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Budapest

Metropole zwischen Tradition und Moderne

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BUDAPEST

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  • Budapest - Dem französischen Romancier Jules Romains galt Budapest als die vielleicht schönste Fluss-Stadt-Landschaft Europas. Dieses Urteil kann verstehen, wer den Blick von der Fischerbastei über den Lauf der Donau und zum Stadtteil Pest mit seinen Kuppeln und Türmen schweifen lässt. Doch in den Vordergrund drängt sich das monumentale neugotische Parlament. Es wurde 1904 für ein Ungarn gebaut, das noch um Zweidrittel größer war als heute.

    "Wir waren immer auf der Seite der Verlierer", sagt Zsuzsanna, eine Studentin der Geschichte an der Universität von Budapest. Zwischen 1914 und 1918 verlor man an der Seite Österreichs und im Zweiten Weltkrieg als Verbündeter Deutschlands. "Dann folgte der Gulaschkommunismus, den wir Ungarn dank unserer südländischen Mentalität ganz gut überstanden haben."

    Eine Stadt boomt

    Heute boomt Budapest: Überall wird neu gebaut oder restauriert. Immer mehr elegante Boutiquen öffnen im Zentrum von Pest. Auch an der im Zuckerbäckerstil errichteten Burganlage in der alten Königsstadt Buda, hoch oben über der Donau, wird von früh bis spät gearbeitet. Hunderte Touristen posieren täglich vor dem Reiterstandbild des Heiligen Stephan, Ungarns erstem König, für ein Erinnerungsfoto. Vor der Matthiaskirche, wo 1867 Kaiser Franz Joseph I. von Österreich und seine Gemahlin "Sisi" auch zu König und Königin von Ungarn gekrönt wurden, verweilen die Besucher andächtig.

    Ein bisschen von der glanzvollen Atmosphäre der K.u.k-Monarchie findet sich noch im weltberühmten Café Gerbeaud am Vörösmarty tér. Umgeben von Spiegeln und viel glänzendem Holz sitzen elegante Frauen und gepflegte ältere Herren am Morgen bei Mélange und einer von hundert Kuchenspezialitäten, die das Haus anbietet. Nur ein paar Schritte weiter beginnt die Vaci utca, Budapests schicke Bummelmeile. Hier wechseln sich teure Geschäfte und Souvenirläden einander ab.

    1873 wurden Buda und Pest zu einer Stadt

    Besucher finden sich vergleichsweise leicht zurecht in der Donaumetropole. Die beiden 1873 zu einer Stadt verschmolzenen Teile, das hügelige Buda und das flache Pest am anderen Flussufer, werden von im Zehn-Minutentakt verkehrenden Bussen miteinander verbunden. Mit der "Budapest Card" für umgerechnet 33 Mark darf man alle Busse, Straßen- und U-Bahnen ohne weitere Zahlung benutzen. Mit dem Erwerb der Karte haben Touristen außerdem freien Eintritt in 60 Museen und bekommen bis zu 50 Prozent Nachlass für kulturelle Veranstaltungen.

    In Deutschland würde Budapest wegen der vielen Heilbäder wohl mit dem Titel Bad ausgezeichnet: Allein 123 warme Quellen sprudeln hier aus dem Bodem. Jeder Budapester, so wird behauptet, habe nicht nur eine Stammkneipe, sondern auch ein Stammbad. Geradezu zur Kulthandlung wird das Baden in der Badelandschaft des Hotels Gellért erhoben. Hier erholen sich die Besucher zwischen Säulen, Mosaiken und Jugendstilelementen in unterschiedlich temperierten Becken. Ein Schwimmbassin und eine begrünte Galerie stehe ebenfalls zur Verfügung. An die Zeit der osmanischen Herrschaft, die bis 1686 dauerte, erinnert das prächtige orientalische Rudasbad mit seiner von acht roten Marmorsäulen getragenen Kuppel.

    Auf dem Gebiet des heutigen Budapest tummelten sich seit der Antike die Angehörigen vieler Völker. Nach den Kelten kamen die Römer, gefolgt von Hunnen und Magyaren. Nach dem Mongolensturm Mitte des 13. Jahrhunderts erlebte das Gemeinwesen eine Blütezeit unter den ungarischen Königen Lajos und Matthias Corvinus. Als das anschließende türkische Zwischenspiel vorbei war, regierten über mehr als 200 Jahre die Habsburger.

    Auf den Spuren von Sissi und Franz

    INFO-KASTEN: BUDAPEST

    Ungarisches Tourismusamt, Karl-Liebknecht-Straße 34, 10178 Berlin, Tel.: 030/243 14 60, Fax: 030/24 31
    Internet. www.ungarn-tourismus.de

    Dieses Herrschergeschlecht hinterließ unauslöschliche Spuren. Davon kündet zum Beispiel das Burgviertel als lebendiges Architekturmuseum. Mittelalterliche Häuser drängen sich neben liebevoll restaurierten, barocken Stadtpalais, verputzt in strahlendem Habsburger Ocker. Auf den Plätzen stehen Denkmäler verdienter Ungarn.

    Wer sich weiter auf die Spuren von "Sissi" und Kaiser Franz Joseph begeben möchte, fährt am besten nach Gödöllö, 30 Kilometer nordöstlich von Budapest. Zeitweilig hat das Paar im Schloss Gödöllö gelebt. Nach sechsjähriger Restaurierungszeit erstrahlt der Haupttrakt nun in neuem Glanz - während sich die Nebengebäude noch in einem erbärmlichen Zustand befinden. Doch in den nächsten Jahren sollen auch Stallungen und Gesindehäuser in Angriff genommen werden. Zu besichtigen sind die Wohn- und Arbeitsräume des Kaiserpaares.

    Einen reizvollen Gegensatz zu diesem Ausflug in die Welt des Adels bildet der Besuch des jüdischen Viertels in Budapest rund um die Dohány utca. Neben der beeindruckenden Synagoge, die Mitte des 19. Jahrhunderts im maurisch-byzantinischen Stil erbaut wurde, fasziniert das Straßenleben mit seinen koscheren Restaurants, Kneipen und bunten Verkaufsständen.

    Die süßeste Seite der Geschichte ist in Szentendre zu finden

    Im Donauknie, nur 20 Kilometer von Budapest entfernt, liegt das Barockstädtchen Szentendre. Hierher gelangt man entweder mit der S-Bahn oder per Schiff. Sehenswert ist der von alten Häusern gesäumte Platz Fö tér, in dessen Mitte sich ein bemaltes Rokokokreuz erhebt. In Szentendre lässt sich die Geschichte Österreich-Ungarns von ihrer süßesten Seite erleben. Die ganze Historie des Doppelstaates wird im Marzipanmuseum des Konditors Karl Szab" dargestellt.

    Uta Buhr, gms - Fotos: gms

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