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Die Fidschi-Inseln: Traum in der Südsee

Kokosnüsse und Korallen

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Nadi - "Bula", sagt der Zollbeamte lässig und grinst. Ebenso der Taxifahrer, der Hotelpage, das Zimmermädchen. "Bula" ist der Willkommensgruß der Fidschianer, der einem überall entgegenschallt, stets begleitet von einem Lächeln.

Entspannt geht es zu auf dem Archipel der 330 zu Fidschi gehörenden Inseln im Südpazifik. Fremde werden freundlich behandelt, und da Englisch Pflichtfach in der Schule ist, gibt es keine Schwierigkeiten bei der Verständigung.

24-Stunden-Flug ins Paradies
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Die Fidschi-Inseln sind von Deutschland so weit entfernt wie kaum ein anderer Ort auf der Erde. Folglich dauert die Flugzeit nach Nadi auf der Hauptinsel Viti Levu gut und gern 24 Stunden, Auckland in Neuseeland ist gerade drei Flugstunden entfernt. Nadi ist Fidschis internationaler Airport, "Nändi" gesprochen. Nie gehört? Kein Wunder, Nadi hat gerade 30 000 Einwohner, ist aber rekordverdächtig: Kaum ein Ort dieser Größenordnung kann sich eines Flughafens rühmen, auf dem täglich Jumbos starten und landen. Die einzige Direktverbindung von Deutschland nach Fidschi hat Air New Zealand im Angebot, mit Zwischenstopp in Los Angeles.

Nadi selbst ist ein verschlafenes Nest, das aus einer Hauptstraße mit ein paar Geschäften besteht. Reisende lassen den Ort meist schnell hinter sich. Die Straße Richtung Süden, die Queens Road zur Hauptstadt Suva, führt nach wenigen Kilometern an der sogenannten Coral Coast entlang. Hier zeigt sich Fidschi von seiner schönsten Seite: feine weiße Strände, gesäumt von Kokospalmen, dazu ein kristallklarer Ozean mit badewannenwarmem Wasser.

Inseln wie aus dem Bilderbuch
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Kein Wunder, daß sich hier die meisten Nobelhotels ein Stelldichein geben: Shangri-La und Sheraton sind mit Luxusresorts vertreten, Hyatt plant noch. Billig ist der Traumurlaub hier allerdings nicht: Die Zimmerpreise liegen zwischen 240 und 1 000 Mark pro Nacht. Kleine Hotels und Bungalowanlagen vermieten vernünftige Doppelzimmer schon deutlich günstiger, zwischen 75 und 150 Mark.

Neben der Coral Coast locken die kleinen Inseln westlich vor der Hauptinsel die meisten Urlauber an. Nicht ohne Grund: Auf den zum Teil winzigen Inseln der Mamanuca- und der Yasawa-Gruppe hat oft nur ein einziges Resort Platz. Jedes einzelne sieht aus wie aus dem Südsee-Bilderbuch - für ein paar Tage kann man hier unbeschwert Robinson spielen.

Die Mini-Inseln sind entweder per Propellerflugzeug oder Linien-Katamaran bequem von der Hauptinsel aus zu erreichen. Das Ticket kostet je nach Entfernung um 40 Mark pro Strecke. Ist ein Propellerflieger im Anflug, wird kurzerhand der Strand rund um den Landeplatz gesperrt, damit die Maschine ungehindert auf der kurzen Schotterpiste landen kann.

Wunderwelt der Korallen
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Vor allem auf den vorgelagerten Inseln kommen Wassersportler auf ihre Kosten. Vom Surfen über Segeln und Schnorcheln bis zum Tiefseetauchen wird alles geboten. Einige Tauchschulen bieten sogar Haifischfütterungen an, bei denen taucherfahrene Touristen die vorbeischwimmenden Großmäuler mit Fischhäppchen glücklich machen können. Wer es beschaulich mag, kann eine Tour mit einem Glasbodenboot unternehmen, um einen Blick in die bunte Wunderwelt der Korallen zu werfen, ohne dabei naß zu werden.

Action pur bietet dagegen eine Fahrt mit dem Jetboot durch die Mangrovensümpfe von Denarau Island. Hier brettern die bis zu 75 Stundenkilometer schnellen Boote mit röhrendem Motor durch die verzweigten Wasserstraßen und erschrecken dabei Anwohner und Fische gleichermaßen.

Abstecher ins Landesinnere
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Ein Abstecher ins Landesinnere der Hauptinsel sollte im Urlaubsplan nicht fehlen. Man kann per Mietwagen entweder auf eigene Faust starten oder einen Ausflug in einem Reisebüro vor Ort buchen. Die Landschaft ist abwechslungsreich: von Zuckerrohrplantagen über Regenwald bis zum Gebirge. Fidschis höchster Berg, der Mount Victoria, ist vulkanischen Ursprungs und immerhin 1 323 Meter hoch.

Im Inneren der Insel finden sich auch die für Fidschi typischen Dörfer mit den traditionellen Bures. So heißen die hübschen strohgedeckten Häuser, die leider immer mehr von Wellblechhütten verdrängt werden. In einem solchen Dorf kann man den "Way of Live" der Insulaner am besten kennenlernen.

Kawa-Zeremonien und Kannibalismus

Das geht nicht ohne eine landestypische Kawa-Zeremonie, für die die Einheimischen alles stehen und liegen lassen: Man sitzt im Schneidersitz rund um den Chief, den Dorfältesten, der in einer großen Holzschale aus Wasser und dem Pulver der Kawawurzel das Nationalgetränk Yaqona zubereitet.

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Es sieht aus wie Schlamm und schmeckt auch so für ungeübte Gaumen. Es enthält keinen Alkohol und hat eine bei Fidschianern hochgeschätzte narkotisierende Wirkung. Hohe Gäste bekommen immer eine Schale angeboten, und es wäre unhöflich, sie abzulehnen. Bevor man sie entgegennimmt, klatscht man einmal in die Hand, leert das Gefäß und bedankt sich mit dreifachem Klatschen.

Eine andere Tradition gibt es auf den 1774 von James Cook entdeckten Fidschi-Inseln zum Glück nicht mehr: den Kannibalismus. In den Souvenirgeschäften werden aber hübsch geschnitzte Holzgabeln mit vier Zinken gehandelt, die die Fidschianer früher zum Verzehr von Menschenfleisch benutzten. Der Höhepunkt der Küche Fidschis heißt Lovo, ein Festmahl, das im Erdofen gegart wird. Es besteht aus Gemüse, Fisch und Fleisch und wird in Bananenblättern serviert.

Preiswert schlemmen

In nahezu jeder Stadt gibt es indische Restaurants, die preiswerte Currys auftischen. An der großen Zahl indischer Gaststätten sind die britischen Kolonialherren schuld. Sie verfrachteten im vergangenen Jahrhundert massenweise Inder auf die Fidschi-Inseln, die als Landarbeiter auf den Zuckerrohrplantagen arbeiten sollten. Heute machen die Inder fast die Hälfte der Bevölkerung aus. Das Zusammenleben zwischen den Volksgruppen ist nicht frei von Spannungen, gleichwohl haben sich die Zuwanderer inzwischen gut integriert. Was man schon daran erkennt, daß sie dem Nationalgetränk Yaqona ebenso zusprechen wie die Ureinwohner.

Insel der verlorenen Zeit

Derzeit versucht Fidschi, mehr Urlauber für die zweitgrößte Insel Vanua Levu zu begeistern. Auf dem verschlafenen Eiland scheint die Zeit stehengebleiben zu sein. Wer die wahre "Fiji time" kennenlernen will, ein Leben ohne Uhr und Streß, für den ist Vanua Levu das Richtige. Doch mit der Beschaulichkeit könnte es bald vorbei sein.

Der Ostzipfel der Insel ist neben Kamtschatka in Sibirien die einzige Landmasse auf der Welt, durch die der 180. Längengrad verläuft - die internationale Datumsgrenze. De facto hat Fidschi diese Datumsgrenze zwar etwas verschoben, damit das kleine Land nicht in zwei Zeitzonen liegt und mit dem Kuriosum fertig werden muß, daß es in der einen Landeshälfte Montag ist, in der anderen noch Sonntag.

Zuerst ins neue Jahrtausend
INFORMATIONEN

Fiji Visitors Bureau, GPO Box 92, Suva, Fiji Islands, Fax von Deutschland: 00679/30 09 70 oder im Internet.

 

Dieser Pragmatismus hindert die Behörden allerdings nicht daran, Fidschi als den Ort der Welt anzupreisen, an dem das kommende Jahrtausend zuerst beginnt. Vom 28. Dezember 1999 bis zum 02. Januar 2000 wird es deshalb im Osten des Eilands eine Riesenparty geben, mit 200 Künstlern aus 30 Ländern. Außerdem wird hier ein Park mit einer rund einen Kilometer langen "Meridian Wall" angelegt: Inmitten eines zwei Meter tiefen Grabens verläuft der 180. Längengrad, und wer will, kann hier sozusagen mit einem Schritt den Tag wechseln.

Unverzichtbare Reiseliteratur

Zur Einstimmung auf Fidschi empfehlen sich zwei Bücher: Das "Reisehandbuch Südsee" von Marianne und Ulrich Weissbach (Pacifica Verlag, München 1997, 48 Mark) ist prall gefüllt mit praktischen Tips. Der Reiseführer beschreibt übersichtlich die Südseeinseln mit Schwerpunkt Fidschi.

Auf ganz andere Art erschließen die "Pazifischen Passagen" von Hans-Christof Wächter den Südpazifik (Picus Verlag, Wien 1998, 26 Mark). Auf den Spuren von Seefahrern und Seeräubern nähert er sich behutsam in Reportagen den einzelnen Inseln, ihren Mythen und Bewohnern. Dem Leser eröffnet sich so, jenseits der heilen Welt der Hochglanzprospekte, ein Einblick in den nicht immer leichten Alltag der Menschen im vermeintlichen Paradies.

Sönke Krüger, gms
Last edited: tea 03.12.2004 16:07