[an error occurred while processing this directive] IVWPixel Zählpixel

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Grandiose Naturschauspiele beim Wandern auf Island

Reisen auf kochender Erde und ewigem Eis

Anklicken zum Vergrößern

Eine Warnung vorweg: Wer bequem reisen, komfortabel übernachten und pünktlich sein Menü einnehmen möchte, sollte keine Bus-Wanderreise nach Island unternehmen. Aber wer grandiose Naturschauspiele, Urlandschaften und Einsamkeit mag, für den wird Island, die Insel aus Feuer und Eis unvergeßlich bleiben.

Island - Infokasten



Auch das Wetter ist nicht so schlecht, wie es die berüchtigten "Island-Tiefs" aus dem Wetterbericht vermuten lassen. Tatsächlich sind in den Sommermonaten Dauerregen, Sturm und Kälte eher selten, obwohl die 100 000 Quadratmeter große Insel dicht am Polarkreis und vier bis fünf Flugstunden nördlich von Deutschland liegt.

Beim Anflug auf die Hauptstadt Reykjavik ist mitunter der bis zu 1 000 Meter dicke Eispanzer des Vatnajökull zu sehen - der drittgrößte Gletscher der Welt. Er streckt seine eisigen Zungen weit ins Land. Vulkane, schwarzbraune Lava und leuchtende Seen, wohin das Auge blickt. Reykjavik, im kommenden Jahr eine der neun "Kulturstädte Europas", war noch vor 200 Jahren ein Dorf mit 200 Einwohnern. Heute dehnen sich die modernen Wohnviertel für die über 100 000 Einwohner weit ins Umland aus. Weitere 50 000 Menschen leben in der näheren Umgebung, so daß weit mehr als die Hälfte der 270 000 Isländer in der Südwestecke des Landes siedeln - weite Gebiete Islands sind daher fast menschenleer.

Heißwasserrohre halten Straßen schneefrei

Die Altstadt von Reykjavik liegt an einem Binnensee, das modernistische Rathaus an seinem Ufer ist ein Blickfang. In den Straßen, von denen einige im Winter mit unterirdischen Heißwasserrohren schneefrei gehalten werden, fällt das Nebeneinander kleiner, bunter Häuser mit Wellblechverkleidung und moderner Steinbauten auf. Wahrzeichen der Stadt ist die Hallgrimskirkja mit ihrer berühmten 72-Register-Orgel mit 5 275 Pfeifen. Ein Orgelkonzert am Abend und einen Rundblick vom 75 Meter hohen Kirchturm über Stadt und Bucht sollte man sich nicht entgehen lassen.

Die vielen Cafes und Restaurants von Reykjavik laden zum Verweilen ein, bei Sonne sogar an Straßentischen. Die Preise sind jedoch hoch: Ein großes Bier kostet umgerechnet fast 20 Mark, eine Pizza über 40 Mark und ein gutes Fischgericht zwischen 60 und 80 Mark.

Kochendes Wasser schießt in den Himmel
Anklicken zum Vergrößern

Von Reykjavik aus ist es nicht weit zu Islands Nationalheiligtum, dem Thingvellir im flachen, grünen Süden. Hier tagte seit 930 über Jahrhunderte hinweg das erste demokratische Parlament Europas: die Versammlung der freien Männer Islands. Eine breite Schlucht, die durch das Auseinanderrücken der europäischen und amerikanischen Kontinentalplatte immer größer wird, diente einmal im Jahr als Versammlungsort.

Nicht weit davon schießt der Geysir Strokkur seine bis zu 35 Meter hohe Fontäne kochenden Wassers alle zehn Minuten in den Himmel. Ringsumher brodelt und zischt es aus Heißwasserlöchern. Entlang des tief in die Lavafelsen eingegrabenen Hvita-Flusses geht es zum "Goldenen Wasserfall" Gullfoss, dessen Wassermassen über zwei Stufen in eine Schlucht donnern. Die Sonne malt herrliche Regenbögen in die feinen Wasserschleier.

Übernachten kann der Wanderer in Block- und Berghütten oder in Internaten, die im Sommer als Hotel genutzt werden. Im Sommer wird es in Island nie dunkel. Die Sonne geht zwar kurz unter, sie erhellt aber den Himmel Tag und Nacht. Island hat kaum geteerte Straßen. Abseits der großen Ringstraße Nummer 1, die um die ganze Insel führt, gibt es nur Pisten und Schotterwege. Flüsse müssen auf hohen Rädern oder bei Wanderungen von Stein zu Stein springend durchquert werden.

Bizarre Schluchten, gleißende Gletscherzungen, steile Felswände

Vor allem das an drei Seiten von Gletschern umgebene Tal von Thorsmörk im gleichnamigen Naturpark am Fuß des Myrdalsgletscher ist etwas für Wanderfreunde. Es gibt bizarre Schluchten, gleißende Gletscherzungen, steile Felswände, in denen die Eissturmvögel nisten, schäumende Bäche und unvermutet viele Blumen.

Weiter im Osten geht es vorbei am Seljalandsfoss-Wasserfall, der auch von hinten zu bewundern ist, und dem Skogafoss-Wasserfall, der über eine 60 Meter hohe Felswand stürzt. An der Südküste fällt der Blick über bizarre Felsformationen hinweg auf die Westmänner-Inseln. Bei Dyrholaey bezaubern putzige Papageientaucher. Sie sehen mit ihrem schwarzweißen Gefieder wie kleine Pinguine aus, haben aber wegen der knallgelben großen Schnäbel und rotumkränzten Augen auch etwas Papageienhaftes. Die Isländer schätzen sie als Sonntagsbraten.

Tätige Vulkane sind unberechenbare Nachbarn

Durch flache, öde Küsten-Wüstensandgebiete, von Gletscherflüssen aufgeschwemmt, kommt man zum Skaftafell-Nationalpark am Fuß des gewaltigen Vatnajökull-Gletschers, unter dem 1996 ein Vulkan ausbrach. Die ungeheuren Mengen angestauten Schmelzwassers brachen sich mit unvorstellbarer Kraft ihre Bahn zum Meer und rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte. Noch jetzt sind die Spuren= der Naturkatastrophe zu sehen. Ein kleinerer Ausbruch folgte 1998.

Das Skaftafell-Gebiet ist ein Wanderparadies, in dessen Mitte der Svartifoss-Wasserfall mit seinen schwarzen Basaltsäulen wie eine Bühnenkulisse wirkt. Die mächtige Zunge des Skaftafell-Gletschers mit Moränenschlieren, Spalten und hellgrün schimmernden Höhlen wirkt im Sonnenlicht fast unwirklich. Fortsetzung

Geändert am 4. August 1999 10:46 von ahappe
Navigations-Seite: RZ-Online auf einen Blick Magazin-Homepage von RZ-Online Die Band- und Musik-Datenbank Die große Kino-Datenbank mit 1000 Filmen Leserbrief schreiben Zur Homepage Veranstaltungskalender und -Datenbank Navigations-Seite: Alles auf einen Blick Zum Anfang dieser Seite und zu weiteren Links Leserbrief schreiben Zur Homepage