der alten Bauten widerspiegeln und die Bedeutung von Brügge als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart erlebbar machen.

    Bernd F. Meier, dpa

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