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Auf den Spuren einer irischen Legende

Keltische Viehdiebe

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Sterbebett für einen tapferen Krieger - am Stein "Cloghafarmore" bei Knockbridge soll dem legendären Kämpfer Cuchulainn die letzte Stunde geschlagen haben.

Dublin - Unsicher ist in Irland nur das Wetter. Zuverlässig darf der Besucher hingegen stets auf die Gastfreundschaft der Insulaner vertrauen - und dazu gehört für wahre Iren auch immer eine gute Geschichte.

Die berühmteste Sage der grünen Insel dreht sich um einen Bullenraub, eine listige Königin und einen tapferen Krieger. Die Legende vom "Cattle Raid of Cooley", dem Viehdiebstahl von Cooley, kann man sich in gemütlicher Runde am Kamin erzählen lassen. Noch zünftiger geht das allerdings vor Ort - zum Beispiel auf einer Radtour, die einigen Schauplätzen der Handlung durch die Grafschaften Roscommon, Longford, Westmeath und Louth folgt.

1200 Jahre alte Epos vom "Cattle Raid of Cooley"

Das verschlungene, etwa 1200 Jahre alte Epos vom "Cattle Raid of Cooley" beginnt mit einem Ehestreit. Maeve, die Königin von Connaught, vergleicht ihren Reichtum mit dem ihres Mannes Ailill. Der besitzt einen besonders schönen und starken Bullen, dem Maeve kein vergleichbares Tier entgegensetzen kann. Nur die Könige von Ulster haben einen Bullen, der es mit dem von Ailill aufnehmen kann. Königin Maeve beschließt, den Ulster-Bullen auf jeden Fall in ihren Besitz zu bringen. Sie löst damit eine Reihe wilder Schlachten, Kämpfe und Verfolgungsjagden aus, die sich über mehrere irische Grafschaften erstrecken.

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Mit dem Fahrrad dem Bullen auf der Spur - die Geschichte des Viehdiebstahls von Cooley kann auf einer Strecke von insgesamt 585 Kilometern "erfahren" werden.

Komplizierte Legenden

Wer viel Zeit und Begeisterung mitbringt, kann die volle Runde auf der Länge von 585 Kilometern radeln oder sich für ausgewählte Höhepunkte entscheiden. Ein guter Ausgangspunkt ist in jedem Fall das Besucherzentrum "Cruachan Ai" im Dorf Tulsk in der Grafschaft Roscommon. Hier gibt es Informationen und viele Tipps aus berufenem Munde: "Wir möchten allen Besuchern einen verständlichen Überblick in Sachen Archäologie, Geschichte und Mythologie geben", sagt Kuratorin Carolyn Candish. "Viele unserer alten Legenden haben sehr komplizierte, verzweigte Handlungen. Sie sind leichter zu verstehen, wenn man einige der überlieferten Schauplätze mit eigenen Augen sieht."

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Mystische Klänge in einer sagenumwobenen Landschaft -nachgebauten, altertümlichen Instrumenten werden fremdartige Klänge entlockt.

Zu sehen gibt es hier auf den saftigen Wiesen von Roscommon zum Beispiel die Hügelgräber der Herrscher von Connaught und den Eingang zu einer sagenumwobenen Höhle, die als Tor zur Unterwelt gilt. Mit etwas Glück trifft der Besucher auf Simon O'Dwyer und seine Frau Maria, die ihren nachgebauten Instrumenten aus der Bronzezeit mystische Klänge entlocken. Auch die Überreste von Rathcroghan, dem Herrschersitz der Königin Maeve, befinden sich hier.

Als Cuchulainn's letzte Stunde schlug

Nur ein tapferer Krieger namens Cuchulainn war der Königin und ihren starken Soldaten vorübergehend gewachsen. Am Ende des Epos vom "Cattle Raid of Cooley" fällt jedoch auch er. Cuchulainn's letzte Stunde schlug auf einem Acker nahe der Gemeinde Knockbridge in der Grafschaft Louth. Ein wuchtiger, etwa zwei Meter hoher Naturstein soll dem erschöpften Krieger als hartes Sterbebett gedient haben. Vom wackeren Recken Cuchulainn ist heute nichts mehr zu sehen, doch der Stein "Cloghafarmore" steht noch. Er dient Touristen als malerisches Fotomotiv.

Nicht vergessen: Festes Schuhwerk und Regenjacke

INFO-KASTEN: Irland

Irische Fremdenverkehrszentrale (Irish Tourist Board), Untermainanlage 7, 60329 Frankfurt (Tel.: 069/66 80 09 50)
Internet: http://www.irland-urlaub.de

Wer auf den Spuren der Sage vom Viehdiebstahl in die Vergangenheit reist, sollte sich dennoch auch etwas Zeit für die irische Gegenwart nehmen. Dazu kann neben einem Glas Guinness im Dorf-Pub zum Beispiel auch der Besuch eines "Hurling"-Spiels gehören. Hurling ist ein dem Hockey vergleichbares Stockspiel, bei dem es auch schon einmal etwas ruppig zugehen kann. Die Regeln sind für Außenstehende eher verzwickt, aber die freundliche Begeisterung der Einheimischen ist allein schon sehenswert. Festes Schuhwerk und Regenjacke sollten zu jeder Jahreszeit weder auf der Cooley-Tour noch beim Hurling fehlen.

Stefanie Dorn, dpa

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