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Auf den Spuren der Auswanderer im Hamburger Hafen

Das Tor zur Welt

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Hamburger Hafen vor 100 Jahren und heute: Die letzten Meter auf deutschem Boden - insgesamt wanderten fünf Millionen Menschen über den Hamburger Hafen nach Amerika aus. Heute: Die meisten Touristen zieht es zunächst zu den Landungsbrücken nahe des alten Elbtunnels im Stadtteil St. Pauli.

Hamburg - Immer wenn Elizabeth Sroka ihre Arbeit macht, stößt sie ein Tor in die Vergangenheit auf. Sie beantwortet Fragen von Menschen nach der Herkunft ihrer Vorfahren, denn Elizabeth Sroka ist Herrin über Schiffs-Passagierlisten im Historic Emigration Office (HEO) in Hamburg.

In den in Leder gefassten Bänden stehen die Namen europäischer Auswanderer, die den Kontinent über den Hamburger Hafen von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verlassen haben. Heute können sich auch Touristen auf ihre Spuren begeben.

Um das Jahr 1900 herum war Hamburg die wichtigste Auswandererstadt Europas - ein Tor zur Welt für Menschen, die ihre Heimat um einer besseren Zukunft Willen verließen. Rund fünf Millionen Menschen sind zwischen 1836 und 1914 im Hamburger Hafen an Bord eines Schiffes gegangen, vorwiegend mit dem Ziel Nordamerika. Nach der gescheiterten Revolution 1848 waren es vor allem deutsche Demokraten. Später, von 1870 an, befanden sich unter den Auswanderern zunehmend mehr Handwerker, die Deutschland den Rücken kehrten. Die Zahl jüdischer Emigranten aus Osteuropa stieg nach 1881 nach Pogromen in Russland.

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Der erste Schritt in Richtung Neue Welt: Nach der Ankunft in Hamburg wurden als erstes die Namen der Auswanderer registriert - hier ein Bild aus dem Jahr 1905.

Hamburg - eine Zwischenstation

Über viele Jahre diente Hamburg als sichere Zwischenstation für die flüchtenden Juden aus Russland, Rumänien und Galizien. Für die oft bedürftigen Auswanderer wurden Hilfsorganisationen gegründet. Der Hamburger Daniel Wormser zum Beispiel, Lehrer der Talmud-Tora-Realschule, die in der Straße Am Grindelberg steht, rief den "Israelitischen Unterstützungsverein für Obdachlose" ins Leben.

Vom Strom der Auswanderer profitierte Hamburg auch wirtschaftlich, zum Beispiel durch die Vermietung von Schlafstätten. Für Unterkunft und Verpflegung kamen die Reedereien beziehungsweise die Auswanderer selbst auf, fielen den Staatskassen also nicht zur Last. Von den so genannten Auswanderer-Logierhäusern steht heute jedoch keines mehr.

In den "Auswandererbaracken" brach Cholera aus

Außer diesen Häusern wurden am Amerika-Kai im Hafen im Jahre 1892 "Auswandererbaracken" von der Hamburg-Amerika-Linie errichtet. In zehn Schlafsälen waren hier bis zu 1400 Menschen untergebracht. Es verwundert nicht, dass es hier während der Cholera-Epidemie 1892 viele Opfer gab. Russische Emigranten sollen den Erreger mitgebracht haben. Um solche Vorfälle zu vermeiden, wurden später bereits an den deutschen Ostgrenzen ärztliche Untersuchungen vorgenommen.

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