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Ayurveda in Kerala:

Zur Gesundheitskur in die Tropenwelt Südindiens

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Ayurveda

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  • Um vier Uhr morgens ist die Nacht zu Ende. Rhythmischer Gesang vom nahen Hindu-Tempel reißt das ganze Viertel aus dem Schlaf. Tönende Visitenkarte einer fremdartigen Welt: Die Stadt Kaliakkaviai in den südindischen Tropen am Arabischen Meer erwacht zu neuem Leben. Der Weckruf gilt auch für die Ayurveda-Touristen in der Sanjivani-Gesundheitsfarm am Rande der Stadt.

    Gleich beginnt die erste Meditation. Durch Selbsterforschung sollen die Patienten dem eigenen Ich auf die Spur kommen, damit die Einzeltherapie später anschlagen kann. Im südindischen Bundesstaat Kerala ist die sanfte Medizin seit 5000 Jahren heimisch. In letzter Zeit warten immer mehr Kuranlagen auf behandlungswillige Urlauber, und überall wird Ayurveda als Naturmedizin angeboten. Die Konzepte sind verschieden, und nicht überall ist der Stundenkalender so streng wie in der Sanjivani-Gesundheitsfarm. Mut gehört jedoch immer dazu, sich auf das andersartige Gesundheitsprogramm einzulassen.

    Wissenschaft vom langen Leben oder Placebo-Effekt

    Im Hintergrund steht der Hinduismus, diesem soll der Mensch in seinem - möglichst langen - Leben dienen. Wer zu früh stirbt, geht dem Glauben verloren. Ayurveda ist die Wissenschaft vom langen Leben, die jetzt bis nach Europa vordringt. Allerdings ist sie bei Schulmedizinern umstritten, die Behandlungen können auch nur privat abgerechnet werden. Die Erfolge von Ayurveda-Kuren werden unter anderem mit dem Placebo-Effekt erklärt und mit dem günstigen Klima am Urlaubsort.

    INFO-KASTEN: Indien

    Indisches Fremdenverkehrsamt, Baseler Str. 46, 60329 Frankfurt, Tel. 069/242 94 90, Fax:069/24 29 49 77

    Grundsätzlich achten die Ayurveda-Experten auf den ganzen Menschen. Der Mensch ist krank, weil er aus dem Gleichgewicht geraten ist, und dieses Ungleichgewicht wird behandelt. Drei Kräfte bestimmen die Balance des menschlichen Körpers: Pitta, die Sonnenkraft ist heiß und wacht über Verdauung und Stoffwechsel. Kapha wird dem Mond zugeordnet und behütet die Körperorgane. Vata, der Wind, bestimmt Bewegung und Nerven. In seiner Eingangs-Untersuchung fragt der Arzt unter anderem nach Lebensgewohnheiten und Gefühlsleben und stellt dann die Diagnose.

    Frühes Wecken und Behandlungsrituale unter Führung des Gurus

    Drei Organisationstypen für die Urlaubskur bieten sich an: Da ist zum einen der Besuch eines Therapiezentrums, das wie in Deutschland bei der freien Badekur Terminwünsche von Gästen, die in der Umgebung Quartier bezogen haben, annimmt. Der Chefarzt bestimmt den Ruf des Hauses. Ein 15-tägiges "Körperreinigungspaket" kostet beispielsweise im Panchakarma-Institut in Trivandrum 465 US-Dollar (umgerechnet rund 1010 Mark). Bei gleichzeitiger Unterbringung mit Halbpension etwa in der Hotelanlage Coconut Bay Beach kommen 825 US-Dollar (1790 Mark) hinzu. Im Preis inbegriffen ist die Möglichkeit, den Muschelfischern bei der Arbeit zuzusehen.

    In der Kompaktanlage am Ashtamudisee weiter im Norden erhält der Gast alles aus einer Hand. Behandlung mit Unterkunft und Verpflegung können gebucht werden zu Preisen ab 1130 US-Dollar (rund 2450 Mark). Die 15 Tage beginnen mit rotem Teppich, Begrüßungskapelle und schwimmender Sänfte, die Anwendungen selbst laufen dann eher geschäftsmäßig routiniert ab.

    Keine Kompromisse kennen straff organisierte Zentren wie die Gesundheitsfarm Sanjivani an der Grenze zum Bundesstaat Tamil Nadu. Zum Programm gehören frühes Wecken und Behandlungsrituale unter Führung des Gurus P.G. Kurup. Für liberal eingestellte westliche Besucher ist das strenge Regiment der Einrichtung eher gewöhnungsbedürftig. Mit rein ayurvedisch-vegetarischem Essen macht die Gesamtrechnung über 15 Tage 750 US-Dollar (1627 Mark).

    Horst Brix, gms

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