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Helsinki im Winter:

Die zweite Heimat des Weihnachtmannes

Helsinki

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Helsinki - Aufgeregtes Kreischen hallt durch den Hauptbahnhof von Helsinki. Tausende von Kindern haben sich hier versammelt. Doch es ist kein Teenie-Star, der die kleinen Finnen in Verzücken versetzt. Sie warten auf den "Joulupukin", wie der Weihnachtsmann in Finnland heißt.

Jedes Jahr Ende November verlässt er das "Weihnachtsmanndorf" Korvatunturi in der Nähe des Polarkreises, um per Sonderzug nach Helsinki zu reisen - und damit offiziell den Beginn der Weihnachtszeit einzuläuten. Gefeiert wird allerdings schon lange vorher: "Pikkujoulu" - kleine Weihnachten - heißen die Zusammenkünfte, die im Kollegen- und Freundeskreis ab Anfang November mit viel Essen und Alkohol gefeiert werden. In diesem Jahr dürften manche Feiern etwas kleiner ausfallen als sonst - der Bombenanschlag auf ein Einkaufszentrum nahe Helsinki mit sieben Toten am 11. Oktober hat im Lande die sonst so fröhliche Stimmung erheblich gedrückt.

Am Hauptbahnhof rollt um Punkt 12.15 Uhr der von einer Dampflok gezogene Sonderzug des Weihnachtsmannes ein. Als erstes steigen die Weihnachtswichtel aus und kündigen mit lauten Trommelwirbeln die wichtigste Person des Tages an. Als der Weihnachtsmann schließlich aus dem Zug steigt, wird der Lärm fast Ohren betäubend.

Der Weihnachtsmann setzt in Kutsche die Reise fort

Der weißbärtige "Joulupukin" bleibt zunächst gelassen, schüttelt zahllose Hände, tätschelt Kinderköpfe. Doch plötzlich verlässt er im Laufschritt die Bahnhofshalle. Damit sein vollgepacktes Tagesprogramm nicht völlig durcheinander gerät, darf er jetzt keine Zeit verlieren. Die Reise wird in der Kutsche fortgesetzt, begleitet von Dutzenden von rotbemützten Wichteln, fantasievoll verkleideten Schneehasen und -flocken, der eisig-schönen Schneekönigin und natürlich von Rentieren. Überall an der Strecke stehen Menschen und winken.

Am Kolmensepänaukio, dem "Platz der drei Schmiede", drückt der Weihnachtsmann gemeinsam mit der Bürgermeisterin auf den Knopf für die Weihnachtsbeleuchtung. Nun erstrahlt das im Winter ansonsten weitgehend im Dämmerlicht liegende Helsinki in feierlichem Glanz. Lichterketten spiegeln sich in den Schaufenstern der Kaufhäuser, als die Weihnachtsmann-Truppe den Weg Richtung Senatsplatz fortsetzt.

Tiefer Schnee schluckt den Lärm auf

Die überall in der Fußgängerzone aus großen Lautsprechern schallende Weihnachtsmusik ist im historischen Zentrum von Helsinki nur noch leise zu hören. Wie eine dicke Daunendecke schluckt der tiefe Schnee auf dem Senatsplatz allen Lärm. Auf der breiten Treppe zum Dom ist nur ein schmaler Pfad freigeräumt, der den Aufstieg zur rutschigen Kletterpartie werden lässt.

Vom Dom aus fällt der Blick über die klassizistischen Gebäude hinüber in Richtung Hafen. Dort heben sich die Kuppeln der russisch-orthodoxen Uspenski-Kathedrale golden schimmernd gegen den fahlen Winterhimmel ab. Vor der Kathedrale erstreckt sich direkt neben dem Hafenbecken der Marktplatz, "Kauppatori" genannt. Während in der Markthalle, der "Kauppahalli", in erster Linie kulinarische Spezialitäten wie Rentierschinken verkauft werden, bieten die Händler im Freien vor allem Souvenirs an. Gehandelt werden kann hier zum Beispiel um dicke Fellhandschuhe oder bunte Strickmützen.

Mit "Glögg" gegen die Kälte

Der Weihnachtsmann ist mit seinem Tross inzwischen dort angelangt, wo Helsinki am prächtigsten ist: "Esplanadi" heißt die Edelmeile der finnischen Hauptstadt. Um den schmalen Park in der Mitte des Boulevards rauscht normalerweise der Verkehr, heute jedoch bremsen der Weihnachtsmann sowie Schnee und Eis die Autofahrer aus. Fußgänger können entlang der "Esplanadi" selbst im tiefsten Winter gemütlich bummeln - dank der Heizung unter den Gehsteigen vor den Nobelgeschäften.

INFO-KASTEN: Helsinki

Finnische Zentrale für Tourismus, Lessingstraße 5, 60325 Frankfurt (Tel.: 069/719 19 80, Fax: 069/724 17 25)
E-Mail: finnland.info@mek.fi
Internet: http://www.finland-tourism.com/de

In den weniger exklusiven Einkaufstraßen wird dagegen oft mit "Glögg" gegen die Kälte angegangen. Aus dampfenden großen Kesseln wird der Glühwein überall in der Stadt verkauft, so auch in der parallel zur Esplanadi verlaufenden Aleksanterinkatu, der Haupt-Fußgängerzone Helsinkis. Vom Kaufhaus Stockmanns, dem größten Kaufhaus Skandinaviens, bis zum Senatsplatz reiht sich ein Geschäft an das andere. Gegenüber des Doms findet sich dort der Kisselef-Basar - eine Ansammlung verschiedener kleiner Läden unter einem Dach. Vor Weihnachten türmt sich hier Weihnachtsdekoration aller Art, vom Strohstern bis zu Engelsfiguren, von Christbaumkugeln bis zu Adventskalendern.

Abenddämmerung setzt ein - gegen 16.00 Uhr ist es dunkel

Am frühen Nachmittag setzt bereits die Abenddämmerung ein - gegen 16.00 Uhr ist es dunkel. Riesige, im tiefen Schnee versenkte Teelichter tauchen den Esplanadi-Park in ein fremdartiges Licht. In den Schneekristallen bricht sich der Kerzenschein so, dass sie wie kleine Sterne funkeln. Vom Meer her treibt der Wind schon wieder neue Schneeflocken heran. Spätestens in diesem Moment ist klar: Der Weihnachtsmann ist vielleicht am Polarkreis zu Hause, seinen Zweitwohnsitz hat er aber ganz bestimmt in Helsinki.

Sandra Hoffmann, dpa

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