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Abwechslung in Südjütland:

Grenzgeschichte, Runensteine, Legoland

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Relikte aus weniger friedliche Zeiten: In Düppel werden die Besucher an den deutsch- dänischen Krieg von 1864 erinnert.

Kolding - Die Kontrollen an seiner Grenze zu Deutschland hat Dänemark am 25. März abgeschafft. Das Nationalbewusstsein allerdings ist davon unberührt geblieben - Dänemark zeigt weiter gerne Flagge.

Der "Danebrog" mit dem weißen Kreuz auf rotem Grund weht überall im Königreich vor Privathäusern und öffentlichen Gebäuden, viele kleinere Exemplare aus Papier zieren sogar die Gemüseläden. Besonders auffällig ist der rot-weiße Schmuck in Südjütland, wohin Deutsche gerne einen Abstecher unternehmen. Hier ist die dänische Geschichte eng mit der deutschen verwoben, durch Adelshäuser, Krieg und Frieden.

Schauplatz des deutsch-dänischen Krieges von 1864

Ein besonderer Ort für den kleinen Grenzverkehr ist Düppel. Der Ort spielte mit seinen Befestigungen - den Düppeler Schanzen - im deutsch-dänischen Krieg 1864 eine wichtige Rolle. Nach der Erstürmung der Schanzen durch deutsche Truppen fiel das angrenzende Schleswig mit Holstein damals an Preußen. In Erinnerung daran haben die Dänen in Düppel - auf Dänisch: Dybbol - ganze Ländereien aufgekauft und ein Besucherzentrum gebaut, in dem Modelle, Videos und das Donnern von Preußens Kanonen den Schlachtenhergang nachvollziehbar werden lassen.

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"Taufurkunde Dänemarks": Auf einem der Runensteinen in Jelling berichtet König Harald von der Christianisierung der Dänen im zehnten Jahrhundert.

Auch die Mühle auf dem Gelände wurde zum Nationaldenkmal, und das nahe Schloss Sonderborg zeigt Originalgegenstände aus jener Zeit. Auch der "Gendarmenpfad", auf dem in blaue Uniformen gekleidete Gendarmen von 1920 bis 1958 Grenzpatrouille gingen, ist heute eine Touristenattraktion: Schilder mit einem blauen Polizisten darauf kennzeichnen den 74 Kilometer langen Weg voller Naturerlebnisse.

Wo Wikinger Harald Blauzahn baute

Ganz andere und wesentlich ältere Geschichte lässt sich weiter nördlich in Südjütland erleben: in Jelling nordwestlich von Vejle, wo im vergangenen Dezember in Anwesenheit von Königin Margrethe II. das Ausstellungsgebäude "Königliches Jelling" eröffnet wurde. Hier finden sich bedeutende Monumente aus der Wikingerzeit, von König Gorm dem Alten und seinem Sohn Harald Blauzahn im zehnten Jahrhundert nach Christus errichtet und inzwischen von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Zu sehen sind die Reste des größten Schiffsgrabs der Welt, eine Kirche und zwei Runensteine. Letztere berichten von den ersten beiden Königen, die in ununterbrochener Linie direkte Vorfahren der heutigen Monarchin sind. Weil König Harald auf dem größten Runenstein in Jelling der Nachwelt mitteilt, dass er ganz Dänemark erobert und die Dänen zum Christentum bekehrt hat, wird dieser Stein auch als "Taufurkunde Dänemarks" bezeichnet.

Christiansfeld ist sehenswert
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Besuch in der einstigen Grenzstadt: Schloss Koldinghus wurde nach einem schweren Brand im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut.

Nicht etwa nach der heutigen Königin, sondern nach der ähnlich heißenden Blume ist die "Margeriten-Route" benannt. Sie ist 3540 Kilometer lang und führt durch ganz Dänemark über landschaftlich reizvolle Strecken, vornehmlich Nebenstraßen. Wer die Route im Südosten Jütlands befährt, wundert sich vielleicht, auf schmalen Serpentinen durch dunklen Wald und auf luftige Anhöhen zu geraten. Gar so flach, wie man immer glaubt, ist Südjütland nicht.

Eine der Sehenswürdigkeiten ist sicher Christiansfeld, die südlich von Kolding gelegene Stadt der Herrnhuter Brüdergemeinde, einer evangelischen Freikirche. Ein empfehlenswerter Rundgang startet am Brunnen auf dem Kirchplatz mit den alten Lindenbäumen, die bei der Stadtgründung 1772 gepflanzt wurden, und führt über Bäckerei, Hotel und Museum bis zum Gottesacker. Führungen lassen sich telefonisch bereits von Deutschland aus arrangieren (Tel.: 0045/74 56 16 50).

Schloss Koldinghus ist ein Muss

INFOS/TIPPS:

Dänisches Fremdenverkehrsam
Glockengießerwall 2
20095 Hamburg
Tel. 040/32 02 10,
Fax 040/32 02 11 11

  • www.visitdenmark.com

  • Sehr sehenswert ist auch Schloss Koldinghus mitten in der Stadt Kolding. 1268 als Königsburg zur Bewachung der Grenze zwischen dem damaligen Dänemark und dem Herzogtum Schleswig errichtet und später zum Schloss umgebaut, wurde die Anlage am Anfang des 19. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört. Doch die alten Gemäuer wurden in großer Harmonie mit neuen Materialien, vor allem verblüffenden Holzkonstruktionen, wieder hergestellt. Von weit her reisen Architekten an, um diese Restaurierungsleistung zu studieren.

    Andere Besucher begnügen sich mit Bewunderung und freuen sich über die ausgestellten Raritäten, zu denen unter anderem schönes Porzellan gehört. Vom über eine Wendeltreppe erreichbaren Heroenturm schweift der Blick über den Schlosssee bis zum Koldingfjord. Kolding hat aber noch mehr zu bieten. Die Stadt besitzt eines der größten und meist besuchten Museen Dänemarks: Trapholt. Dänisches Möbeldesign, Keramik, Textilkunst und Malerei sind hier vereint.

    Welcome in "Legoland"
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    Das "Legoland" bei Billund wird vor allem von Familien gerne besucht.

    Ein Besuchermagnet in Südjütland schließlich ist Billund mit dem "Legoland". "Ach, das ist nur ein Freizeitpark wie jeder andere auch", winken die einen ab. Die Fans aber kommen bei jedem Wetter. In der Saison 2000 wurden 1,55 Millionen Besucher gezählt, den größten Anteil der ausländischen Gäste stellen die Deutschen. Und zum Lego-Fan kann tatsächlich werden, wer mitbekommt, was da alles aus diesen kleinen Spielzeug-Steinchen gepuzzelt wurde: Flamingos, Löwen, Zebras, Strauße und fernöstliche Tempel ebenso wie Leuchttürme und eine Holländer Windmühle - und alles auf der Blickhöhe eines Kindes.

    Elke Backert, gms

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    Zuletzt geändert am 10. April 2001 09:41 von tea