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Südliches Flair und stille Auenwälder geniessen:

Per Fahrrad entlang der Elbe

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Bad Schandau - Eine der beliebtesten Routen bei Fahrradtouristen ist der Elberadweg: In einer Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) unter seinen Mitgliedern landete er auf Platz eins bei den Ferienzielen 2003. Ein großer Teil des Weges führt dabei durch Sachsen:

Von der Lutherstadt Wittenberg über Torgau und das sächsische Elbtal geht es hinein in die bizarre Landschaft der Sächsischen Schweiz bis nach Bad Schandau. Der Stille der Elbauen folgen auf der Reise Einblicke in deutsche Hochkultur und Ausblicke auf die steinernen Attraktionen des Elbsandsteingebirges.

Das Ansinnen, entlang der sächsischen Elbe einen Radweg anzulegen, soll nach der Wende bei den zuständigen Gemeinden auf Kopfschütteln gestoßen sein. Als habe man keine anderen Sorgen, hieß es. Heute sind solche Stimmen verstummt. Einige Radler kommen auf dem weiten Weg von Prag bis Cuxhaven durch Sachsen. Die meisten entscheiden sich aber ausschließlich für die 240 Kilometer von Bad Schandau nach Wittenberg oder umgekehrt. Dass die Wahl auf diese Teilstrecke fällt, liegt wohl auch an der guten Beschaffenheit der Radwege, die mit einem blauen Logo in Form eines langgezogenen kleinen "e" markiert sind.

Zeitreise: Gierfähren ziehen sich an Seilen von Ufer zu Ufer

Der Höhenunterschied zwischen Bad Schandau und Wittenberg beträgt nicht einmal 60 Meter. Wegen der vorherrschenden westlichen Winde und der immer imposanter werdende Landschaft ist es ratsam, stromaufwärts in die Pedale zu treten. Längst sind nach der Flut von 2002 alle Wege wieder repariert, so dass keine zeitraubenden Umwege zu fahren sind.

Unterwegs muss ab und zu die Elbseite gewechselt werden, wie auf dem Weg nach Torgau bei Pretzsch. Wenn es keine Brücken gibt, bieten sich Fähren an. Dabei wirken die so genannten Gierfähren wie Relikte einer anderen Zeit. An einem quer zum Strom liegenden Seil befestigt, treiben sie schräg mit der Strömung von einem Ufer zum anderen.

"Besuchen sie Meißen, solange es noch steht."

Torgau ist für Geschichtsfreunde ein wichtiger Stopp. Die alte Residenzstadt lockte schon zu DDR-Zeiten die Politprominenz an. Grund dafür war neben Schloss Hartenfels mit dem Wendelstein - einer Außentreppe, die filigran zum Himmel strebt - ein historisches Ereignis: Auf Torgaus gesprengten Brücken rutschten am 25. April 1945 amerikanische und russische Soldaten aufeinander zu. Ihr Handschlag besiegelte praktisch das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Rund 50 Kilometer weiter beginnt auf dem Weg nach Meißen bei Diesbar-Seußlitz die mediteran anmutende Sächsiche Weinstraße. Neuerdings geht es per Rad auch auf der anderen Seite unter Bäumen vorbei an Schloß Hirschstein. Wer am Abend in Meißen auf dem Burgberg in einem der lauschigen Gartenrestaurants über die Dächer der restaurierten Altstadt blickt, mag gar nicht mehr glauben, dass es vor der Wende hieß: "Besuchen sie Meißen, solange es noch steht."

Hinter Pirna beginnen die Naturwunder der Sächsischen Schweiz

Weiter stromaufwärts empfängt zuerst Radebeul und dann Dresden die Radler. Unter der Woche rollt es sich am Fuße von Schloss Albrechtsburg, Villa Stockhausen und Schloss Eckstein leicht dem nächstem Höhepunkt entgegen, dem Schloss Pillnitz mit seiner Parkanlage. Am Wochenende herrscht hier allerdings Hochbetrieb.

Details

Tourismusverband Sächsische Schweiz, Am Bahnhof 6, 01814 Bad Schandau, (Tel.: 035022/49 50, Fax: 035022/495 33) sowie im Internet unter elberadweg.de.

Hinter Pirna beginnen die Naturwunder der Sächsischen Schweiz. Schroffe Sandsteinfelsen, tiefe Schluchten und das Flusstal selbst locken seit mehr als 200 Jahre Heerscharen von Besuchern hierher ins Elbsandsteingebirge. Auch auf dem Bastei-Felsen zwischen Wehlen und Rathen drängen sich die Menschen, um den Blick ins Elbtal zu genießen. Hier in der sächsischen Schweiz sollte das Fahrrad wenigstens einmal durch die Wanderschuhe ersetzt werden.

Heidemarie Pütz, dpa - Fotos: gms

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