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Hochsavoyen - Im Schatten des Mont Blanc:

Mondäne Sommerfrische

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Hochsavoyen

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  • Wenn es deutsche Touristen überhaupt ins französische Savoyen verschlägt, dann meistens zum Wintersport. Die Skiorte Albertville oder Chamonix dürften den meisten vertrauter sein als die bedeutenden Kulturstädte und Badeorte im Schatten des Mont-Blanc-Massivs.

    Im Sommer entfaltet sich dort in den Hochtälern der Haute-Savoie, wie der nördliche Teil Savoyens heißt, ein vielfältiges Treiben, das die Franzosen seit gut 200 Jahren zu schätzen wissen.

    Spuren der Römer sind allgegenwärtig

    Seit dem frühen 19. Jahrhundert zieht es viele Städter aus dem Westen Frankreichs zur Sommerfrische an die drei großen Seen der Hochsavoyens: Genfer See, Lac d'Annecy und Lac du Bourget. In der Folge entstanden zahlreichen Kur- und Badeorte mit Grand Hotels und prächtigen Stadtvillen, die in einem seltsamen Kontrast zur rauen Welt der Berge stehen.

    Seinen Namen verdankt der Landstrich den Bergtannen und den Römern. Sie besiedelten das Gebiet als wichtige Durchgangsstation für die Eroberungskriege um Gallien und Germanien. Auf Grund der dichten Tannenwälder nannten sie die Region "Sapaudia" - nach dem lateinischen "Sappinus" für Tannenbaum. Daraus entstand im Laufe der Jahrhunderte "Savoie".

    "Venedig der Alpen"

    Spuren der antiken Siedler sind noch heute überall zu finden. Zum Kurort Aix-les-Bains etwa reisten auch schon die Römer wegen der schwefelhaltigen Thermalquellen von weit her an. Im Ortszentrum erinnern das alte römische Stadttor und ein Antikenmuseum mit zahlreichen Ausgrabungsfunden an die Gründer der Stadt.

    INFO-KASTEN: Hochsavoyen

    Reiseziel: Das Departement Haute-Savoie liegt gut 75 Kilometer östlich von Lyon und gehört zur Region Rhône-Alpes. Begrenzt wird es im Osten vom Mont-Blanc-Massiv und im Norden vom Genfer See.
    Anreise: Mit dem Flugzeug oder der Bahn bis nach Lyon, von dort aus geht es am einfachsten mit einem Mietauto weiter: Über die A43 geht es zum Lac du Bourget. Der Lac Annecy und Annecy werden über die A 41 oder N 201 erreicht, von dort geht es über Annemace weiter auf der A41 zur französischen Seite des Genfer Sees, wo sich eine Tour von Yvoire über Thonon-les-Bains mit dem Schloss Ripaille bis Evian-les-Bains lohnt.
    Währung: Ein Schweizer Franken entspricht derzeit 0,69 Euro.
    Sprache: Französisch
    Reisezeit: Wer zum Wandern und der Kultur zuliebe in die Haute-Savoie reist, sollte seine Tour zwischen Mai und Oktober planen.
    Unterkunft: Die Preise für Hotelzimmer sind sehr unterschiedlich. Die Badeorte warten ebenso mit mondänen Luxushotels auf wie mit günstigen Familienpensionen. Die Spanne reicht umgerechnet von etwa 35 Euro für ein einfaches Zimmer bis zu 1670 Euro für die "Rotonde Suite" des "Hotel Royal" in Evian.
    Informationen: Maison de la France/Französisches Fremdenverkehrsamt, Westendstraße 47, 60325 Frankfurt/Main (E-Mail: franceinfo@mdlf.de, Internet: www.franceguide.com).

    Auch Annecy, die Haupstadt des Départements, spiegelt die wechselvolle Geschichte Hochsavoyens. Am Nordende des Lac von Annecy gelegen, steht die Stadt ganz im Zeichen des Wassers. Berühmt wurde die Stadt für ihr mittelalterliches Zentrum. Annecy wurde im 13. Jahrhundert auf Pfahlbauten über den vom See abfließenden Fluss Thiou erbaut. Die eng stehenden Häuser werden von zahllosen Kanälen umspült, die Annecy den Beinamen "Venedig der Alpen" einbrachten.

    Das Gefängnis auf der Insel

    In den Sommermonaten ergießt sich eine Flut von Touristen in die Altstadt. Über Brücken, Stege und durch verwinkelte Gassen drängen sie sich bis zum hoch gelegenen Schloss, das neben dem Museum zur Stadtgeschichte auch das Bio-Observatorium über den See von Annecy beherbergt. Besonders dicht wird das Gedränge auf der Brücke gegenüber dem Palais de l'Ile. Urlaubergruppen scharen sich um die Souvenir-Maler, die gelassen das wohl meist fotografierte Motiv Frankreichs nach dem Eiffelturm abpinseln. Wie ein Keil steht das ehemalige Stadtgefängnis auf einer Kanalinsel. 1132 wurde der steinerne Bau erstmals in Dokumenten erwähnt.

    Nach Annecy kam 1568 auch der von den Calvinisten vertriebene Bischof von Genf und errichtete dort ein Bollwerk des Katholizismus. Im 16. und 17. Jahrhundert entstanden wie zum Trotz 17 Kirchen in der Altstadt. Für zwei Jahrhunderte nannte man Annecy das "Rom Savoyens", bis die französische Revolution der Religiosität ein jähes Ende setzte und viele Gotteshäuser in Textilfabriken oder Versammlungshallen umfunktionierte.

    Graumelierter Gesundheitstourismus

    Heute lebt Annecy zu einem großen Teil vom verbliebenen Flair der mondänen Belle Epoque. Klassizistische Paläste, prächtige Jugendstilvillen und luxuriöse Hotels erinnern an die Zeit, in der die Bonapartes hier kurten, Queen Viktoria einen Zwischenstopp einlegte und die Pariser Gesellschaft der Jahrhundertwende sich zur Sommerfrische eintraf. Die Zeit zwischen dem Baden vertrieb man sich damals wie heute im Kasino, Theater oder auf der Pferderennbahn. Wer sich in diesen Tagen dem Hauch verflossenen Luxus hingeben möchte, wird auf eine solch illustre Gesellschaft allerdings verzichten müssen. Es sind vor allem Ruheständler, die das Straßenbild prägen und die Nationalthermen besuchen.

    Die Alternative zum graumelierten Gesundheitstourismus findet sich etwas abseits vom Stadtkern am Ufer des Lac du Bourget. Der kleinste der drei Seen liegt tiefblau zwischen bewaldeten Steilhängen. "La Dent du Chat" - zu deutsch: der Katzenzahn - erhebt sich als höchster Gipfel auf dem gegenüber liegenden Ufer, das so gut wie nicht besiedelt ist. Zur Quelle von "Evian" weiterblättern

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