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Tee, Mokka und Wasserpfeife sind wieder "in":

Istanbuls Teegärten wandeln sich

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Die ersten Café in Istanbul eröffneten im 16. Jahhrundert Araber. Der Kaffeklatsch ist aber im Laufe der Zeit auch zur Tradition der Türken geworden

Seit Jahrhunderten sind Istanbuls Kaffeehäuser eine reine Männerdomäne. In jedem Stadtviertel gab und gibt es Cafés, in denen sich nur Männer treffen. Getrunken wird dort stark gesüßter Schwarz-Tee und Mokka, gespielt wird Backgammon.

Bis auf die immer zu laut eingestellten Fernsehgeräte, die den ganzen Tag laufen, haben sich diese "Kahvehane" im Laufe der Zeit kaum verändert. Es gibt "viele Schnurrbärte, viel Rauch und es wird viel geflucht", beschrieb die türkische Zeitung "Milliyet" vor kurzem das typische Bild.

Immer mehr Cafés orientieren sich an westlichen Vorbildern

Diese traditionellen Cafés sind noch immer eine Männerdomäne. Die anderen Cafés und Teegärten Istanbuls dagegen passen sich zunehmend westlichen Vorbildern an. In exklusiven, europäischen Stadtvierteln wie Levent, Etiler und Taksim eröffnen immer mehr moderne Cafés. Statt einer Teeküche und einem "Cezve" - einem Tiegel zum Kochen des türkischen Mokkas - stehen dort moderne italienische Kaffeemaschinen hinter der Theke. Reiche und Schöne, Geschäftsleute und Künstler treffen sich auf einen Cappuccino, einen Milch- oder "Filtre Kahve".

Manche Kaffeehäuser tarnten sich vor den Behörden

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Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts hatten Araber aus Aleppo und Damaskus die ersten Kaffeehäuser in Istanbul eröffnet. Immer wieder aber wurden sie von den Behörden geschlossen, einige tarnten sich sogar als Barbiere. Um 1870 kamen in den Vierteln Beyoglu und Pera dann die ersten Kaffeehäuser europäischer Art auf. Sie hießen nach Pariser Vorbildern "Café du Luxembourg" oder "Café de la Concorde". Statt auf kleinen Hockern saßen die Gäste dort auf Möbeln, die aus Frankreich importiert wurden.

Heute sind die niedrigen Tische und Hocker wieder "in". Und es wird nicht nur Mokka sowie Schwarz-, Apfel- und Lindenblüten-Tee getrunken, sondern auch die "nargile" geraucht: Alte, Junge, Arbeiter, Studenten und Frauen sitzen dort stundenlang vor ihrer Wasserpfeife. Inzwischen gibt es das Wasserpfeifen-Rauchen auch in der Luxus-Ausführung: Fünf-Sterne-Hotels in Istanbul bieten sie in eleganter Teegarten-Atmosphäre an: Gebettet auf Orientteppiche und schwere Kissen träumt dort so mancher Tourist von 1001 Nacht.

Claudia Steiner, gms

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