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Leuchtturm als Hotel auf irischer Insel

Schlafen am Abgrund

Clare Island - Der Nebel liegt wie ein Dunstschleier über dem Meer und verhüllt die Insel vor der Nordwestküste Irlands, als das kleine Fährschiff von Roonagh Pier ablegt. Erst allmählich wird die Sicht auf Clare Island frei.

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Eine ungewöhnliche Idee: ein Hotel im Leutturm

Das mit einer grünen Grasdecke überzogene Eiland ist eine von 365 Inseln in der Clew Bay und zusammen mit Achill Island und Turk Island die größte bewohnte. Zu den rund 140 Insulanern zählt seit zwei Jahren auch das belgische Ehepaar Robert und Monica Timmermans, die dort eine ungewöhnliche Idee verwirklicht haben: Aus einer heruntergekommenen, alten Leuchtturmanlage hoch über dem Atlantik wurde ein kleines, aber feines Hotel.

Gespenstische Stille in der Nacht

Die Gäste des "Lighthouse" werden in dem kleinen Hafen von Clare Island abgeholt. Um in das mehr als 120 Meter hoch über den Klippen gelegene Refugium zu gelangen, muß die rund 20 Quadratkilometer große Insel einmal durchquert werden. Dort angelangt, hat man den Eindruck, am Ende der Welt zu sein. Abgesehen vom Rauschen der Brandung, dem Gekreische der Möwen und dem Geblöke der weidenden Schafe herrscht Ruhe - in der Nacht bei ruhigem Wetter sogar gespenstische Stille.

Zum Faulenzen verurteilt

"Die Menschen kommen hier im wahrsten Sinne auf andere Gedanken, da sie nicht viel machen können", sagt Monica Timmermans. Außer Wanderungen über die Insel, einem kühlen Bad im Meer und Faulenzen am Strand sowie dem Besuch des einzigen Pubs im Hafen gibt es keine Ablenkungen. Da empfiehlt es sich, ein dickes Buch mitzunehmen, zumal die Sonne über Irland nicht immer lacht. "Das Wetter kann sich hier viermal am Tag ändern", weiß die Belgierin.

Infos:

Robert und Monica Timmermans, Clare Island, Westport, Co Mayo, Tel. und Fax von Deutschland: 00353/98/45120
Internet: www.anu.ie/clareisland/welcome.htm

Rund 700 000 Mark haben die Timmermans in die Restaurierung des 1965 stillgelegten und danach drei Jahrzehnte vernachlässigten Leuchturmareals gesteckt. "Jeder Stein kostet hier auf der Insel dreimal soviel, weil er erst aufwendig über das Wasser herangeschafft werden muß", erzählt die englisch, französisch und deutsch sprechende Besitzerin. Das weiße Gemäuer mit den zwei hoch aufragenden Leuchttürmen, die zwischen 1804 und 1812 vom Marquis of Sligo gebaut wurden, verfügt über fünf Doppelzimmer. Eines davon ist in einem der Leuchttürme untergebracht, die in früheren Zeiten die Schiffe sicher in die Clew Bay leiteten und über eine Leuchtkraft von 130 000 Kerzen verfügten.

Mahlzeiten werden gemeinsam an einem Tisch eingenommen

Der Preis für eine Nacht in einem Doppelzimmer mit Frühstück beträgt etwa 200 Mark, Halbpension kostet in dem ganzjährig geöffneten "Lighthouse" rund 40 Mark extra. Die Mahlzeiten werden gemeinsam an einem großen Tisch eingenommen, was Gelegenheit zum Kennenlernen und Gedankenaustausch gibt. Da kann man beispielsweise mit einem Professor des berühmten Trinity-College aus Dublin bei frischem Lachs, Lamm und köstlichem irischen Käse über das Bildungswesen seines Landes, mit einer belgischen Lehrerin über die Skandale in ihrem Land diskutieren - oder selber eine Geschichte zum Besten geben.

Andreas Schirmer, gms

Last edited: tea 03.12.2004 16:07