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Der Grand Canyon in Arizona:

Geologisches Abenteuer der Superlative

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Grand Canyon

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  • Flagstaff - Aus der Vogelperspektive beeindruckt der Grand Canyon wohl am meisten. Während das kleine Sportflugzeug langsam seinem Kurs folgt, fällt der Blick aus ein paar Hundert Metern Höhe auf die bizarrer Schönheit dessen, was die Natur hier in Arizona im Verlauf von vier bis sechs Millionen Jahren beharrlich geschaffen hat: Ein einzigartiges geologisches Wunderwerk offenbart sich im wechselnden Lichteinfall in seiner pastellfarbigen Vielfalt.

    Auf dem Weg von den Rocky Mountains westwärts zum Pazifik grub der Colorado diese Landschaft, der die USA schon vor knapp 100 Jahren den Status eines Nationaldenkmals verliehen haben und die längst auch zum von der Unesco proklamierten Welterbe zählt. Etwa fünf Millionen Menschen kommen jährlich an die Ränder dieses Tals, um zumindest einen bewundernden Blick auf die Felsformationen zu werfen. "Den Grand Canyon sollte jeder Amerikaner gesehen haben", forderte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts US-Präsident Theodore Roosevelt.

    Der Reiter muss schwindelfrei sein

    Nur ein geringer Teil der Canyon-Besucher taucht auch ein in die Wildnis und steigt hinab in die Schluchten bis zum Colorado-Fluss. "Kondition dazu brauchst du schon", sagt Rick, ein kräftiger junger Wanderer aus Texas mit abschätzendem Blick auf den Stadtmenschen aus Europa. "Der Abstieg dauert ein paar Stunden, und der Weg zurück kann zum schwersten deines Lebens werden." Etwas bequemer ist da ein begleiteter Ritt auf dem Maultier, das trittsicher dem Pfad folgt. Der Reiter muss aber schwindelfrei sein.

    88 Arten von Säugetieren und 58 von Reptilien

    Ein zweitägiger Maultierritt führt über steil abfallende Serpentinen vom 2134 Meter über Meeresniveau liegenden Südrand bis zur Phantom Ranch am Fluss. Auf einem gut elf Kilometer langen Pfad müssen dabei 1300 Meter Höhenunterschied überwunden werden. Unterwegs entfaltet der Canyon sein Leben: 88 Arten von Säugetieren und 58 von Reptilien gibt es hier, dazu kommen mehr als 300 verschiedene Vögel, darunter der majestätisch kreisende Kondor. Die gerade aufragenden Felswände aus Sandstein, Schiefer und Granit begeistern Geologen, geben sie doch fast zwei Milliarden Jahre Erdgeschichte preis.

    Von der Quelle bis zu seinem traurigen Versickern im einstigen Mündungsdelta am Golf von Kalifornien legt der Colorado-Fluss 2333 Kilometer zurück. Mehr als 20 Staudämme zähmen seine ursprüngliche Wildheit und laugen ihn aus. Eine der Barrieren ist der 1936 vollendete Hoover-Damm, der die Stadt Las Vegas mit Energie versorgt und mit dem künstlichen See Lake Mead ein Wassersportparadies bietet.

    "Haus der Morgenröte"

    Die wildeste und schönste Schluchtenlandschaft findet sich entlang der 446 Kilometer westwärts von Lees Ferry bis zum Lake Mead, die der Fluss bis zu 1675 Meter tief in eine Hochebene gefressen hat. Der Canyon erreicht an der breitesten Stelle 28 Kilometer, und bis auf 6 Kilometer rücken Nord- und Südrand an einer Engstelle zusammen. Das Gebiet bildet seit 1919 den Grand Canyon Nationalpark, der mit knapp 5000 Quadratkilometern fast doppelt so groß wie das Saarland ist.

    "Colorado" bedeutet "Gefärbter"

    Die indianische Urbevölkerung gab den Schluchten den Namen "Haus der Morgenröte". Im Sommer 1869 machte sich Major John Wesley Powell daran, die Wildnis als erste Weißer zu erforschen. Drei Monate brauchte der spätere Mitbegründer der National Geographic Society für den "Bootsritt" auf dem Colorado, der zu dieser Zeit - ungezügelt von Staudämmen - noch seine volle Kraft besaß. Schlamm aus den Bergen gab ihm die typisch rötliche Farbe, die den spanischen Entdecker Juan de Quante 1598 zur Namensgebung "Colorado" (Gefärbter) veranlasst hatte.

    INFO-KASTEN: Grand Canyon

    Arizona Office of Tourism, c/o Get it across Marketing, Köln (Tel.: 0221/233 64 08)
    Internet: http://www.arizonaguide.com
    http://www.nps.gov/grca
    http://www.grandcanyonlodges.com
    http://thetrain.com

    Das Wetter zeigt sich am Grand Canyon seit Urzeiten unberechenbar. Im Winter sind Schneestürme keine Seltenheit, im Sommer überraschen heftige Gewitter mit Temperaturstürzen die Wanderer. In den Tälern muss mit Hitze von 50 Grad Celsius gerechnet werden; von einem Bad im Colorado raten die Ranger dringend ab: "Das Wasser hat nur etwa elf Grad." Ordentliche Portionen der Nässe aber bekommt der Abenteurer bei den Flussfahrten durch die Stromschnellen ab. Solche Touren von Veranstaltern, die zwischen 7 und 18 Tagen dauern, sind sehr gefragt. "Wer auf eigene Faust fahren möchte, muss rechtzeitig eine Genehmigung beantragen und hat auf einer Warteliste mehrere Tausend andere vor sich", heißt es bei der Verwaltung des Nationalparks.

    Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Grand Canyon Village

    Mit Ausnahme der Wintermonate können die Parkmöglichkeiten für Autos am Canyon ganz schön knapp werden. So steigt der Bahnliebhaber eher in einen Touristenzug, der von der Kleinstadt Williams aus an der Transkontinentalstrecke Chicago-Los-Angeles täglich die Besucher in 2,5 Stunden zum 100 Kilometer entfernten Südrand bringt. Im Grand Canyon Village gibt es Übernachtungsmöglichkeiten, auch in einem luxuriösen Hotel. Im ganzjährig geöffneten Besucherzentrum können auch Rundflüge über die Welt der Schluchten gebucht werden.

    Horst Heinz Grimm, dpa

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