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Arcachon und seine Austern:

Meeresfrüchte an der Superdüne

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FRANKREICH

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  • Wer den beschwerlichen Gang auf die Dune de Pilat auf sich nimmt, wird mit einem schönen Blick über das Becken von Arcachon belohnt. Mit 114 Metern Höhe und drei Kilometern Länge gilt die Erhebung an der französischen Atlantikküste als Europas größte Düne.

    Sie liegt am Eingang der Bucht von Arcachon gegenüber von Cap Ferret. Von ihrem Kamm aus schweift der Blick landeinwärts auf die sich weithin ausdehnenden Kiefernwälder der Region Les Landes südlich von Bordeaux. Und seewärts ist die Sandbank von Arguin zu sehen.

    Spaziergänge ohne Zugluft in den Straßen von Ville d´hiver

    Arcachon hat jedoch nicht nur die Superdüne zu bieten. So lohnt sich etwa ein Abstecher in die "Ville d'hiver", die so genannte Winterstadt von Arcachon. Gegründet wurde das mondäne Viertel 1857. Um reichen Städtern während ihrer Sommerfrische Spaziergänge ohne Zugluft zu ermöglichen, wurden die Straßen hier besonders kurvenreich angelegt, damit der Wind sich frühzeitig brechen kann. Arcachon besitzt außerdem eine Sommer- und eine Herbststadt. Dort wirken die Villen kaum weniger prächtig, nur die Straßen sind etwas gradliniger.

    Am bekanntesten aber ist Arcachon für die Austernzucht, die hier etwa seit dem Jahr 1860 betrieben wird. Die Bucht bietet den Züchtern ideale Voraussetzungen: Bei Flut überschwemmt das Wasser eine Fläche von rund 15 000 Hektar, bei Ebbe dagegen schrumpft die Oberfläche auf ein Drittel davon zusammen. Das vergleichsweise flache Gewässer bringt außerdem den Vorteil, dass hier keine großen Schiffe, sondern lediglich Yachten und die flache Boote der Austernzüchter fahren.

    Alles über Austern im Museum von Larros

    INFO-KASTEN: Arcachon

    Französisches Fremdenverkehrsamt, Westendstraße 47, 60325 Frankfurt, Tel.: 0190/57 00 25, Fax: 0190/59 90 61

    Alles über Austern erfahren Besucher im "Maison de l'Huitre", dem Haus der Austern im Hafen von Larros. Zum Beispiel lernt der Zuhörer während der Führung durch das Museum, dass die im Becken von Arcachon gezüchteten Austern mit dem wissenschaftlichen Namen Cassotrea gigas ursprünglich aus Japan stammen. Die japanische Auster ist größer und besitzt mehr Fleisch als die zuvor gezüchtete portugiesische Auster.

    Larros ist ein typischer Hafen für Austernfischer: Hufeisenförmig um ein Becken mit direkten Zugang zur Bucht ducken sich windschiefe Holzhütten. Generationen von Austernfischern lagerten in solchen Kabinen bereits ihr Material: Drahtmatten, auf denen sich die großen Tiere zu Hunderten sammeln, sowie die "Blanchir" - weiße Dachziegel, an denen die Jungtiere haften. Jeden Tag werden im Hafen einige frische Exemplare direkt an kleinen Ständen verkauft und werden Besucher zur Verköstigung geladen: Zwölf Austern, Brot, Butter und ein Glas Wein sind hier für umgerechnet knapp 14 Mark zu haben.

    Frische Fische im Hafen von Arcachon

    Wer neugierig ist und freundlich bleibt, darf hinter die Kulissen der Zucht schauen: Zum Beispiel in die Hütte eines Bootliebhabers, der gerade eine alte Pinasse - so heißen die traditionellen Austernfischerboote - restauriert. In Port de Larros findet sich zudem die Werft Jean-Piere Dubourdieu, die neue Pinassen anfertigt.

    Frischen Fisch gibt es im Fischereihafen von Arcachon: An den 280 Meter langen Kais werden täglich Scholle, Steinbutt, Glattbutt sowie Wolfsbarsch, Goldbrasse und Seehecht angelandet. Jährlich sind es rund 2000 Tonnen. Davon landet so manches Exemplar frisch auf dem Tisch in den Restaurants entlang der Uferpromenade von Arcachon.

    Sven Appel, gms - Fotos: gms

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