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175 Jahre Seebad Helgoland

Vom Fischerdorf zum Ferienfelsen

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"Grün ist das Land, Rot ist die Kant, Weiß ist der Sand, das sind die Farben von Helgoland" - dass dieser oft zitierte Spruch stimmt, lässt sich aus der Luft am besten überprüfen.

"Rüm hart, kloar kimmen" steht im Wappen von Helgoland. Übersetzt bedeutet der friesische Wahlspruch "Großes Herz, klarer Horizont". Treffend beschreibt er die Insulaner und ihre Heimat.

Denn die einzige deutsche Hochseeinsel ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde. Rund 70 Kilometer vom Festland entfernt, ragt der rote Buntsandsteinfelsen steil aus der Nordsee. In diesem Jahr wird auf Helgoland kräftig gefeiert, denn vor 175 Jahren kamen die ersten Badegäste - weil ein Bootsbauer eine pfiffige Idee hatte.

Jacob Andresen Siemens hieß der Mann, der im 19. Jahrhundert den Grundstein für das moderne Helgoland legte. Dank seiner Weitsicht wurde aus der Fischerinsel ein See- und Heilbad, das sich langsam zum beliebten Treffpunkt von Adel und Gesellschaft entwickelte. "Dabei waren die Insulaner am Anfang von Siemens' Idee gar nicht so überzeugt", erzählt Martin Linne, Tourismusmanager der Helgoländer Kurverwaltung. "Die haben sich natürlich gefragt, wer freiwillig Geld dafür bezahlen würde, sich in der Nordsee kalte Füße zu holen."

2 000 Stunden Sonnenschein im Jahr
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Das moderne Helgoland: Die Hummerbuden am Hafensind heute eine Flaniermeile für Bewohner und Besucher.

Dennoch gelang es dem Schiffszimmermann Siemens, genügend Mitstreiter für die Gründung des Seebades zu begeistern. Im Frühjahr 1826 kamen die ersten Erholungsuchenden, die von immerhin sechs Badekarren Gebrauch machen konnten. Ganze 100 Gäste zählten die Helgoländer im ersten Jahr, der bescheidene Anfang war gemacht.

Heute reisen per Seebäderschiff, Schnellfähre oder Flugzeug etwa 500 000 Besucher im Jahr nach Helgoland, das offiziell zum Kreis Pinneberg im Bundesland Schleswig-Holstein gehört. Während man dort an der Elbe nicht immer auf üppigen Sonnenschein zählen kann, sind die Helgoländer vom Licht verwöhnt: "Wir verzeichnen etwa 2 000 Stunden Sonnenschein im Jahr", schwärmt Martin Linne. "Das mag kaum zu glauben sein, liegt aber am nahen Golfstrom." Dieser begünstigt das ohnehin angenehme Hochseeklima mit schönen Sommern und milden Wintern. Und Badetag ist auf Helgoland eigentlich auch fast immer, dafür sorgt schon der Strand der kleinen Nachbarinsel "Düne".

Letztes deutsches Einkaufsparadies auf hoher See
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Trockenen Fußes auf die Hochseeinsel - früher wurden die Gäste des Seebades Helgoland sogar an Land getragen.

Doch viele Besucher locken nicht allein das gute Klima und die saubere Luft ins autofreie Helgoland. Die Insel gehört bislang nicht zum Zollkodex der Europäischen Union und gilt als letztes deutsches Einkaufsparadies auf hoher See. Besonders nach dem Wegfall der in Norddeutschland beliebten zollfreien "Butterfahrten" zieht es immer mehr Tagesgäste zum Shopping nach Helgoland. Tabakwaren, alkoholische Getränke, Kaffee und Parfüm in hochwertiger Qualität sind auf der Insel in überschaubaren Mengen noch immer abgabenfrei - auch das abwertende Wort vom "Fuselfelsen" machte deswegen bereits die Runde.

Vorsicht ist allerdings bei so genannten "unteilbaren" Waren geboten: Schmuck, technische Geräte oder Kleidung mit einem Wert von mehr als 350 Mark sind nicht abgabenfrei. Nähere Informationen gibt das Zollamt Helgoland unter der Telefonnummer 04725/304.

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