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Besuch im kanadischen Churchill

Hauptstadt der Eisbären

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Churchill - "Falls Sie unerwartet einem Eisbären begegnen, laufen Sie nicht weg - die Bären sind sowieso schneller als Sie." Der Ratschlag erfahrener Touristenführer läßt den Reisenden erschauern. Er macht ihm bewußt, daß das Naturerlebnis im hohen Norden Kanadas ein anderes ist als im gepflegten zoologischen Garten einer mitteleuropäischen Metropole, der mit Gräben und Gittern sorgfältig zwischen Mensch und Tier trennt.

Schon die Anreise in das "Land der Eisbären" ist ein Abenteuer - und für viele Passagiere die längste Zugfahrt ihres Lebens. Abfahrt ist nachts um 22.00 Uhr in Winnipeg, Hauptstadt der kanadischen Provinz Manitoba. Von dort aus geht es 34 Stunden - ohne Umsteigen - Richtung Norden. Das Ziel ist die kleine Stadt Churchill, 1.700 Kilometer entfernt.

Die Schlafwagenplätze im Zug sind schon Monate im voraus ausgebucht. Und so ruhen die meisten Fahrgäste in normalen Sitzen, während die Waggons durch die dunkle Tundra rollen. Durch die großen Panoramafenster sieht man die Landschaft vorüberziehen, die Vegetation wird immer karger. Die vereinzelten Bäumchen, die jetzt noch zu sehen sind, stehen als zerzauste Windflüchter in der Gegend. Und die dreibeinigen Strommasten, die den Schienenweg säumen, sehen aus wie Kamera-Stative - die Spezialkonstruktion soll dem Wind trotzen, der unerbittlich pfeift.

Vorbei an faszinierender Einöde

Auch die wenigen Orte, die der Zug passiert, werden immer karger. Menschen indianischer Abstammung steigen aus oder zu, ganze Familien warten und winken an den kleinen Bahnhöfen am Ende der Welt. Eine regelmäßige Verbindung zur Außenwelt gibt es für die Einwohner nördlich des 54. Breitengrades erst seit 1931, als die Eisenbahnstrecke nach Churchill ihren Betrieb aufnahm.

Die zweite Nacht im Zug bringt eine Überraschung für alle, die nicht schlafen. Am Himmel zeigen sich Nordlichter. Diese "Aurora Broealis" genannten Naturereignisse ähneln tanzenden Theatervorhängen, die ständig Form und Farbe wechseln. Sie sind typisch für klare, kalte Polarnächte zwischen August und April. Ein japanisches Paar auf Hochzeitsreise ist vor allem wegen der Lichter gekommen, da sie angeblich Liebesglück und Fruchtbarkeit versprechen.

Hoch im Norden: Ankuft in Churchill

Auf dem letzten Stück der Fahrt schlängelt sich der Zug nur noch langsam voran. Der Zustand der Gleise erlaubt keine höhere Geschwindigkeit. Um 10.30 Uhr - drei Stunden nach Fahrplan - erreicht er den Bahnhof im nördlichsten Teil der Provinz Manitoba: Hier ist Churchill - die selbsternannte "Hauptstadt der Eisbären".

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Es ist keine Stadt wie jede andere. Die Holzhäuser sind einfach und niedrig gebaut, ohne Keller. Denn der Boden ist das ganze Jahr über gefroren. Nur eine einzige Straße - die Queen's Road - ist geteert. 1970, bei dem Besuch ihres Kronlandes, wollte man Elisabeth der Zweiten keine Schlaglöcher zumuten. Aber die Königin nahm dann doch lieber den Hubschrauber für die Strecke von dem kleinen Flughafen zum Stadtzentrum.

1.100 Einwohner zählt heute Churchill. Früher, in den sechziger Jahren, waren es einmal 7.000. Da lebten hier noch die Soldaten einer Militärbasis und das Personal der Raumfahrtstation. Beide Einrichtungen sind inzwischen verwaist. Die letzte Rakete zur Erforschung von Wetter und Nordlichtern ging 1989 von hier aus in den Orbit.

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Last edited: tea 03.12.2004 16:07