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Alles inklusive in der "DomRep":

Von Eierweitwurf bis Merengue-Kurs

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Eine Welt für sich - viele Urlauber verlassen die All- inclusive- Anlagen in der Dominikanischen Republik während ihrer Ferien kein einziges Mal.

Juan Dolio - Morgens stürzen die "Trinker" im erbitterten Wettkampf Biere hinunter, mittags werden Eier weitgeworfen und abends Krebse auf die Rennbahn geschickt oder Arme gedrückt: Über mangelnde Unterhaltung kann sich in den "All inclusive"-Anlagen der Dominikanischen Republik tatsächlich kein Gast beschweren.

Das meist lautstarke Animationsprogramm mit Wassergymnastik, Volleyball und Tanzshows läuft vom Frühstück an auf vollen Touren. Daneben gehören zu den Alles-inklusive-Paketen - je nach Sternenklasse - mehr oder weniger opulente Buffets, mehrgängige Menüs, Softdrinks sowie Bier und Rumpunsch - zumindest aus heimischer Produktion auch gratis bis zum Abwinken.

Für viele Gäste ist schon das ein Grund, ihren gesamten Urlaub in der Ferienanlage zu verbringen. Vom Land lernen sie höchstens den Strand kennen, Einheimische treten lediglich als Kellner oder Animateure in Erscheinung. Mit Hinweisen auf die "Sicherheitslage" drängen viele Hotels dazu, Ausflüge und Taxifahrten nur im Hause zu buchen. Diese Vermittlungspraxis bei Exkursionen zu Naturparks, zu Walbeobachtungen und in die Hauptstadt Santo Domingo ärgert vor allem andere Taxibesitzer sowie lokale Bus- und Reiseunternehmen gewaltig.

"Die Dominikanische Republik ist ein relativ sicheres Reiseland"

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Faulenzen am Strand - wer sich auf eigene Faust auf Entdeckungsreise begibt, kann in der "DomRep" viele schöne Pl½tze entdecken.

Pedro Dajer, Vizeminister für Tourismus, hält es für sehr bedenklich, wenn Ferienanlagen bei der Vermittlung eigener Exkursionen gewollt oder ungewollt Unsicherheiten schüren. "Mit der Angst von Urlaubern dürfen keine Geschäfte gemacht werden. Die Dominikanische Republik ist ein relativ sicheres Reiseland", sagt er. Dies bestätigt die Deutsche Botschaft in Santo Domingo - vorausgesetzt, es werden bei Ausflügen die üblichen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten. Dajer wünscht sich, viel mehr Alles-Inklusive-Gäste würden "mal auf eigene Faust mit Bus oder Mietauto Land und Leute kennen lernen".

Zusätzliche Einnahmen durch Ausflüge

Eine der Ursachen für die rauen Methoden mancher Hotels dürfte der wirtschaftliche Druck sein. Angesichts des Verdrängungswettbewerbs und der hohen Bettenzahl in dem Karibikstaat versuchen die Häuser, zusätzliche Einnahmen durch Ausflüge zu erwirtschaften. Die Preise sorgen oft bei Urlaubern und Einheimischen für erstauntes Kopfschütteln. Ein Tagesausflug von Juan Dolio ins 60 Kilometer entfernte Santo Domingo etwa kostet pro Person zwischen 40 und 50 US-Dollar - umgerechnet 44 bis 55 Euro (86 bis 108 Mark). Ausflüge mit lokalen Anbietern könnten oft wesentlich günstiger gebucht werden.

"Jeder Feriengast trifft bei Hotelaktivtäten und Ausflügen seine Entscheidung jedoch selber", sagt Jose Luis Pimentel von der Ferienanlage "Casa Marina Bay" auf der Halbinsel Samana. "Viele Gäste buchen unsere Ausflugstouren, andere fahren allein in den nächsten Ort oder über Land, auch mit dem "Guagua"." Diese auf Handzeichen haltenden Kleinbusse bieten dem Urlauber mit lauter Merengue-Musik echtes Karibik-Gefühl.

Eierweitwurf: "Das mögen wohl etliche Deutsche"

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Land und Leute kennen lernen: Große Teile der Dominikanischen Republik sind vom Zuckerrohranbau geprägt.

Beim Thema Eierweitwurf muss Pimentel lachen: "Das mögen wohl etliche Deutsche", sagt er. Diese Aktivität gebe es in einigen Anlagen, aber eben nicht überall. So setze seine Anlage lieber auf Ökowanderungen durch die Natur, die auch sehr gefragt seien.

Immer mehr der "todo incluido"-Hotels haben auch Spanisch- oder Merengue-Tanzkurse im Programm, sozusagen als kleine Vorbereitung auf Ausflüge in Einheimischen-Kneipen und -Discos. "Etliche Gäste nutzen das. Besonders beliebt ist aber generell alles, was unterhaltenden und sportlichen Wert hat", erzählt Manfred Schoebel, Generaldirektor der Anlage "Coral Costa Caribe" in Juan Dolio an der Südküste.

Bierselige Kegelvereine à la Mallorca gebe es in der DomRep nicht

Ausschweifende alkoholische Gelage sind trotz der Gratis-Drinks laut Schoebel die Ausnahme: "Wir haben ein gemischtes Publikum aus Kanada, Italien, Deutschland, Frankreich." Bierselige Kegelvereine à la Mallorca gebe es in der Dominikanischen Republik nicht. Ein Blick zwischen Palmen, Strand und Swimmingpool der 600 Zimmeranlage an diesem Nachmittag zeigt tatsächlich nur wenige Leute an den diversen Bars und ein paar lautstarke Urlauber mit Bier- und Cocktailgläsern beim Armdrücken.

INFO-KASTEN:DomRep

Fremdenverkehrsamt der Dominikanischen Republik, Kaiserstraße 13, 60331 Frankfurt/Main
Tel.: 069/91 39 78 79, Fax: 069/28 34 30,
E-Mail: domtur@aol.com,
Internet: dominicana.com.do

Last minute lockt

"Alles inklusive in der Dominikanischen Republik zählt beim Verhältnis von Preis und Leistung zum besten in der Welt", sagt Schoebel. Das Land mit acht Millionen Einwohnern und jährlich einer halben Million Gäste lockt mit Niedrigst-Preisen. Wer in "letzter Minute" in Deutschland für unter 800 Mark einen Flug ergattert hat und spontan ein paar Tage "alles inklusive" erleben will, der ist in der unteren Sternenklasse für einen Tag ab etwa 50 US-Dollar (55 Euro/108 Mark) dabei. Vakante "Alles-Drin-Quartiere" mit Sonderpreisen nutzen an Wochenenden auch Dominicanos, die mit Kind und Kegel anreisen.

Sportschule statt Hotel und Restaurant

Der aus Bremerhaven stammenden Klaus Luka weiß aus eigener Erfahrung, wie hart das Geschäft für unabhängige Hotels und Restaurants ist. "Wer nicht für wenig Geld mit Tourismuskonzernen zusammen arbeiten will, hat es sehr schwer", sagt er. Sein eigenes Haus hat er deshalb an einen Konzern verkauft. Eine Tauchschule sei da schon wesentlich lukrativer: "Denn dieser Sport ist bei den meisten Anlagen nicht im Paket drin."

Bernd Kubisch, dpa

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