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Cottbus punktet nicht nur im Fußball

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Brunnen auf dem Altmarkt - bis zum Aufbau der Textilindustrie im 19. Jahrhundert hatte Cottbus einen ländlichen Charakter.

Cottbus - "Der Cottbuser Postkutscher putzt den Cottbuser Postkutschkasten blank", lautet ein in Ostdeutschland bekannter Zungenbrecher. Die kleine Großstadt in der Lausitz selbst kennt dagegen kaum jemand, auch wenn sich die Zahl der Besucher seit dem Aufstieg des Fußballclubs Energie Cottbus in die Bundesliga deutlich erhöht haben dürfte.

Weit im Osten, fast an der Grenze zu Polen und doch nur gut 100 Kilometer von Berlin entfernt, liegt das Städtchen, das über viele Jahrhunderte um sein Profil gerungen hat. Über 840 Jahre ist Cottbus alt. Die ersten Nachweise der Besiedlung reichen bis in das Ende der letzten Eiszeit zurück.

Es ist also durchaus geschichtsträchtiger Boden, auf dem die 110 000 Bürger der Stadt leben. Über viele Jahrhunderte wurde die Stadt am Rand des Spreewaldes von ländlichem Charakter geprägt. Hierher kamen die Bauern der Umgebung, um ihre Waren auf den Markt zu bringen. Die Tuchmacherzunft bestimmte das handwerkliche Leben.

Mit der Dampfmaschine kam die Industrie

Als im Jahre 1818 der englische Unternehmer Cockerill die erste Dampfmaschine in die Lausitz brachte, wurde aus der Zunft ein Industriezweig. Tuche aus Cottbus waren weltweit gefragt und galten gegenüber englischer Ware als ebenbürtig. Geld kam in die Stadt, und prächtige Bürgerhäuser entstanden.

Die Oberkirche St. Nikolai ist das Wahrzeichen der Stadt
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Überreste der mittelalterichen Stadmauer - der Sprembergerturm.

Zu den baugeschichtlichen Denkmälern mittelalterlicher Backsteingotik wie der Oberkirche St. Nikolai gesellten sich die barocken Giebelfassaden am Altmarkt, die, in den letzten Jahren fast durchweg liebevoll restauriert, heute das Herz der historischen Altstadt bilden. Überreste der mittelalterlichen Stadtmauern mit Türmen umschließen das sehenswerte Ensemble.

Die Platte steht hoch im Kurs

Sind auch zahlreiche Bürger in die sanierten Wohnungen in der Altstadt zurückgekehrt, so wohnt ein Großteil weiter in den Plattenbausiedlungen aus den Jahrzehnten der verblichenen DDR. Etwas außerhalb des Zentrums gelegen, bieten sie bis heute Zehntausenden Cottbusern Wohnung und Heimat.

Braunkohle vertrieb Menschen aus ihren Dörfern

Das ganze Ausmaß der Neubaugebiete offenbart sich beim Blick vom Turm der Oberkirche St. Nikolai. Nördlich und südlich der Stadt erkannt das Auge andere Überbleibsel aus realsozialistischen Zeiten: Die halbe Lausitz steht auf Braunkohle. Dutzende Dörfer wurden dem "Braunen Gold" geopfert, tausende Menschen verloren ihre Heimat und ihre Wurzeln. Es entstanden Narben im Landschaftsbild, die erst allmählich durch großflächige Rekultivierung geschlossen werden. Schon jetzt sind mehr als die Hälfte aller Badegewässer künstlichen Ursprungs.

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Geändert Januar 2001 von tea