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Dänemarks Museen bieten Kunst und Meer:

Nah am Wasser gebaut

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In den dreißiger Jahren galt diese Konstruktion von Arne Jacobsen in Klampenborg als visionör. Heute bietet das Haus eine Gourmet-Küche mit Blick auf den Öresund

Kopenhagen - Auf den ersten Blick wirkt es wie ein riesiges Raumschiff, das mitten in der dänischen Strandidylle gelandet ist: Leuchtend hell heben sich die Häuser der Bellevue-Siedlung in Klampenborg bei Kopenhagen vom blauen Himmel ab. In den dreißiger Jahren baute der Architekt und Designer Arne Jacobsen die Wohnanlage direkt am Öresund.

So schuf Jacobsen eine der Pilgerstätten moderner Architektur in Dänemark - heute eines von zahlreichen Reisezielen für design- und kunstinteressierte Besucher des skandinavischen Landes. Die Bellevue-Siedlung blickt dabei allerdings auf einen jahrelangen Dämmerschlaf zurück. Das von Jacobsen geschaffene Theater und das angrenzende Restaurant wurden bereits während des Zweiten Weltkriegs geschlossen. Die gesamte Siedlung schien in Vergessenheit geraten - bis die Dänen ihre Design-Tradition wiederentdeckten.

Neuer Glanz nach alten Plänen

Der Restaurateur Anders Moesgaard und der Architekt Jarl Witzke verhalfen dem Restaurant zu neuem Glanz und widmeten das weitgehend nach alten Plänen eingerichtete Lokal dem Architekten der Siedlung: Vor dem Kamin im Erdgeschoss des "Jacobsen" stehen sogar ein paar der Originalstühle, mit denen der Designer einst persönlich das Restaurant ausgestattet hatte. Auch das Besteck, ein Teil des Geschirrs und einige Lampen sind echte Jacobsen-Entwürfe.

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Das Lousiana-Museum für moderne Kunst in Humlebaek führt eine der weltweit größten Giacometti-Skulpturensammlungen

Ein Stück nördlich von Klampenborg liegt nahe der Ortschaft Humlebaek das Louisiana, das als bedeutendstes Museum für moderne Kunst in Dänemark gilt. "Die Besucher sollen sich fühlen, als würden sie einen alten exzentrischen Onkel auf dem Lande besuchen", beschreibt Tove Vejlstrup, Kuratorin des Louisiana Museums, das Konzept. Intim solle die Atmosphäre bleiben, auch wenn das Louisiana beständig wachse.

Den Ursprung hatte das Museum in der alten Villa, die noch heute das Herz bildet und tatsächlich wie ein romantischer Landsitz wirkt. Um die Villa herum hat sich in den vergangenen 40 Jahren eine ganze Gruppe neuer Gebäude gebildet, um alle Ausstellungsstücke beherbergen zu können. Gezeigt werden ausschließlich Malerei und Skulpturen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg - und dabei längst nicht nur Werke skandinavischer Künstler. "Wir haben hier zum Beispiel die größte Sammlung von Werken Alberto Giacomettis in Skandinavien und die drittgrößte weltweit", sagt Tove Vejlstrup.

Die Außenwelt ist stets mit einbezogen

Von der sonst in Kunsttempeln so weit verbreiteten bleiernen kulturellen Schwere ist hier nichts zu spüren: Egal, in welchem der Gebäude der Besucher sich gerade befindet - überall ist die grüne Außenwelt bewusst in die Ausstellungsräume einbezogen. "Wir wollen das Zusammenspiel von Kunst, Architektur und Natur zeigen", erklärt Vejlstrup. An schönen Tagen treffen sich im weitläufigen Park Familien zum Picknick. Sie liegen dabei zwischen den zahlreichen Skulpturen und mit dem Blick auf den Öresund in der Sonne. Kneift man die Augen zusammen, wird die Kunst plötzlich mit dem Wasser eins und Schweden auf der gegenüber liegenden Uferseite wirkt zum Greifen nah.

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Das Danish Design Center in Kopenhagen zeigt preisgekrönte Entwürfe und soll dem Design im öffentlichen Raum mehr Geltung verschaffen

Wie wichtig den Dänen auch abseits von Museen oder Architekten-Siedlungen anspruchsvolles Design ist, fällt Besuchern bereits bei der Ankunft am Flughafen oder Bahnhof in Kopenhagen auf. Offen und freundlich gibt sich ein Großteil der öffentlichen Gebäude des kleinen Landes. "Es soll funktionieren, es soll gut aussehen und es muss die Umwelt berücksichtigen", beschreibt Birgitta Capetillo vom Danish Design Center (DDC) in Kopenhagen den Leitsatz des dänischen Designs. Im erst vor kurzem eröffneten DDC-Gebäude direkt gegenüber des Vergnügungsparks Tivoli ist ein Querschnitt des preisgekrönten Schaffens skandinavischer Designer im Laufe der Jahrzehnte zu sehen, ergänzt durch kleinere Sonderschauen.

Dänen wollen selbst die Buhsltestellen und Krankenhäuser verschönern weiterblättern
 

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