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Bulgarien abseits der Badestrände

Alte Schlösser, kühle Höhlen

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Strandleben am Schwarzen Meer: Viele Hotels in Bulgarien wurden in den vergangenen Jahren modernisiert, die Sportmöglichkeiten sind deutlich besser als zu sozialistischen Zeiten.

Varna - Mit dem Tourismus in Bulgarien geht es in diesem Sommer deutlich aufwärts: Nach Jahren voller Probleme steigen wieder die Besucherzahlen. Gerade deutsche Reiseveranstalter haben im großen Stil in die Infrastruktur investiert, vor allem in Hotels an der Schwarzmeerküste. Doch auch abseits der Strände bietet das südosteuropäische Land zahlreiche eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten.

Infos und Tipps

Es ist ein stürmischer Tag am Schwarzen Meer. Das Geräusch der tosenden Wellen vermischt sich mit dem Gebell herrenloser Hunde, von denen es in Bulgarien so viele gibt. Kinder und Erwachsene tollen mit ihnen übermütig herum. Platz ist dafür genug am breiten Goldstrand bei Varna. "Ich komme mit meiner Familie schon sehr lange hierher", erzählt Bibiana Iliev aus Hamburg außer Atem. "Wo kann man sonst noch so billig reisen und mit vier Personen für 30 Mark essen gehen?"

Viele Familien schätzen das Preis-Leistungsverhältnis Bulgariens. Inzwischen wird den Touristen auch ein besserer Standard geboten: Viele Betonburgen wurden modernisiert, einige Unterkünfte völlig neu gebaut. So etwa im Ferienort Albena nahe des Ortes Goldstrand: Die 40 Hotels dort zählen in erster Linie zur einfachen und mittleren Kategorie. In einigen Hotelanlagen können Gäste aber auch in Thermalquellen baden und ganzjährig Gesundheitsbehandlungen nutzen.

Oase der Ruhe: Staatsgut Ewksinograd

Auch das Sportangebot ist vielfältiger als zu sozialistischen Zeiten. Paragliding, Reiten am Strand und Helikopterrundflüge sind heute fast selbstverständlich geworden. Viele Touristen machen auch Ausflüge nach Varna, dem großen Küstenzentrum am Schwarzen Meer, zum Einkaufen oder ins Delfinarium.

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Tief verwurzelte Religiosität: Für Bulgarien- Touristen lohnt es sich - wie hier in Blagojevgrad - auch mal einen orthodoxen Gottesdienst zu besuchen.

Nur wenige Kilometer entfernt vom Strandtrubel liegt eine Oase der Ruhe, kaum ein Bulgare hat sie bislang jemals betreten. Jahrzehnte lang hermetisch abgeriegelt, ist das Staatsgut Ewksinograd nun seit einigen Monaten für ausländische Gäste zugänglich. Auf dem 120 Hektar großen und direkt am Meer gelegenen Gelände mit einem schönen Bestand an seltenen Bäumen und Pflanzen befinden sich mehrere Gebäude. Das staatliche Weingut produziert nicht nur Wein, sondern ist auch bekannt für seinen Brandy und Cognac.

Das Schloss aus dem 19. Jahrhundert durften vor der politischen Wende Anfang der neunziger Jahre nur hohe Staatsgäste von innen sehen. Es wurde von Alexander Battenberg, der die Bulgaren von den Türken befreite, gebaut. Der britische Admiral deutscher Abstammung wird noch heute von den Bulgaren fast schwärmerisch verehrt. Den Blick auf das Meer vom Hotel aus genossen bisher nur Abgeordnete und Angehörige der Regierung. Auch hier sind nun Touristen, die sich das Außergewöhnliche leisten möchten, willkommen.

Das Sommerrefugium von Todor Schiwkow dient heute als Tagungsort

Gleich nebenan ist ein weiterer Höhepunkt der Küste zu finden: das ehemalige Sommerrefugium von Todor Schiwkow, einst kommunistischer Regierungschef Bulgariens. Die Villa ist ein Relikt aus der Zeit des Personenkults, der Bereicherung und der Unterdrückung von Opposition. Heute nutzen Firmen aus dem Westen das Gebäude als Tagungsort.

Weiter südlich an der Küste liegt Nessebar, eine der ältesten Städte Europas. Die dicht beieinander gebauten Häuser aus dem Mittelalter mit ihren geschnitzten Gesimsen, blühenden Innenhöfen und verwinkelten Gassen sowie die 40 Kirchen Nessebars wirken wie ein großes Museum unter Denkmalschutz und laden zum Spaziergang ein.

Bulgarien kann sich nicht um seine Kulturschönheiten kümmern
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Vom Meer aus geht es ins Landesinnere - auf den Hohen Balkan. Diese längste Gebirgskette auf der Balkanhalbinsel durchzieht Bulgarien von West nach Ost. In dem sanften Gebirge mit wunderschönen Orten lohnt sich ein Besuch zum Beispiel im mittelalterlichen Veliko Tarnovo, der früheren Hauptstadt des Landes. Hier warten Häuser, die wie Schwalbennester am Abhang hängen, und die riesige Burg aus dem Mittelalter auf Renovierung. Bulgarien, eines der ärmsten Länder Europas, kann sich kaum um seine vielen Kulturschönheiten kümmern.

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