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Die kroatische Adriastadt will an ihre besten Zeiten anknüpfen

Dubrovnik beschwört die "goldenen Achtziger"

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Die Festung Sveti Ivan ist ein beliebtes Fotomotiv für Touristen. Altstadt und Hafen Dubrovniks bilden eine malerische Kulisse

Dubrovnik - Vielleicht sollte sich Dubrovnik in Ragusa zurückbenennen. Ragusa klingt nach Mittelmeer, nach lateinischem Erbe. Dubrovnik dagegen klingt nach Balkan, und das ist nicht gerade werbewirksam in diesen Tagen. Es rumort wieder in der erweiterten Nachbarschaft, und wer weiß schon in Japan oder den USA, dass Mazedonien hunderte von Kilometern von Dubrovnik entfernt liegt. Der Kosovo liegt nur unwesentlich näher, und der hat Dubrovnik schon 1999 den ersten touristischen Aufschwung nach dem Bürgerkrieg verhagelt.

Im Jahr 2000 hat Kroatien mit einem Plus von 56 Prozent bei den ausländischen Besuchern neuerlich seine Wiedergeburt als Urlaubsziel gefeiert. In Dubrovnik waren die Gassen der Altstadt während des Sommers wie in besten Zeiten von Besuchern überlaufen. Die besten Zeiten - als solche gelten an der kroatischen Adriaküste die achtziger Jahre, die daher auch als die "goldenen" bezeichnet werden.

Dann kam ein Ereignis, das in Dubrovnik noch heute allgegenwärtig ist, obwohl seine Folgen inzwischen fast vollständig beseitigt wurden: Während sich der Ostblock seiner neu gewonnenen Freiheit erfreute, brach über Jugoslawien der Bürgerkrieg herein. Dubrovnik, am südlichsten Zipfel Kroatiens im Grenzgebiet zu Montenegro und Bosnien-Herzegowina gelegen, zählte dabei zu den ersten Opfern.

Angriffe auf das Weltkulturerbe

Während der sechsmonatigen Belagerung 1991/92 durch Serben und Montenegriner schlugen rund 2000 Granaten in die Altstadt ein und trafen alles, was von der Freien Republik Ragusa aus früheren Jahrhunderten erhalten war: die mächtige Stadtmauer, Klöster, Paläste und den Marmor, aus dem die Stadt wie von Künstlerhand gehauen scheint. Die Welt protestierte - schließlich gehört Dubrovnik zum Weltkulturerbe. Doch endgültig hörte der Beschuss erst 1995 auf.

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Noch immer sind an einigen Gebäuden Dubrovniks die Folgen der Belagerung durch die Serben ab 1991 zu sehen

Schilder mit Plänen der Altstadt dokumentieren noch heute die damaligen Schäden. Wer diese an Ort und Stelle rekonstruieren möchte, muss allerdings genauer hinschauen: Auf dem Steinfußboden lässt sich Flickwerk erkennen, manches Ornament an Fassaden und Brunnen wirkt glatter und sauberer, als es seinem Alter nach sein dürfte. Die Dächer, von denen mehr als zwei Drittel Schaden nahmen, sind zum Großteil neu gedeckt. Darunter ist die Renovierung noch nicht überall abgeschlossen, aber das bleibt den Blicken der Besucher verborgen.

Der Stadt bequem aufs Dach steigen

Immer wieder sucht das Auge die Berge, von denen Dubrovnik umgeben ist. Die Stadt saß buchstäblich in der Falle: Sowohl aus der Höhe wie vom Wasser aus nahmen die Soldaten der jugoslawischen Bundesarmee ihr Ziel ins Visier. Heute gilt die malerische Lage wieder als Standortvorteil. Wer schöne Urlaubsfotos schießen möchte, ist in Dubrovnik genau richtig. Das kompakte Sechseck der Stadtmauer kann schon nach einem kurzen Aufstieg in den Südwesten formatfüllend aufgenommen werden. Auf dem Rundweg über die bis zu sechs Meter breite Mauer ergeben sich immer wieder andere reizvolle Perspektiven. Welcher Stadt kann man schon derart bequem aufs Dach steigen?

Unwirklich scheint von hier oben das Treiben auf der Stradun, der Lebensader Dubrovniks, die mehr lang gezogener Platz als Straße ist. Die Körper der Passanten spiegeln sich im speckigen Fußboden, und die Stimmen werden durch die Steinfassaden wie in einem großen Badezimmer akustisch verstärkt. Ganz Dubrovnik ist hier im Sommer auf den Beinen. Am Westende der Stradun spielen die Kinder in den kühleren Abendstunden Fußball - auch darin zeigt sich die Verwandtschaft zu Italien, wohin sich Dubrovnik über Jahrhunderte orientierte.

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