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Osten Kanadas

Per Hundeschlitten durch die Wälder

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Ältestes Wintersportgebiet Kanadas - die Holzfäller von Mont Tremblant haben schon längst den Skifahrern Platz gemacht.

Tremblant - "Manchmal haben wir Temperaturen von minus 30 Grad hier in den Bergen", sagt ein englisch-sprachiger Kanadier im Kabinenlift, der vier Skiläufer zügig auf den rund 1 000 Meter hohen Mont Tremblant befördert. So kalt ist es an diesem Wintertag allerdings nicht. Es herrscht fast frühlingshaftes Wetter mit strahlendem Sonnenschein auf dem Berg, der nur 90 Autominuten nördlich von Montreal im Nordosten Kanadas liegt.

Oben angekommen schweift der Blick über die Laurentides Berge und das im Tal liegende Dorf Tremblant, das von hohen Tannen umgeben ist. Nach einer Finanzspritze von mehr als 800 Millionen US-Dollar, umgerechnet 1,7 Milliarden Mark, durch einen Investor, hat sich das Gebiet zu einem bedeutenden Wintersportort entwickelt. Leser eines US-amerikanischen Ski-Magazins haben den Mont Tremblant zum besten Skigebiet an Nordamerikas Ostküste gewählt. Und: Es ist auch Kanadas ältestes Wintersportgebiet. Der Ort entstand um die Jahrhundertwende am Mercier See im Laurentides Plateau, einem der ältesten Gebirgsrücken der Welt. Damals lebten hier hauptsächlich Holzfäller, die Holzindustrie war der Hauptarbeitgeber in dieser Gegend. In den zwanziger Jahren entdeckten Unternehmer, dass sich die Gegend zu einem Wintersportgebiet ausbauen lässt.

Hundeschlittenfahrten stehen hoch im Kurs
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In Osten Kanadas erkundet man die winterliche Umgebung noch auf traditionelle Art.

Die meisten Urlauber kommen zum Abfahrtslauf hierher, denn das Gebiet hat 92 Abfahrtspisten und durchschnittlich eine Schneehöhe von vier Metern. Langlauf, Schneeschuhwanderungen und Hundeschlittenfahrten stehen ebenfalls hoch im Kurs. Bei Wanderungen durch die unberührte Natur sind große, Tennisschlägern ähnelnde Schneeschuhe am besten. Sie lassen sich schnell und einfach unter die Stiefel binden. Damit stapft man wie einst die Indianer und Trapper durch den Tiefschnee, ohne darin zu versinken. Bei Schneeschuh-Wanderungen mit ortskundigen Führern können auch Rehe und Füchse beobachtet werden.

Ein einmaliges Erlebnis

"Dogsledding" oder "Mushing", wie Hundeschlittenfahrten in Kanada genannt werden, ist ein einmaliges Erlebnis. Besonders mit dem etwas verwegen aussehenden Gaetan Lambert, einem urigen Einheimischen, der 120 Huskies besitzt und von allen nur Gaetan genannt wird. Gaetan verdient seinen Lebensunterhalt im Sommer auf dem Bau - im Winter mit Hundeschlittenfahrten. Bei Gaetan sitzen die Gäste nicht bequem in Felle gehüllt im Schlitten, sondern arbeiten als ihre Führer. Sie leiten also ihr eigenes Hundeteam und helfen auch beim An- und Ausspannen der Huskies.

Zuerst werden die Huskies aus ihren zu Hundehütten umfunktionierten Plastiktonnen geholt. Die Hälfte der laut bellenden Huskies wird nun von den schwitzenden "Mushers" zu den Schlitten gebracht. In der Vorfreude auf den Lauf werfen die kräftigen Hunde die "Musher" fast aus den Schuhen. Gaetan und seine Helfer spannen die Hundeteams vor die zehn Schlitten, was bei 60 Hunden gut 40 Minuten dauert. Danach weist er die Neulinge in die Geheimnisse des "Mushing" ein: Zwei Hündinnen sollen möglichst nicht zusammen angespannt werden, da sie sonst miteinander kämpfen. Am besten ist ein Team, das aus Rüden und Hündinnen besteht.

"Hup, hup", "whoa, whoa" Huskies

Infos:

Hundeschlittenfahrten können bei "Expedition Wolf" (Tel. von Deutschland 001/819/275 16 01) gebucht werden
Weiter Infos über das Skigebiet Mont Tremblant sind im Internet zu finden: www.tremblant.ca

Mit den Ausrufen "Hup, hup" werden die Hunde zum Laufen angefeuert und mit "Whoa, whoa" wird gebremst. Die Schlitten rauschen mit Tempo quer durch die Landschaft. Nach einiger Zeit brauchen Mensch und Tier eine Pause. Zum Aufwärmen wird in einer Hütte mitten im Wald halt gemacht. Wie zu Zeiten der Trapper ist sie spartanisch eingerichtet: Ein Bett, ein Tisch, zwei Stühle und ein Ofen - sonst nichts. Aus der Thermosflasche gibt es eine Tasse heiße Schokolade, danach geht es weiter. Während die Hunde aus dem Schnee springen, schieben die "Musher" die Schlitten an. Eine Lichtung im Wald, ein verschneites Feld, ein zugefrorener Teich - alles fliegt in Windeseile vorbei. Und dann kommt schon wieder der Hang mit den "Hunde-Tonnen" in Sicht. Eine zehn Kilometer lange Schlittentour kostet pro Person 75 US-Dollar, umgerechnet 157 Mark, bei Teilnahme von zwei Personen. Bei Einzelpersonen berechnet Gaetan Lambert 90 US-Dollar, etwa 185 Mark.

Pizza, Fajitas, Crepes und Biberschwanz
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Shoppen und Schlemmen - Tremblant bietet auch außerhalb der Pisten Kurzweil für Touristen.

Schlittenfahren und Wintersport machen hungrig. In den vielen kleinen Restaurants von Alt-Tremblant schlemmt man gut. Das mag daran liegen, dass sich der Ort in der französisch sprechenden Provinz Quebec befindet. Das Angebot ist jedoch international. Es reicht von französischen Crepes zu mexikanischen Fajitas, von italienischer Pizza zu kanadischen Spezialitäten wie zum Beispiel Bieberschwanz. Sehenswert sind auch die geduckten alten Häuschen in Alt-Tremblant, in denen früher die Dorfbewohner lebten. Heute sind neben den Restaurants kleine Boutiquen eingezogen.

Wer nach dem Schneevergnügen noch ein paar Tage in Montreal verbringen möchte, kann sich das im Februar stattfindende Montrealer Highlights Festival anschauen. Auf dem diesjährigen Programm stehen Licht- und Eisskulpturen in den Parks sowie ein hervorragendes kulturelles Programm. Außerdem ist Montreal ein Gourmet-Mekka.

Frauke de Looper, gms

Geändert Januar 2001 von tea