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Störche zählen und Stadtluft schnuppern: Für einen Tag nach Faro

Nur die Autos vermitteln Modernität

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Faro

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Faro - Die große Uhr am Turm der Kathedrale von Faro zeigt halb fünf an - zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und der Besucher fragt sich, ob es vielleicht Absicht ist, diesen Fehler nicht zu beheben.

Denn auch wenn es wie ein Klischee klingt: Im historischen Zentrum der Algarve-Metropole wirkt die Zeit wie stehen geblieben. Rathaus, Bischofspalast und alte Klöster - innerhalb der alten Stadtmauer hat sich Faro seit vielen Jahren wenig verändert.

Durch enge Gassen geht es hier an alten Häusern vorbei, deren Putz auf das Kopfsteinpflaster bröckelt. Modernität vermitteln nur die Autos, die ab und zu durch das im Renaissancestil gebaute Stadttor Arco da Vila in die Altstadt knattern. Der Platz vor dem Dom mit den drei Dutzend Orangenbäumen ist ziemlich zugeparkt - aber das bleibt der einzige Wermutstropfen beim Besuch in der Provinzhauptstadt im Süden Portugals, die von vielen Touristen unterschätzt wird.

Erster Eindruck täuscht

Das hat seine Ursache vor allem in der Umgebung des Flughafens: Fast jeder Pauschalreisende mit dem Ziel Algarve landet in Faro. Wer dann per Bus oder Mietwagen startet, ist auf den ersten Kilometern verblüfft bis entsetzt: Ein wirres Durcheinander aus Betonflächen, Baustellen und verbrannter brauner Erde offenbart sich beim Blick aus dem Fenster. "Bloß weg hier", mögen die meisten Urlauber dann denken, "hierhin kommen wir erst am Tag der Abreise wieder zurück".

Störche, wohin das Auge blickt

Das aber ist ein Fehler. Faro hat nicht nur mit der Altstadt - der Cidade Velha - für historisch Interessierte viel zu bieten, sondern auch eine nette kleine Fußgängerzone und gute Einkaufsmöglichkeiten. Und für Kinder können Eltern einen kleinen Wettbewerb starten: Wer zählt die meisten Störche? Überall in der Stadt haben die Stelzvögel ihre Nester gebaut: auf der Kathedrale, dem Glockenturm des Arco da Vila, auf Gebäuden am Hafen und sogar auf großen Mobilfunkantennen.

Manchmal kann beobachtet werden, wie Jungtiere gefüttert werden, manchmal fliegen drei bis vier gemeinsam davon. Andere stört es kein bisschen, wenn einen Meter neben ihrem Nest an einer Kirchturmspitze laute Glockenschläge die volle Stunde anzeigen. Die große Zahl der Störche hat eventuell einen erstaunlichen, aber statistisch messbaren Nebeneffekt: Die Geburtenrate im Raum Faro ist nach Angaben von Portugals Botschaft in Berlin etwas höher als im Landesdurchschnitt.

Bester Überblick vom Glockenturm aus

INFO-KASTEN: Faro

Portugiesisches Touristik- und Handelsbüro, Schäfergasse 17, 60313 Frankfurt/Main
Tel: 069/29 05 49, Fax: 069/23 14 33
Internet: www.portugalinsite.de

Einen der besten Überblicke über Faro bekommen Besucher, wenn sie an der "Sé", wie die Kathedralen in Portugal genannt werden, auf dem Glockenturm stehen. Wer einen Euro Eintritt gezahlt hat, darf über ausgetretene Stufen die enge Treppe nach oben steigen. Über die Dächer der Altstadt hinweg zeigt sich dann nach Norden das moderne Faro mit den Einkaufsstraßen, nach Westen der Flughafen und nach Süden und Südosten der Naturpark Ria Formosa direkt am Meer.

In der Kirche blinkt und funkelt es

Zu erkennen ist von hier aus auch die Karmeliterkirche Igreja do Carmo im Norden der Innenstadt, die von 1713 bis 1877 entstanden ist. Schon beim Betreten werden Besucher fast erschlagen von dem Eindruck, den das vergoldete Holzschnitzwerk an Altar und Wänden auf sie macht. Obwohl es in der Kirche dunkel ist, blinkt und funkelt es aus allen Richtungen - "talha dourada" wird diese Dekoration genannt, die im Barock in den Kirchen Portugals Einzug hielt. Für 75 Cent Eintritt kommen die Besucher auch in die Sakristei und in die "Knochenkapelle" hinter der Kirche, deren Wände komplett mit Schädeln und Knochen Verstorbener verziert sind - nichts für zart Besaitete.

Ein Abstecher lohnt

Wer für einen Tag mit dem Mietwagen aus den Urlauberzentren wie Albufeira, Praia da Rocho oder Lagos anreist und Zeit zum Bummeln hat, findet an der Rua de Santo Antonio und der Rua Vasco da Gama viele Fachgeschäfte und Cafés. Bei einem Eis oder Milchkaffee lässt sich der Fluss der Passanten auf dem mosaikartigen Pflaster der Fußgängerzone gut beobachten. So besteht der Algarve-Urlaub nicht nur aus Strandleben, sondern auch aus etwas "Stadtluft schnuppern".

Christian Röwekamp, dpa

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