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Göteborg:

Verkannte Schönheit am Eingang des Kattegat

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GÖTEBORG

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  • Göteborg - "Eigentlich hätten wir allen Grund, eingeschnappt zu sein." Annas Augen funkeln, eher schelmisch als beleidigt. "Sind wir aber nicht." Anna ist eine Schwedin wie aus dem Bilderbuch: blond, blauäugig, schlank. Und sie stammt aus Göteborg.

    Wie viele ihrer Mitbürger ist sie der Meinung, dass ihre Heimatstadt nicht ganz die Anerkennung erfährt, die sie verdient hätte: "Alle reden von Stockholm. Uns vergessen die Urlauber mal wieder." Tatsächlich tut man der Metropole an Schwedens Westküste nicht nur wegen Anna und ihresgleichen schwer Unrecht, wenn man es links liegen lässt. "Jöteborje" will zwar erst einmal erobert sein, doch wer den Weg in sein Herz gefunden hat, den treibt so schnell nichts wieder hinaus.

    Von wegen industrielles Grau - die größte Hafenstadt Schwedens ist wirklich grün. Baumbestandene Straßenzüge und hübsche Parkanlagen durchweben das Stadtbild mit Natur. In Göteborg verschmilzt zudem die Betriebsamkeit skandinavischer Rationalität mit beinahe südländischem Laissez-faire zu weltoffener Gelassenheit.

    Von Kanälen durchzogenes Häusermeer

    Das muss am Wasser liegen. Nicht nur, dass der Stadtkern sich an das Südufer des mächtigen Göta-Älvs lehnt - Kanäle durchziehen Adern gleich das Häusermeer und tauchen dabei unter 20 Brücken hindurch. Vielleicht zeigt Göteborg sich hier von seiner schönsten Seite. Zu verdanken haben die Schweden ihre Grachten übrigens den Holländern: Als Gustav II. Adolf im Jahr 1619 hier eine Festungsstadt gründete, siedelte er vor allem Niederländer an.

    Der Gründer selbst blickt seit 1854 von einem Sockel auf dem Gustav-Adolfs-Torg direkt am Hamnkanalen auf seine Schöpfung herab. Er kann stolz sein auf sein Werk. Angesichts einer nicht einmal 400-jährigen Geschichte hat diese Stadt erstaunlich viel erreicht. Dafür steht auch das wuchtige Gebäude der Ostindien-Kompanie von 1760, mit einer Prachtfassade aus gelbem Ziegel und Kalksteinzierrat. Heute beherbergt der Häuserkomplex das Stadtmuseum, in dem stets die See eine Rolle spielt.

    Wer zunächst im Herzen der Stadt bleibt, besucht gleich hinter dem Ostindienhaus das "Kronhuset", Göteborgs ältestes profanes Bauwerk aus dem Jahr 1655. In entgegengesetzter Richtung liegt südlich des Hamnkanalen die Domkirche, die in ihrer heutigen Form erst 1815 nach einem verheerenden Brand entstand.

    Gebündelte Geschichte und trubeliges Stadtleben

    Während die Altstadt Geschichte wie in einem Kaleidoskop bündelt, schlägt das moderne Herz auf der im Volksmund einfach "Avenyn" genannten Prachtstraße der Stadt, die offiziell den Namen Kungsportsavenyn trägt. Sie zieht sich vom gleichnamigen Platz mit dem Reiterdenkmal Karl IX. in südöstlicher Richtung: Eine trubelige Aneinanderreihung von Kaufhäusern, Geschäften, Restaurants, Bars und Cafés, die erst auf dem Götaplatsen endet.

    An Museen herrscht wahrlich kein Mangel, der Bogen ist weit gespannt: Im "Konstmuseum" hängen Bilder skandinavischer und europäischer Maler vom 16. Jahrhundert bis zur Moderne an der Wand. Einen Steinwurf entfernt liegt das Hasselblad-Center, in dem man nicht nur in die Geheimnisse dieser Wunderwerke des Kamerabaus eingeweiht wird, sondern auch wechselnde fotografische Ausstellungen zu sehen bekommt.

    Lauschige Seeufer im Natur-, Achterbahnen im Vergnügungspark

    INFO-KASTEN: Göteborg

    Schweden-Werbung für Reisen und Touristik, Lilienstraße 19, 20095 Hamburg (Tel.: 040/32 55 13 55, Fax: 040/35 55 13 33,
    Internet: www.schweden-urlaub.de

    Auch die lang gezogenen Kaianlagen des Göta-Älv gilt es abzugrasen: Ganz im Westen gibt das Seefahrtsmuseum einen Überblick über 400 Jahre Seefahrt. Es zeigt eine liebevoll zusammengestellte Sammlung von etwa 40 Gallionsfiguren aus dem 17. und 18. Jahrhundert und ein Aquarium, in dem sich Boas, Pytons und Alligatoren tummeln.

    Im Südwesten des historischen Stadtkerns findet sich der "Slottsskogen": Schattige Pfade führen durch Eichen- und Nadelwälder, an lauschigen Seeufern entlang und hinauf zu buckeligen Felskuppen. Zu dieser Kulisse passt das Naturhistorische Museum: In Sälen mit hohen Kasettendecken begegnet man unter anderem einem präparierten Elefanten und einem 16,5 Meter langen Wal.

    Ein ganzes Stück weiter im Osten geht es lustiger zu. Der Liseberg beheimatet den größten Vergnügungspark des Nordens, mit Achterbahn, Spukhotel, Riesenrad und einem 60 Meter hohen Turm, auf den man sich in zwei Sekunden hinauf katapultieren lässt.

    Kulinarische Vielfalt: libanesisch, indisch, chinesisch oder afrikanisch

    Gut schlemmen lässt sich etwa auf der Avenyn und erst recht in einer der Langgatan genannten Straßen, die vom alten Stadtkern in Richtung Westen abzweigen. Hier kann man libanesisch, indisch, chinesisch oder afrikanisch essen, Pizzen und Burger gibt es auch. Diese kulinarische Vielfalt hat Göteborg bei Anna und ihren Freunden den Beinamen Klein-London eingebracht. Spätestens in den engen, mit Kopfstein gepflasterten Gassen des alten Haga-Viertels mit seinen winzigen, gemütlichen Cafes kann man London aber getrost vergessen: So große Zimtschnecken wie hier gibt es auf der ganzen Welt nicht.

    Matthias Huthmacher, gms

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