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Mythos Hollywood:

Die Filmdiva feiert ein grandioses Comeback

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Sterne für die Stars - der Walk of Fame auf dem Hollywood Boulevard ehrt verdiente Schauspieler und andere Künstler.

Los Angeles - Die alternde Diva Hollywood leistet sich ein kostspieliges Face-Lifting: Sämtliche Asphalt-Runzeln auf dem kurvigen Sunset Boulevard werden gründlich geglättet.

Ein vorsichtiges Peeling schält die handbemalten Treppenkacheln des Hollywood Roosevelt Hotels aus verfilztem Teppich - dort wo Kinderstar Shirley Temple einst das Steppen lernte. Gähnende Baulücken werden mit extravaganten Einkaufszentren plombiert. Und märchenhafte Kinopaläste wie das El Capitan überstrahlen mit einem betörenden Make up aus tausendundeiner bunten Glühbirne dunkle Schattenexistenzen von Bettlern und Straßenmädchen.

Zwei Gesichter der Traumfabrik

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Kino wie zu Opas Zeiten - der Eingang zum Pantages Theatre ist ein schönes Beispiel für amerikanisches Art Deco.

Hollywood hat zwei Gesichter. Das werden selbst verblendete Kinofreaks und hoffnungsfrohe Möchtegern-Stars schnell feststellen, die ins Zentrum der modernen Filmindustrie nach Südkalifornien pilgern. Bis auf Paramount Pictures sind alle großen Studios längst in angrenzende Stadtviertel umgezogen. Wer heute auf der Suche nach den Spuren der glorreichen Ära unsterblicher Leinwandhelden durch den berühmt-berüchtigten Ortsteil von Los Angeles schlendert, kann die abscheuliche Grimasse von Wirtschaftskrise, Erdbeben und Rassenunruhen nicht übersehen: armselige Hinterhäuser, verfallene Stundenhotels, zwielichtige Spelunken.

Eine kosmetische Finanzspritze

Doch ein dramatisches Stück Stadtgeschichte findet jetzt ein grandioses Happy End: Mehrere Milliarden US-Dollar aus privaten und öffentlichen Geldern werden zur Zeit in den Hollywood Entertainment District investiert. Dabei handelt es sich um eine kosmetische Finanzspritze mit dem Zweck, erwartungsvolle Besucherscharen nicht länger zu enttäuschen, die zur legendären Traumfabrik reisen und sich bisher in einer niederschmetternden Realität wieder fanden.

Rosenstrauß für Marilyn Monroe

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Großer Auftritt am Abend - wichtige Premieren finden in Hollywood oft im Westwood Village statt.

Mehr als 2200 Sterne aus pinkfarbenem Korallen-Terrazzo bilden die Konstellation des Walk of Fame auf dem Gehsteig des Hollywood Boulevards. Auf jedem einzelnen prangt in Messing-Buchstaben der Namen von ausgewählten Schauspielern, Musikern und anderen Größen der Unterhaltungsbranche. Gegen ein Trinkgeld vorüber eilender Passanten reibt ein Obdachloser den Gedenkstern von James Woods blank. Den von Marilyn Monroe nur wenige Schritte weiter, ziert der verschwenderisch duftende Rosenstrauß eines unbekannten Verehrers.

Viele Straßenecken wurden hier schon auf Zelluloid gebannt. Andere wurden durch Skandale berühmt, wie der "Autosex-Affäre" von Hugh Grant mit der Prostituierten Divine Brown. Aber wenn nicht gerade eine Filmpremiere im fantastischen Chinese Theater steigt, dessen Vorplatz die Hand- und Fußabdrücke von 200 namhaften Schauspielern plus Donald Duck zieren, ist es eher unwahrscheinlich, einem leibhaftigen Kinostar zu begegnen.

Star-Sightseeing-Tour zum Olymp

INFO-KASTEN: HOLLYWOOD

Los Angeles Convention & Visitors Bureau, 633 W. Fifth Street, Suite 6000, Los Angeles, CA 90071 (Tel. von Deutschland: 001/213/624 73 00, Fax: 001/213/624 97 46), Internet: lacvb.com

Als inoffizielle Star-Sightseeing-Tour gilt die Strecke von der neuen Stadtbahn-Haltestelle Hollywood/Vine zum Tower Records Rundturm über "Frederick's Lingerie" zu James Deans Lieblingsrestaurant "Musso & Frank Grill". Klettert die Film-Noblesse heutzutage von ihrem Olymp - den Hollywood Hills - herab, dann eher für eine flotte Einkaufstour ins schicke Nachbarstädtchen Beverly Hills.

Wo "Pretty Woman" ihren Spaß hatte

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Die richtige Kulisse für Promis: das Hotel Beverly Wilshire.

Mancher Designerladen auf dem kopfsteingepflasterten 2 Rodeo Drive erteilt hier nur fünf Kunden täglich eine Shopping-Audienz. Eingeschüchtert von unerreichbaren Reichtümern halten normal Sterbliche hier zusammen: Verschwörerisch zwinkert die Rezeptionistin im elitären Beverly Willshire Hotel, dem Drehort von "Pretty Woman", japanischen Touristinnen zu, die in unauffälligem Gänsemarsch Richtung Toiletten durch das Foyer marschieren. Und einer arroganten Jennifer Lopez sollen entrüstete Verkäuferinnen bei Dolce & Gabbana den frech erfragten Rabatt auf einen 40 000 US-Dollar teuren Mantel geschlossen verweigert haben.

Konsumtempel samt Filmtheater und Luxushotel

Mit der Fertigstellung des ehrgeizigen Hollywood Highland Complex bekommt das hässliche Entchen Hollywood jetzt endlich seinen eigenen Konsumtempel samt Filmtheater und Luxushotel. Von der breiten Aussichtsterrasse des Einkaufsparadieses ist der Hollywood Schriftzug zu bewundern. Dieser war ursprünglich als Werbeschild für ein Neubaugebiet namens Hollywoodland gedacht. Inzwischen ist er Wahrzeichen für den Kinomythos. In dem als monumentaler Nachbau der babylonischen Kulisse aus D.W. Griffiths Klassiker "Intolerance" aus dem Jahre 1916 geplanten Highland Complex soll am 24. März 2002 zum ersten Mal seit 1960 wieder eine Oscar-Verleihung in Hollywood stattfinden. Dann spielt die große alte Dame wieder eine Hauptrolle in ihrem eigenen Film.

Heike Schmidt, dpa

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