[an error occurred while processing this directive]

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


New Brunswick im Osten Kanadas

Auf den Spuren früher Siedler

Anklicken zum Vergrößern

Kanada

  • Foto-Show
  • Infos/Tipps
  • Saint John - Mit Charme und fundiertem Wissen erklärt Darrell Mesheau die Sehenswürdigkeiten von Saint John.

    Wie viele seiner Landsleuten spricht der in New Brunswick aufgewachsene frühere Diplomat fließend Englisch und Französisch. Beide Sprachen sind in der Provinz im Osten Kanadas, die im Süden an die USA grenzt, Amtssprache. So finden sich in New Brunswick sowohl Einflüsse des französischen "Savoir Vivre" als auch der königstreuen Engländer, die hier einst Fuß fasten.

    Saint John ist New Brunswicks wichtigste Hafen- und Handelsstadt. Hier begann im frühen 17. Jahrhundert auch die Geschichte der Provinz. Im Jahr 1604 entdeckte der Franzose Samuel de Champlain auf einer Segelexpedition in der Bay of Fundy die Mündung eines breiten Flusses, den er zu Ehren von Johannes dem Täufer Rivere de Saint Jean nannte. Auf den Spuren des Entdeckers folgten bald die ersten französischen Siedler, die sich als Bauern und Fischer an der Küste niederließen.

    Der Kampf zwischen Loyalisten und Königstreuen

    Von der französischen Kolonie ist in Saint John heute nichts mehr zu sehen. Gut dokumentiert ist hingegen die englische Periode im 18. und 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit hatten die königstreuen Loyalisten das Sagen in New Brunswick. Sie bauten ihre Häuser in der Nähe des Hafens und machten Saint John zu einer wichtigen Handelsstadt. Die Loyalisten fielen 1784 nach der - für sie unvorteilhaften - Amerikanischen Revolution "en masse" in New Brunswick ein. Als Königstreue kehrten viele den Vereinigten Staaten in deren Geburtsstunde den Rücken zu. Und während England seine Macht zumindest an Kanadas Ostküste festigen konnte, verdrängten die Loyalisten die französischen Siedler unter anderem in die Karibik.

    Die unterschiedliche Lebensweise der beiden Siedlergruppen veranschaulichen zwei Museumsdörfer - das King's Landing Historical Village und das Acadian Historical Village. King's Landing, das landeinwärts am Saint John River liegt, spiegelt das Leben der wohlhabenden Loyalisten wieder, die später den Wohlstand des viktorianischen England genossen. Insgesamt sind hier 29 Gebäude zu besichtigen, in denen Akteure in historischen Kostümen die alte Mundart sprechen und einem Tagewerk wie vor 200 Jahren nachgehen.

    Der würzige Geruch von gesalzenem Kabeljau

    Im französischen Acadian Museumsdorf weiter nordöstlich in der Nähe von Caraquet ist alles eine Nummer kleiner, einfacher und rustikaler - mit Ausnahme des gerade wiederaufgebauten Hotel Chateau Albert, in dem Besucher auch wirklich übernachten können. Als Führer taucht hier unerwartet Hans Sontag im Sonntagsstaat von Anno 1840 mit weißem Flachshemd, schwarzer Wollhose, Weste und Hut auf. Sontag, der den Museumsführer gibt, kommt ursprünglich aus Berlin.

    Hans Sontag kennt die Geschichte des Dorfes, seiner Bewohner und der aus verschiedenen Perioden stammenden Häuser ganz genau. Das älteste Gebäude besitzt noch einen Erdfußboden, auf dem früher 13 Familienangehörige auf Strohmatten schliefen. Der würzige Geruch von gesalzenem Kabeljau führt zu einer Räucherei, in der der Fisch gesalzen, auf Tannenzweigen an der Luft getrocknet und dabei jeden Tag umgedreht wird. Früher wurde der Fisch dann Mitte Oktober in Fässer gepresst und per Segelschiff nach Europa verschifft.

    Hummer und Lachse stehen immer noch hoch im Kurs

    Für die Küstenbewohner von New Brunswick ist das Meer die Lebensader. Früher verkehrten hier Viermaster und Korvetten, heute sind es Container- und Kreuzfahrtschiffe. Frühmorgens stechen Fischerboote in See und bringen ihren Fang, Sardinen, Heringe, Hummer und Lachse mit nach Hause. Während die Heringsindustrie langsam ausstirbt, stehen Hummer und Lachse hoch im Kurs.

    INFO-KASTEN: Kanada

    Canadian Tourism Commision, c/o Lange-Touristik Dienst, Eichenheege 1-5, 63477 Maintal (Tel.: 06181/451 78, Fax: 06181/49 75 58)
    E-Mail: canada-info@t-online.de

    In der Bay of Fundy, die sich nach Norden stark verjüngt, wurde der weltweit stärkste Tidenhub gemessen: Zwischen Ebbe und Flut steigt und fällt der Wasserspiegel zeitweise um mehr als 20 Meter. Auf Deer Island verursacht die eintreffende Flut gefährliche Mahlströme, wie die "Alte Sau", die schon eine Menge Fischerboote verschluckt hat. Vom Deer Island Point Park aus bietet sich der beste Blick auf "Old Sow" in Aktion.

    Bay of Fundy ist im Sommer ein beliebter Tummelplatz für Wale

    Die fischreiche Bay of Fundy ist im Sommer ein beliebter Tummelplatz für Wale. Juni bis September sind die besten Monate zur Beobachtung der Meeressäuger. Von Grand Manan Island aus zum Beispiel stechen umfunktionierte Kutter mit Touristen in See, um Wale aufzustöbern.

    Das Fernglas in einer Hand, die Kamera in der anderen suchen die Gäste den Horizont nach verräterischen Wasserfontänen. Wenn die 25 Meter langen Finnwale an die Oberfläche kommen, ertönt lautes Geschrei. Und wenn ein fast ebenso großer Buckelwal mehrere Male aus dem Wasser schießt und elegant die Schwanzflosse schwenkt, klicken die Kameras wie verrückt. Bei solch einem Anblick vergessen die meisten schnell, wie kalt und nass solche Ausflüge im offenen Boot sind.

    Frauke de Looper, dpa

    IVWPixel Zählpixel

    Zuletzt geändert von tea