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Kap Verde

Inselparadies im Atlantik

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Mosteiros - Die Maschine der Cabo Verde Airlines von Praia nach Mosteiros auf der Insel Fogo fliegt heute nicht. "Wegen schlechter Sicht", heißt es. Schlechte Sicht?

In der Tat besteht der Flugplatz auf Fogo nur aus einem Klohäuschen mit Gepäckwaage. Die Sandpiste am Meer ist so kurz, daß die Feuerwehr vor jeder Landung - wenn auch lachend - in Stellung geht und die Anwohner nach gelungenem Bremsmanöver Beifall klatschen. Es gibt zwei Möglichkeiten: umzusteigen auf den Helikopter - "der fliegt immer" - oder auf den nächsten Tag und bessere Sicht zu warten.

Fogo ist eine von neun bewohnten Inseln und fünf weiteren Eilanden der Republik Kap Verde. 500 Kilometer vor Westafrika, umspült vom Atlantischen Ozean, und noch 1 200 Kilometer südlicher als die Kanaren, gilt der um 1450 unter Heinrich dem Seefahrer entdeckte und um 1460 besiedelte Kapverdische Archipel bislang als "weißer Fleck" auf der touristischen Weltkarte.

INFORMATIONEN

REISEZIEL: Die Inselgruppen der Kapverden liegt 600 Kilometer vor der Westspitze Afrikas.
EINREISE: Man benötigt einen Reisepaß und ein Visum, das die Botschaft der Republik Kap Verde, Meckenheimer Allee 113, 53115 Bonn, Tel. 0228/65 16 04, für 44 Mark ausstellt.
AMTSSPRACHE: Portugiesisch. Mit Englisch, Französisch und Spanisch schlägt man sich durch. Auf Sal gibt es deutschsprachige Reiseleiter.
KLIMA: Die Tagestemperaturen liegen bei 25 Grad, nachts bei 20 Grad. Schatten am Strand gibt es nur bei den Hotels. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sind notwendig, die Sonne ist extrem intensiv. Sommerkleidung und eine Jacke für abends genügen rund ums Jahr. Es gibt keine Regenzeit. Die sehr geringen Niederschläge fallen nur zwischen August und Oktober. Die Wassertemperatur beträgt 23 bis 26 Grad. Der fast ständig wehende Nordostpassat bietet Windsurfern ideale Bedingungen.
RESTAURANTS: gut und preiswert. Fisch kostet ab sieben Mark, Meeresfrüchte (auch Hummer) ab zehn Mark, Fleisch ab neun Mark. Eine Flasche Wein ist ab fünf Mark zu haben.
POST: Briefkästen sucht man auf Kap Verde vergeblich. Es gibt immer nur ein Postamt. Selbst in der Hauptstadt Praia genügt eine Schreibtischschublade, um die Post des Tages aufzunehmen. Trotzdem kommen die Kartengrüße an.
AUSKUNFT: In Reisebüros und bei Cabo Verde Airlines, Stresemannallee 41, 60596 Frankfurt/Main (Tel.: 069/63 15 35 16).

Weniger Komfort, mehr Abenteuer

Das soll sich ändern. Die Kapverden haben Reisebüros auf sich aufmerksam gemacht, und langsam fangen neugierige Sonnenhungrige an, das Inselparadies mit einer Gesamtfläche von 4 000 Quadratkilometern und 370 000 Einwohnern, das sich 1975 vom Mutterland Portugal löste und als Republica do Cabo Verde selbständig wurde, zu erforschen. Die Reiseveranstalter betonen, es handle sich um eine Destination für Individualisten ohne gehobene Ansprüche, was Komfort angeht, aber mit einem Schuß Abenteuer- und Entdeckerlust.

Das Abenteuer kann auf der "Feuerinsel" Fogo beginnen. 44 Jahre war der 2 829 Meter hohe Vulkan Pico do Fogo untätig, bis er im April 1995 erneut ausbrach, so daß vorläufig eine Besteigung nicht möglich ist. Aber auf einer Fahrt über die Insel lernt man den Alltag der Bewohner kennen. Der Jeep holpert über eine mit Steinchen von fünf mal fünf Zentimetern gepflasterte Straße - die Arbeiter haben sie auf Knien mit dem Hämmerchen zusammengepuzzelt. Den Hauptteil des Tages verbringen Frauen, Kinder und Männer damit, kilometerweit zu laufen, um Wasser an einer Wasserstelle zu zapfen und in Kanistern und Eimern auf ihren Köpfen oder in Schläuchen auf Eseln nach Hause zu balancieren.

Herzliche Menschen

Mit dem Feuerholz ist es ähnlich. Es muß gesucht und gebündelt werden, bevor es auf dem Kopf heim transportiert wird. Allzuoft sägen die Insulaner der Einfachheit halber die Äste der Akazien ab, die gerade erst zur Aufforstung angepflanzt wurden. Trotz der Last auf ihren Köpfen winken die von afrikanischen Sklaven abstammenden Inselbewohner schon von weitem, wenn sie die "Exoten" mit ihren Kameras sehen, und stellen sich in Pose, die Kinder meist barfuß, aber in den hübschesten Rüschenkleidchen. Es ist auffallend, wie herzlich die Menschen sind, ob auf der Landstraße oder in der Badebucht aus feinstem Lavasand.

Der Jeep klettert höher und höher. Die letzte Kurve gibt, hinter einer Wüste aus Geröll, Lavaschlacke und Aschenbergen, den Blick frei auf den Pico do Fogo, den grauschwarzen Feuerkegel vor dem stechenden Blau des Himmels. Ein gleichschenkliges Dreieck, wie mit dem Lineal gezogen.

Der schwimmende Garten Eden

Nur jeweils höchstens 40 Minuten Flugminuten entfernt liegt die nächste Insel - und jedesmal zeigt sich ein anderes Bild. Welche ist die reizvollste? Da ist die Blumeninsel Brava, ein schwimmender Garten Eden, der mit seinen fast tausend Meter hohen Bergen zum Wandern einlädt. Das gebirgige Sao Nicolau mit den seltenen Drachenbäumen mutet vom Flugzeug aus wie ein Ungeheuer voller Schwären an. Mit ihrer Palmenpromenade und dem "Turm von Belem", einem Relikt der Portugiesen, wirkt die Hafenstadt Mindelo auf Sao Vicente beinahe europäisch. Manche mögen gar enttäuscht sein, wenn sie auf einer breiten Asphaltstraße vom und zum Flughafen fahren. Immerhin ist Mindelo die zweitgrößte Stadt des Landes. Doch bald sind da wieder die gewohnten Pisten, die zu geisterhaften palmenumwachsenen Wasser-und Windrädern ins Inselinnere führen, an die nur von Einheimischen bevölkerten Badestrände Baias das Gatas und auf den 750 Meter hohen Monte Verde. Von hier schweift der Blick nicht nur über die ganze Insel, sondern auch hinüber zu den Nachbarinseln, etwa zum unbewohnten Eiland Santa Luzia.

Traumhafte Sandbuchten, bunte Fischerboote . . . weiterblättern
 
Last edited: tea 03.12.2004 16:07