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Die Weite der Prärie von Saskatchewan

Kanadas unbekannte Wildnis

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Im Herzen Kanadas findet sich in der Provinz Regina ursprüngliche Natur

Regina - Kaum ein Deutscher kennt diese kanadische Provinz, und die meisten Menschen haben Schwierigkeiten beim Buchstabieren ihres Namens: Saskatchewan. Der Name bedeutet in der Sprache der indianischen Ureinwohner so viel wie "schnell fließender Fluss". Touristen, die die Prärieprovinz besuchen, haben häufig die populären Gegenden wie etwa British Columbia oder Quebec bereits kennen gelernt und suchen nun das unbekannte Kanada.

Saskatchewan ist mit mehr als 650 000 Quadratkilometern Land fast doppelt so groß wie Deutschland. Allerdings leben hier gerade einmal eine Million Menschen. "Ich könnte tagelang reiten ohne eine Menschenseele zu treffen", sagt Cowboy George, während er eine Reitergruppe über die Präriehügel führt. "Die Weite scheint unendlich, hier finde ich Ruhe." Der Deutsche ist vor fünf Jahren ausgewandert und hat eine 2000 Hektar große Ranch mit Rindern im Südwesten von Saskatchewan übernommen. Er bietet Touristen die Möglichkeit, das Cowboyleben mit ihm zu teilen. Dazu gehören Rindertreiben, Lasso-Werfen und das Assistieren, wenn die Kälber ihre Brandzeichen bekommen. Am Wochenende geht es oft auf ein Rodeo in der Umgebung - zur Erholung, denn Cowboyarbeit ist Knochenarbeit.

Wo es nach wildem Salbei riecht

Auch ungeübte Reiter und Anfänger können auf den Ausritten auf der La Reata-Ranch die Landschaft kennen lernen. Dabei sind viele wild lebende Tiere zu beobachten: Rehe, Gänse, Murmeltiere und auch Adler. Die Prärie, vom Flugzeug aus ein eher monotoner Anblick, entpuppt sich aus der Nähe als Naturerlebnis. Flach ist sie nur dort, wo Farmer die großen Felder bestellen. Die Weiden der Rinder aber sind hügelig, mit Hochplateaus, kleinen Schluchten und Tälern. Es riecht nach wildem Salbei.

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Fast schon Industrieromantik verbreiten die zahlreichen Getreidesilos, die in vielen Teilen Kanada das Gesicht der Landschaft mitprägen

Die Cypress Hills sind mit fast 1400 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung in der Provinz. Sie sind zugleich auch der höchste Punkt zwischen den Rocky Mountains im Westen und Labrador im Osten Kanadas. Über 200 Vogelarten leben im Cypress Hills Provincial Park, der im Südwesten an die Nachbarprovinz Alberta grenzt. Der Naturpark gewährt auch einen Einblick in die kanadische Geschichte: Das Fort Walsh von 1875 war einst eine wichtige Außenstation der weit über Kanada hinaus bekannten "Mounties". Diesen Namen trugen die Polizisten der Royal Canadian Mounted Police in ihren leuchtend rot-schwarzen Uniformen schon im 19. Jahrhundert.

Schutz für Sitting Bull

Studenten in historischen Kostümen führen heute durch die restaurierten Wohnbaracken der Rekruten, die Offiziersräume und die Ställe. Sie erzählen den Gästen vom harten Leben dieser ersten Polizisten Kanadas und von abenteuerlichen Geschichten rund um das Fort. So beispielsweise die von Häuptling Sitting Bull und seinen Sioux, die nach der legendären Schlacht am Little Big Horn über die amerikanisch-kanadische Grenze flohen und bei den Mounties von Fort Walsh Schutz suchten.

Im Saskatchewan der Gegenwart stechen vor allem die riesigen Getreidesilos ins Auge. Sie stehen oft allein mitten in der Prärie direkt an den Eisenbahngleisen. Modern aus Metall oder historisch aus Holz, wurden sie zum Symbol von Saskatchewan, der Kornkammer Kanadas. Die Provinz, wo die Sonne landesweit am längsten strahlt, produziert mehr als 54 Prozent des kanadischen Weizens.

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