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Wildromantische Kanalinsel

Guernsey lockt mit Historie und Natur

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Guernsey

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St. Peter Port - Britisch gepflegte Gärten, französische Spezialitäten in den Restaurants, wildromantische Klippenlandschaften und eine bewegte Historie: Guernsey lässt sich nicht auf einen einzigen Höhepunkt reduzieren. Zudem lockt die im Ärmelkanal vor der Küste der Normandie gelegene Inselgruppe Urlauber mit viel Sonne und mildem Klima.

Zum "Bailiwick", dem Regierungsbezirk Guernsey, gehören neben der Hauptinsel die kleinen Schwesterinseln Alderney, Herm und Sark sowie einige unbewohnte Minieilande. Obwohl die Inselgruppe näher an der französischen Küste liegt, untersteht sie der britischen Krone. Als sich die Inseln im 13. Jahrhundert zwischen den beiden großen Nachbarn entscheiden mussten, hielten sie England die Treue. Belohnt wurden sie mit Selbstverwaltung und Steuerfreiheit - Privilegien, die bis heute erhalten geblieben sind.

2000 Sonnenstunden im Jahr

Auch eine eigene Rechtsprechung, eigene Banknoten und Briefmarken zeugen vom gesunden Selbstbewusstsein der Insulaner. Fast 2000 Sonnenstunden im Jahr und das vom Golfstrom beeinflusste milde Klima machen Guernsey zu einem Urlaubsparadies. Naturfreunde kommen ebenso auf ihre Kosten wie Kulturinteressierte. Wanderer etwa erwartet ein Küstenweg, der sich fast um die ganze Hauptinsel schlängelt.

An jeder Ecke Zeugnisse wechselnder Geschichte

Andere Pfade, von den Fischern auf dem Weg zu ihren Booten oder auf der Suche nach Seetang zum Düngen der Gärten ausgetreten, führen zu kleinen Buchten, Sandstränden oder zerklüfteten Steilküsten. Besonders reizvoll ist der 15 Kilometer lange Klippenweg von St. Peter Port über Torteval zum Pleinmont Point. Üppig wuchernde Hortensien blühen am Wegrand, und immer wieder finden sich Zeugnisse einer wechselvollen Geschichte: Steinmonumente, neolithische Gräber, normannische Kirchen und mittelalterliche Herrensitze, von denen einige zu Hotels umgewandelt wurden.

Zum Schutz gegen Napoleon

Die runden Martellotürme, die überall entlang der Küste stehen, wurden zum Schutz gegen die befürchtete Invasion Napoleons erbaut. Im ehemaligen Fort Grey an der Westküste kann einer dieser Türme besichtigt werden. Das weiß getünchte Gebäude, im Volksmund "the cup and saucer", Tasse und Untertasse, genannt, beherbergt eine Dokumentation über Schiffsunglücke, die sich vor den Kanalinseln ereigneten. Andere Schutzbauten sind jüngeren Datums und finden sich in den zerklüfteten Klippen: Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Hohe Wellen für Surfer

Bei Ebbe lohnt ein Spaziergang zur vorgelagerten Insel Lihou. Gleich neben dieser spannt sich wie ein eleganter Bogen die Bucht von Vazon. Deren langer und flacher Sandstrand ist von morgens bis abends von der Sonne verwöhnt und vielleicht der schönste Ort zum Sonnenbaden. Auch Surfer kommen hier auf ihre Kosten.

Hauptstadt ist der Mittelpunkt des Insellebens

Mittelpunkt des Insellebens ist die Hauptstadt St. Peter Port. Deren meist kopfsteingepflasterte und von bunten Häusern gesäumte Gassen ziehen sich an mehreren Hängen hinauf. Unten am Wasser glänzt die geschäftige Stadt mit einer langen Uferpromenade und dem Yachthafen. Ein Spaziergang über das Pier führt zur Festung des Castle Cornet - am besten rechtzeitig vor 12 Uhr mittags, um die Gunfiring Ceremony in Erinnerung an den königstreuen Inselgouverneur Sir Peter Osborne nicht zu verpassen.

Auf den Spuren Victor Hugos

Zum obligatorischen Besichtigungsprogramm gehört auch das Hauteville House. Hier verbrachte der französische Schriftsteller Victor Hugo 15 Jahre seines Lebens. Nach Napoleons Machtergreifung floh der für sein politisches Engagement bekannte Künstler zunächst nach Belgien, später nach Jersey und Guernsey. In St. Peter Port kaufte er das Hauteville House, das heute im Originalzustand besichtigt werden kann.

Schreiben im Möwennest

"Ich wohne hoch über der Stadt in einem Möwennest. Von meinem Fenster aus sehe ich den ganzen Archipel der Kanalinseln: Ich sehe Frankreich, das mich verbannt hat und Jersey, das mich ausgewiesen hat", schrieb Hugo, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert wird. Gekrönt wird das Haus von einem gläsernen Dachzimmer, dem "Möwennest", in dem Hugo arbeitete. Wenn er einmal nicht schrieb, wanderte er gern mit seiner Geliebten Juliette über Guernsey.

INFO-KASTEN: Guernsey

Guernsey Tourismus, Postfach 3, 31864 Lauenau
Tel: 05043 - 980 38
Fax: 05043 - 54 64
Internet: Guernsey Touristboard

Viele Muscheln auf Herm

Die einzelnen Inseln sind nur einen Katzensprung voneinander entfernt und dank guter Fährverbindungen jeweils leicht zu erreichen. Die kleinste der bewohnten Eilande ist Herm, das problemlos an einem einzigen Nachmittag umrundet werden kann. Die Insel lockt mit weißen Sandstränden wie dem Shell Beach, an dem der Golfstrom jeden Tag unzählige Muscheln anschwemmt - und dank Autoverbots auch mit himmlischer Ruhe.

Atemberaubender Ausblick

Auch die Insel Sark, etwa 15 Kilometer östlich von Guernsey, präsentiert sich wildromantisch. Bis heute wird sie in feudalistischem Stil von einem "Lehensherrn" regiert, dem Seigneur Michael Beaumont. Er ist Königin Elisabeth II. zu einer jährlichen Pachtzahlung verpflichtet, besitzt dafür aber zahlreiche Privilegien, etwa das Recht, beim Verkauf von Grundstücken Abgaben zu verlangen. Gäste dürften daran aber zumindest beim Gang über die schmale Landbrücke La Coupee zwischen Little und Big Sark keinen Gedanken verschwenden: Bis zu 120 Meter hohe Klippen ermöglichen einen atemberaubenden Ausblick.

Unangetastete Natur

Die nördlichste Insel ist Alderney. Sie fasziniert ihre Besucher vor allem durch die urwüchsige Schönheit der Natur. Der große Nachbar im Süden, die Insel Jersey, und die Stadt St. Malo auf dem bretonischen Festland sind mit Katamaran oder Flugzeug ebenfalls schnell zu erreichen.

Detlef Berg, dpa

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