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Israels wenig bekannte Mittelmeerküste

Abseits der Pilgerpfade

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Die Sonne zaubert diese tollen Farben: Israel-Urlauber können dieses Natur-Schauspiel live erleben.

Haifa - Israel beginnt mit ohrenbetäubendem Lärm. Rosh Hanikra heißt der nördlichste Punkt des Landes, unmittelbar an der Grenze zum Libanon.

Der weiße Kreideberg fällt steil zur Mittelmeerküste ab, die Wellen brechen sich dort lautstark und Gischt spritzend in meterhoher Brandung. Im Laufe der Jahrtausende haben sie Teile des Felsens ausgehöhlt und mehrere Grotten entstehen lassen, die heute der Hauptgrund sind, warum Besucher hierher kommen.

Die Grenzstation selbst ist wenig einladend, das Passieren in den Libanon ohnehin unmöglich. Die Briten hatten hier während des Zweiten Weltkriegs zwar für eine Eisenbahnverbindung von Beirut nach Haifa einen Tunnel in den Felsen gesprengt. Doch schon seit 1947 ist er nicht mehr zu benutzen. Schulklassen oder Touristen steigen deshalb fast immer gleich in die Seilbahn, die seit 1968 den gut 100 Meter langen Weg vom Felsen hinab zu den Grotten auf Meereshöhe deutlich bequemer macht.

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Mit Wellen und Wind kreischen

Das hat allerdings seinen Preis: Die Bahn von Rosh Hanikra steht in dem zweifelhaften Ruf, die teuerste der Welt zu sein: Für eine Minute Fahrt in den gelben oder roten Gondeln müssen umgerechnet etwa 17 Mark bezahlt werden. Der Besuch in den Grotten bietet zumindest eine kleine Entschädigung: Schon bei mäßigem Wind werden die Wellen dort rhythmisch hinein gespült und klatschen dann dermaßen an den Fels, dass ängstlichere Besucher halb schreckhaft, halb lustvoll zu kreischen beginnen.

Israels Mittelmeerküste lohnt einen Besuch, auch wenn viele Besucher des Landes meist nach der Landung in Tel Aviv gleich weiterfahren in Richtung Jerusalem oder zum See Genezareth. Die Israelis dagegen schätzen die Strände des Landes schon seit langem. Wer hier Badeurlaub macht, bekommt auch viel Interessantes zu sehen. Nur ein paar Kilometer südlich von Rosh Hanikra etwa lohnt Naharia einen Zwischenstopp: Die Stadt gilt nach wie vor als die "deutscheste" Israels - auch wenn sich viel getan hat, seit jüdische Auswanderer aus Deutschland hier 1934 eine Siedlung anlegten.

Israelisches Seebad mit deutscher Tradition
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Sonne, Strand - und ein Telefon ist auch nicht weit.

Bis in die sechziger Jahre hinein ist auf der Straße und in den Geschäften Deutsch noch Alltagssprache gewesen, wie sich ältere Bewohner erinnern. Das ist allerdings längst nicht mehr so: Dafür ist Naharia als Seebad nun ein beliebtes Urlaubsziel mit einer von Eukalyptusbäumen und Restaurants gesäumten Allee, die direkt aufs Meer führt. An die jüdischen Intellektuellen aus Deutschland, die vor den Nazis fliehen und im Norden Israels ganz von vorne anfangen mussten, erinnert ein Museum.

Auch Shavej Zion südlich von Naharia ist von Juden aus Deutschland gegründet worden. "Das waren 40 Emigranten aus dem Schwarzwalddorf Rexingen", sagt Daniel Meir, dessen Eltern dazu zählten. "Sie haben hier 1938 eine Siedlung angelegt." Heute leben in dem Ort an der Küste rund 80 Familien - die Gründer mit ihren Kindern und Enkeln.

Meir ist Manager des Vier-Sterne-Hotels Hofit, das Urlaubern nicht nur koschere Küche und einen eigenen Sandstrand zu bieten hat, sondern auch Führungen durch die Siedlung mit ihren Avocado-Plantagen und Kichererbsen-Feldern und die Möglichkeit, die Bewohner kennen zu lernen. Das Hotel hat häufig auch deutsche Touristen zu Gast - wie schon die Eingangstür verrät, die mit Aufklebern samt deutschen Slogans gespickt ist: "Wir lieben Bonn!", heißt es da oder gar "Man sieht sich in Rotenburg/Wümme".

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Malerische Kulisse direkt am Meer. Schon die Siedler der Vergangenheit zog´s ans Wasser.

Spuren der Kreuzritter

Nicht einmal zehn Kilometer weiter in Richtung Haifa liegt Akko direkt am Meer. Inzwischen leben dort rund 10.000 Araber und 45.000 Juden. Im Hochmittelalter aber war Akko nach der Eroberung der Stadt durch die Kreuzritter im Jahr 1104 deren wichtigste Burg im Nahen Osten und eine Zeit lang auch die Hauptstadt des Königreichs Jerusalem. Teile der "Kreuzfahrerstadt" sind noch heute zu sehen. Seit Jahren bemühen sich israelische Archäologen, den gesamten Komplex, der im Laufe der Jahrhunderte unter meterdickem Schutt verschwunden war, wieder frei zu legen - ein Mammutprojekt.

Die Neuzeit liegt zwei Meter höher

Das einstige Hauptquartier des Johanniterordens liegt gut zwei Meter unter dem Niveau der neuzeitlichen Stadt. Es braucht etwas Fantasie, um sich vorzustellen, wie es in der Ruine vor 800 Jahren ausgesehen hat, als sich in den riesigen Sälen hunderte von Kreuzrittern versammelten. Aber schon die Größe etwa des Speisesaals mit zwölf Meter hohen Innenwänden beeindruckt - oder auch der mehrere hundert Meter lange Fluchttunnel, der vom Refektorium in die Stadt führte.

Ein Hauch von Orients ist im Souk zu spüren weiterblättern
 
Last edited: mis 03.12.2004 16:07