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Der Comer See

Klares Wasser, prächtige Villen und enge Gassen

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COMER SEE

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  • Como - Schon in früher Zeit hatte der Comer See seine Liebhaber. Ligurer und Etrusker zog es an seine Gestade ebenso wie Griechen und Römer. Vergil besang die Schönheit des Sees und der Komponist Franz Liszt konnte sich kaum satt hören am "melancholischen Murmeln der Wellen". "Wer über zwei glücklich Liebende schreibt, muss die Geschichte an den Ufern des Comer Sees spielen lassen", notierte der Komponist.

    Entstanden ist der "Larius", wie der See nach seinem antiken Namen Lacus Larius auch genannt wird, durch Gletscher, die bei ihrem Rückzug nach dem Ende der letzten Eiszeit drei Fjorde zurückließen. Rund 50 Kilometer lang und bis zu vier Kilometer breit ist der See. Wie ein schützender Arm legen sich steil aufragende Zweitausender im Norden um ihn und sorgen fast das ganze Jahr hindurch für ein angenehmes Klima.

    Bellagio - "Perle des Comer Sees"

    Als "Perle des Comer Sees" gilt der Ort Bellagio. Er liegt an der äußersten Spitze einer Halbinsel, die den Comer See in seinem südlichen Bereich in zwei Arme teilt. Stilvolle Hotels und mondäne Cafés säumen die Uferpromenade. Zum mittelalterlich anmutenden Stadtbild gehören enge, verwinkelte Gassen und Treppenaufgänge, die sich an den Monte Garnasca schmiegen.

    Zum fangfrischen Fisch gibt' s eine gratis Aussicht auf den See

    Der ganze Ort ist über- und ineinander verschachtelt. Überall haben sich winzige Boutiquen oder Pensionen eingenistet, Restaurants und Cafés sind gut gefüllt. Ganz beschaulich geht es dagegen im Ortsteil Pescallo zu. Das kleine Fischerdorf, rund 30 Minuten Fußweg von Bellagio entfernt, liegt am Lago di Lecco. Hier gibt es zum fangfrischen Fisch auf der Terrasse eines einfachen Lokals die Aussicht auf den See gratis dazu. Der Kellner empfiehlt seinen Gästen noch einen Besuch der Kirche der Madonna di Ghisello. Papst Pius XII. hatte 1949 die Madonna zur Schutzpatronin der Radfahrer bestimmt, und in dem versteckt in den Bergen liegenden Bau hängen an den Wänden und Decken Fahrräder und Andere Reliquien des Profiradsports.

    "Manchmal fallen einfach zu viele Leute über Bellagio her"

    In Bellagio lässt es sich gut eine Woche lang aushalten. Nur an Sommerwochenenden, wenn die großen Ausflugsschiffe Hunderte von Menschen ausspucken, wird es eng in den kleinen Gassen. Eigentlich müsste sich Gianfranco Bucher über den Besucherstrom freuen, ist er doch Präsident des Tourismusverbandes der Region Como. "Aber manchmal fallen einfach zu viele Leute über Bellagio her", sagt Bucher.

    Das Klima in Bellagio ist so mild, dass subtropische Pflanzen prächtig gedeihen. Besonders gut lassen sich die Pflanzenschönheiten am Nachmittag erkunden, wenn die Sonne den Ort in warmes Licht taucht. Lohnenswert ist auch ein Abstecher in den gepflegten Park der Villa Melzi. Er ist eine Oase der Ruhe und der Beschaulichkeit.

    Como - das historische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Region

    Am gegenüber liegenden Ufer bei der Ortschaft Tremezzo leuchtet ein weißes Märchenschloss über den See. Es ist die Villa Carlotta, die der reiche Mailänder Bankier und lombardische Senatspräsident Marchese Giorgio Clerici 1747 erbauen ließ. Heute beherbergt die Anlage eine Kunstsammlung. Umgeben ist die Villa von einem Park, in dem im Frühling Hunderte von Azaleen und Rhododendren blühen.

    Die Uferstraße führt weiter nach Como, dem historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum der Region. Im 15. Jahrhundert begann der Aufstieg Comos zur Seidenstadt. Damals gab Lorenzo il Manificio, ein florentinischer Herrscher aus dem Hause der Medici, den Befehl zum Pflanzen von Maulbeerbäumen. Deren Blätter dienten als Futter für Seidenraupen. Auch wenn die Raupen nur bis zum Zweiten Weltkrieg gezüchtet wurden, ist die Stadt bis heute europäisches Zentrum für die Verarbeitung der nunmehr importierten Seide. Zahlreiche elegante Geschäfte in den engen Gassen der weitgehend autofreien Innenstadt bieten Luxusgüter aus Seide an. Auch die Boutiquen italienischer Modedesigner wecken kostspielige Wünsche.

    Aus der Ferne grüßen die schneebedeckten Gipfel der Alpen

    INFO-KASTEN: Italien

    Italienisches Fremdenverkehramt, Kaiserstraße 65, 60329 Frankfurt, Tel.: 069/23 74 34,
    Internet: http://www.enit.it
    Verkehrsbüro Como, Piazza Cavour 17, I-22100 Como, (Tel. von Deutschland: 0039/031/26 97 12, Fax: 0039/031/24 01 11

    Preiswerter ist es da, einfach nur durch die verwinkelten Gassen zu bummeln und auf dem Domplatz einen Cappuccino mit Blick auf das Gotteshaus zu genießen. Oder man spaziert die Uferpromenade entlang und besucht den neoklassizistischen Volta-Tempel. Dort ehrt die Stadt einer ihrer größten Söhne, den Physiker Alessandro Volta, mit einem Museum.

    "Den besten Blick auf Como und den See haben Sie vom kleinen Ort Brunate", hatte Gianfranco Bucher geraten. In gut fünf Minuten bringt die Zahnradbahn die Besucher auf den 716 Meter hohen Aussichtspunkt. Weit unten liegen die Kirchtürme der Stadt, vom gegenüber liegenden Ufer leuchten die herrschaftlichen Villen, und aus der Ferne grüßen die schneebedeckten Gipfel der Alpen.

    Castello di Vezio - weitgehend vom Tourismus vergessen

    Das Ostufer des Comer Sees, weitgehend vom Tourismus vergessen, überrascht mit herber Schönheit. Varenna gilt vielen als schönster Ort am See. Wie ein Adlernest klebt das 800-Seelen-Dorf am Steilufer. Manche der verschachtelten Häuser scheinen regelrecht in den Berghang eingewachsen zu sein. Wer sich die Mühe macht und zum Castello di Vezio hinaufsteigt, wird mit einem Atem beraubenden Ausblick belohnt.

    Detlef Berg, dpa

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