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Auf Safari in Indiens Nationalparks

"Habt ihr Tiger gesehen?"

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Grüne Wildnis am Fuß des Himalaya - vom Rücken eines Elefanten aus lässt sich die Tierwelt des Corbett-Nationalparks gut kennen lernen.

Neu Delhi - Die Gäste von Camp Corbett am Fuß des Himalaya stellen einander immer wieder die gleiche Frage: "Habt ihr einen Tiger gesehen?" Die Antworten beginnen ebenfalls fast immer gleich: mit "Nein, aber...". Die gestreifte Großkatze macht sich auch im Corbett-Park, dem ältesten Nationalpark Indiens, rar.

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Aber die Safaris auf dem Rücken von Elefanten, durch dichtes grünes Gebüsch und hohe dunkle Wälder, über Grassteppen und durch seichte Flüsse, sind auch ohne Begegnung mit dem "König des Dschungels" unvergesslich - wie so viele Aufenthalte in einem der indischen Nationalparks.

Auch Leslie Readwin aus Großbritannien will sich das Abenteuer nicht entgehen lassen. 80 Jahre ist sie alt, aber sie lässt keine der Attraktionen aus, die Camp Corbett, eines der komfortablen Feriendörfer rund um den Nationalpark, im Programm hat. "Bei der Dschungelwanderung heute Morgen habe ich mir ganz schön die Beine zerkratzt", erzählt sie. Aber für einen Mittagsschlaf bleibt keine Zeit, denn den Sonnenuntergang will sie auf dem Elefantenrücken im Tigerpark erleben. "Ich bin hart im Nehmen", sagt sie lachend.

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Das Taj Mahal.

Leslie Readwin wurde in Indien geboren und sucht während dieser Reise nach den Spuren ihres Lebens in dem Land, das bis 1947 eine britische Kolonie war. Im nahen Nainital hat sie als junge Frau an einer Schule unterrichtet. Dort lernte sie auch den sagenumwobenen Jäger kennen, nach dem der Nationalpark benannt ist: Jim Corbett. "Er kam an unsere Schule und hielt einen Vortrag", erinnert sie sich. Die Berge von Kumaon, heute ein Teil des gerade neu gegründeten indischen Bundesstaats Uttaranchal, waren Jim Corbetts Jagdgebiet.

Jim Corbett war ein gnadenloser Jäger

In seinem Buch "Die Menschenfresser von Kumaon" beschreibt Corbett, wie er den Tigern nachstellte, die nicht nur Hirsche und Rehe, sondern auch Menschen töteten. Corbett konnte in solchen Fällen ein gnadenloser Jäger sein, aber er liebte auch die Wildnis und ihre Tiere. Aus diesem Grund war er maßgeblich daran beteiligt, dass 1936 der Corbett-Nationalpark gegründet wurde, und er tauschte dann sein Gewehr gegen die Fotokamera. Die Touristen tun es ihm bis heute nach.

Im Reich der Tiere

"Habt ihr einen Tiger gesehen?", fragt Denys aus Kolumbien abends am Lagerfeuer in der Rundhütte des Camps. "Nein", antwortet Catherine aus der Schweiz, "aber die Chitalrehe mit den weißen Punkten und eine Herde Sambarhirsche. Sie hatten gar keine Scheu, weil wir auf dem Elefanten saßen." Auch Leoparden und Krokodile, Affen und Schakale leben im 1300 Quadratkilometer großen Corbett-Nationalpark und in seiner Umgebung - und natürlich Tiger. Wie viele von ihnen noch da sind, ob 100 oder weniger, darüber gehen die Schätzungen auseinander.

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Objekt der Begierde: Die Zahl der Tiger geht in Indien immer weiter zurück. Auch in den Nationalparks bekommen Besucher - wie hier in Ranthambore - nur selten welche zu sehen.

Der "König" steht unter Schutz

Experten gestehen ein, dass es inzwischen in ganz Indien weniger als 3000 Tiger geben dürfte, etwa die Hälfte der weltweit noch in freier Wildbahn lebenden Exemplare der Großkatze. Das "Projekt Tiger", das Indien 1973 ausgerufen hat, schützt die Tiger in mehr als 20 Nationalparks. Das hilft, ihren Untergang aufzuhalten. Ob es das stolze Raubtier vor dem Aussterben bewahren kann, ist aber fraglich.

Allein im Jahr 2000 kamen in Indien mehr als 100 Tiger ums Leben. Sie fielen Wilderern zum Opfer, die die Knochen als Rohstoff für angebliche Potenzmittel verkaufen. Oder sie wurden von Dorfbewohnern getötet, deren Kühe und Ziegen sie reißen. Der Bevölkerungsdruck engt die Tiger immer mehr ein - Indien ist viel dichter besiedelt als Deutschland. "Wir haben angefangen, den Bauern eine Entschädigung zu zahlen, wenn ihnen ein Tier gerissen wird", sagt Suman Anand, die Besitzerin von Camp Corbett, das zwar außerhalb des Parks liegt, in dessen Umgebung aber auch mehrere Tiger durch die Wälder streifen.

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