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Die Côte d'Azur

Auf den Spuren von Matisse, Renoir und Picasso

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Côte d'Azur in Bildern

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  • Des milden Klimas wegen zog der Maler Pierre Auguste Renoir mit seiner Familie in den Süden Frankreichs an die Côte d'Azur. 1903 ließ er sich zwischen Nizza und Antibes in Cagnes-sur-Mer nieder und erwarb später das Grundstück "Domaine des Collettes".

    Heute ist das ehemalige Haus der Familie ein Museum und eine der zahlreichen Stätten, die Kunstinteressierten einen Einblick in Alltag und Werk berühmter Maler ermöglichen, die an der Côte d'Azur Sammlung und Inspiration fanden.

    Späte, aber lebenslange Geliebte

    In Renoirs Anwesen zieht es viele Besucher in den friedlichen Garten hinaus. Tausend Jahre alte Olivenbäume sorgen dort für Schatten, das Knirschen der Schuhe auf den Kieswegen und das dezente Zwitschern der Vögel sind der einzige Lärm. Vereinzelt stehen Hobbymaler mit ihren Staffeleien im Grünen.

    Renoir war nicht der einzige Maler, der in der Côte d'Azur eine späte, aber lebenslange Geliebte fand. Auch Henri Matisse zog es aus gesundheitlichen Gründen 1917 dorthin. Seine chronische Bronchitis brachte ihn dazu, nach Nizza überzusiedeln. Das Hotel "Beau Rivage" in Nizza, wo Matisse in einem kleinen Raum mit Blick aufs Meer lebte, darf bei einem Rundgang auf den Spuren des Malers nicht fehlen.

    Matisse zwischen Blumenhändlern und Marktleuten

    INFO-KASTEN: Côte d'Azur

    Maison de la France, Westendstraße 47, 60325 Frankfurt, Tel: 0190/57 00 25, Fax: 0190/59 90 61,
    Internet: www.franceguide.com

    Nicht weit vom "Beau Rivage", in der Altstadt Nizzas, liegt der Cours Saleya, wo sich nicht nur Restaurant an Restaurant reiht, sondern auch Blumenhändler und Marktleute ihre Stände aufstellen. Die quirlige Atmosphäre der Cours Saleya hatte es wohl auch Matisse angetan, der sich später hier am Place Charles Félix in einem Appartement einmietete.

    Ganz in der Nähe befindet sich das Atelier in der Rue Désiré Niel, in dem er seine großformatigen, ornamentalen Tanz-Bilder anfertigte. Heute ist dort das Atelier Soardi untergebracht, das halb- und ganztägige Rundgänge auf den Spuren von Matisse anbietet.

    Eine Kapelle, so fröhlich wie ein Ballsaal

    Auf dem Programm steht selbstverständlich auch ein Besuch des beeindruckenden Matisse-Museum im Park des Arènes. Das Museum stellt nicht nur Bilder, Skizzen und Skulpturen des Künstlers aus, sondern beherbergt auch viele private Gegenstände, die Matisse der Stadt schenkte. Ein Teil des Museums zeigt Entwürfe für das außergewöhnlichste Werk, das Matisse der Côte d'Azur hinterlassen hat: den Sakralbau "Chapelle du Rosaire".

    Die Hauskapelle eines Dominikanerklosters ist die Hauptattraktion des hübschen Städtchens Vence nordwestlich von Nizza. Der Schriftsteller Louis Aragon sprach von einer Kapelle, die so fröhlich sei, dass man einen Ballsaal daraus machen könnte. Das ist vielleicht etwas übertrieben, doch in der Tat besticht die kleine Kapelle schon allein durch das abwechslungsreiche Lichtspiel, das die blau, gelb und grün gefärbten hohen Fenster ermöglichen.

    Von Picasso für verrückt erklärt

    Doch Matisse ist für die Kapelle nicht nur gerühmt worden. Sein Kollege Pablo Picasso erklärte ihn damals für verrückt. Dabei hatte Picasso sich ungefähr zur selben Zeit entschlossen, das Gewölbe einer Kapelle in Vallauris zu gestalten. Als Friedenstempel wollte Picasso den Raum mit dem 125 Quadratmeter großen Wandgemälde verstanden wissen. In Vallauris, zwischen Antibes und Cannes gelegen, hat Picasso einige Jahre gelebt und die Töpferkunst für sich entdeckt und weiterentwickelt. Auf dem Marktplatz des etwa 25 000 Einwohner zählenden Ortes findet sich eine Skulptur, die Picasso den Einheimischen schenkte.

    Wie Renoir und Matisse hat auch Picasso sein Lebensende an der Côte d'Azur verbracht. Die letzten Jahre wohnte er in dem verwinkelten Bergdorf Mougins, nordwestlich von Vallauris, wo es heute in einem kleinen Museum der Fotografie eine sehenswerte Dauerausstellung mit vielen Portraits und Schnappschüssen Picassos zu sehen gibt.

    Kunstvolle Skulpturen vor malerischer Natur-Kulisse

    Wer sich an der Côte d'Azur auf die Spuren Picassos begibt, darf Antibes nicht auslassen, und auch diejenigen, die sich nicht um Kunst scheren, tun gut daran, der charmanten Stadt einen Besuch abzustatten. In der Nachsaison gibt sich Antibes ein wenig erschöpft vom heißen Sommer, aber umso entspannter: Am Strand "Plage de la Gravette" tummeln sich nur wenige Einheimische, die hier ihren Feierabend verbringen.

    Das bemerkenswert liebevoll gestaltete Picasso-Museum liegt im ehemaligen Grimaldi-Schloss, oberhalb des Marktes. Wer nicht zur Hauptsaison im Sommer kommt, kann sich dort in Ruhe umschauen. Zu entdecken gibt es nicht nur Werke von Picasso und anderen Künstler, sondern auf der von Skulpturen flankierten Terrasse auch einen spektakulären Blick auf das azurblau wogende Meer.

    Shirin Sojitrawalla, gms - Fotos: gms

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