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Die Pferde der Marquise:

In Pompadour haben Angloaraber das Sagen

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Die Antwort Frankreichs auf die Vollblutzucht: Napoleon Bonapare persönlich gab den Auftrag zur Zucht der Angloaraber in Arnac-Pompadour, die allerdings erst 1843 gelang

Arnac-Pompadour - Die Einheimischen sind sich sicher: Im Limousin wurden schon immer Pferde gezüchtet. Der Legende nach brachten Kreuzritter die ersten Araber aus dem Morgenland mit. Nach der Freilassung der edlen Vollblüter nahm dann die natürliche Zucht ihren Lauf - sogar die Besitzer von Zuggäulen weisen im Limousin noch heute gerne auf den arabischen Edelbluteinschlag ihrer Tiere hin.

In der Region in Südfrankreich, die im Westen an Aquitanien und das Poitou grenzt, verdrängen die Pferde mitunter sogar die Rinder von den Weiden - die doch das eigentliche Wahrzeichen dieser Gegend sind. Das Herz der Pferdezucht im Limousin schlägt in Arnac-Pompadour, wo das zweitgrößte Nationalgestüt Frankreichs beheimatet ist. Pferde, Kutschen und Rennbahnen prägen das Bild des Ortes, der gerade einmal 1400 Einwohner zählt. Wer durch das Hinterland des Departements Corrèze den Weg hierher findet, kann eine abgeschiedene Provinzruhe erleben - aber ebenso eine sehr kosmopolitische Geschäftigkeit.

Im Sommer gibt es fast täglich Pferdeschauen und Rennen

Direkt gegenüber dem Hippodrom erhebt sich das Schloss Pompadour über dem Städtchen mit seinen Sternehotels und Nobelrestaurants. Die sind zur Turnier- und Reitsaison von Mai bis Ende September meist ausgebucht. Wenn Züchter, Jockeys und Pferde-Fans hier einfallen, wächst Arnac-Pompadour regelmäßig um ein Vielfaches über sich hinaus. Fast täglich werden Pferdeschauen, Rennen und Turniere ausgetragen. Pompadour teilt dabei das Schicksal der Badeorte an der C&ocicrc;te d'Azur und am Atlantik: Außerhalb der Saison liegt es im Dornröschenschlaf.

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Das Schloss Pompadour bildet im Sommer die Kulisse für unzählige Pferderennen und -turniere in Arnac-Pompadour

Dem alten Adelssitz Pompadour verdankt die berühmte Favoritin von Ludwig XV. ihren Namen: Als der König Jeanne Antoinette Poisson 1745 zur offiziellen Maitresse erhob, löste das am Hof einen Sturm der Entrüstung aus. Noch nie hatte eine Bürgerliche diese Gunst genossen. Der Adel wehrte sich gegen die Unterwanderung. Um die Geliebte halten zu können, musste ein Titel für sie her. Das Geschlecht der Pompadour war gerade ausgestorben, also übertrug der König seiner Favoritin kurzerhand das Schloss, die Ländereien und den Titel der Marquise.

Napoleon gab den Zuchtbefehl

Die so Geadelte hat den Ort ihres ruhmvollen Namens nie betreten. Trotzdem schmücken sich die Menschen hier gern mit ihr, denn die Marquise war es, die das Gestüt gründete. Große Zuchterfolge stellten sich jedoch erst ein, als Pompadour von Napoleon zum Nationalgestüt (Haras national) erhoben wurde. Napoleon befahl, eine Pferderasse zu entwickeln, die auf Feldzügen ausdauernd und robust sowie auf dem Schlachtfeld wendig und schnell sein sollte. Die Engländer verfügten zu dieser Zeit mit ihrem Vollblut bereits über ein solches Pferd.

Napoleon sollte den Erfolg der züchterischen Bemühungen nicht mehr erleben. Stattdessen erlitt er bei Waterloo unter anderem deswegen eine Niederlage, weil die Engländer die bessere Kavallerie besaßen. Erst 1843 gelang dem Direktor der Gestütsverwaltung, Eugéne Gayot, das, was Pompadour unter Pferdekennern über Nacht berühmt machte: die Geburt einer neuen Warmblutrasse - des Angloarabers.

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