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Die Karibik verkörpert Touristenträume

Mehr als Meer und Merengue

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Palmen, weißer Sand und türkisfarbenes Wasser - für viele Touristen werden in der Karibik ihre Vorstellungen vom Traumurlaub wahr.

The Valley/Scarborough - Auf der Jagd nach Fischen fliegen Pelikane in fast atemberaubender Geschwindigkeit über das türkisfarbene Wasser. Über den schneeweißen Sandstrand schallt laute Reggae-Musik, ausgelassen wird vor der Beach-Bar getanzt.

Unter einem großen Meertraubenbaum sitzt eine massige alte Frau, die liebevoll im Haar ihrer Enkelin wuselt und die kleinen Zöpfchen ordnet - ein ganz normaler Sonntagnachmittag an der Shoal Bay auf der Karibik-Insel Anguilla. Doch für viele Touristen verkörpern solchen Szenen den Traum von der Karibik schlechthin: Weißer Strand, warmes Wasser, gut gelaunte Menschen und jeden Abend zum Rum-Cocktail ein spektakulärer Sonnenuntergang.

Luxus für Reiche - Traumziele für Normalverdiener

Harry Belafontes Hits wie "Island in the sun" brachten Ende der fünfziger Jahre per Radio karibisches Feeling in deutsche Küchen und Wohnstuben. Damals zählten Reisen zum Inselbogen zwischen den Bahamas und Venezuela zum Luxus für Auserwählte. Und noch heute gelten einige Inseln als exklusive Ziele, die vor allem Prominente anziehen. Dazu gehört auch das gerade einmal 11 000 Einwohner zählende und offiziell zu Großbritannien gehörende Anguilla, das am Nordostzipfel der Kleinen Antillen liegt. Doch neben solchen Nobel-Inseln finden sich in der Karibik längst auch Destinationen für weniger Gutbetuchte - das Traumziel Karibik ist inzwischen für den Normalverdiener zumindest finanziell durchaus erreichbar.

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Tauchen und schnorcheln im Badewannen- warmen Meer - die Karibik spielt sich für viele Urlauber hauptsächlich am Strand ab.

Bevorzugtes Karibik-Ziel der Deutschen ist nach wie vor die Dominikanischen Republik. Armdrück-Wettbewerbe und Gruppengymnastik "inklusive" mögen manchen Urlauber abschrecken, doch wer will, kann hier auch seinen Vorstellungen von der ursprünglichen Karibik nachspüren. Er könnte sich problemlos von seiner Ferienanlage zur nächsten Hauptstraße bewegen und den Arm heben, wenn ein "Guagua" kommt. In dem Kleinbus geht es dann mit dröhnender Merengue-Musik in die nächste quirlige Kleinstadt oder in ein Dorf am Meer.

Exotische Flora und Fauna lockt an

Andere fühlen sich auch von der exotischen Flora und Fauna angelockt. In der "Dom Rep" ist das Naturangebot besonders vielfältig: Noch unberührte Strände bei Barahona im Südwesten, Naturparks mit Wasserfällen, Salzseen, Flamingos und Krokodile, dazu Höhlen mit Felszeichnungen indianischer Ureinwohner sowie die "Alpos", deren höchster Berg mit gut 3000 Metern höher als die Zugspitze ist.

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Wilde Natur statt sanfter Wellen - unter anderem sollen Öko- Wanderwege Urlauber auch ins ursprüngliche Landesinnere der verschiedenen Karibikinseln führen.

Zu einem Traumziel ganz anderer Art hat sich in den vergangenen Jahren Kuba entwickelt. Wurde der Karibik-Urlaub auf der sozialistischen Insel einst wegen günstiger Preise und schöner Strände gebucht, gilt heute vor allem die romantisch-morbide Atmosphäre der Hauptstadt Havanna als absolut "in".

Dominica reizt mit 365 Flüssen und Wasserfällen

Wer sich einen ungewöhnliche Traum erfüllen und einen echten Kariben sehen will, reist nach Dominica - mit 365 Flüssen und Wasserfällen, grau- und schwarzsandigen Stränden, bergigem Regenwald, einem kochenden Kratersee und seltenen Vögeln eine der ursprünglichsten Inseln. Zum Tagewerk der "Caribs", wie die Ureinwohner hier heißen, gehören neben dem Bootsbau Fischfang, Landwirtschaft und Korbflechten.

Hängematte, hohe Palmen, weißer Strand ...

Das Dorf Salybia, etwa eine Stunde von der Hauptstadt Roseau entfernt, ist nach mehrwöchiger Reise ein guter Ort zur Besinnung und Verarbeitung von Träumen und Realität. Der Blick von den Karibendörfern fällt über schroffes Felsgestein aufs Meer. Kein Traumstrand weit und breit. Die heute 3500 Caribs kämpfen für ein besseres Schul- und Gesundheitssystem. Viele junge Leute finden keinen Job. Der Lebensstandard der Nachfahren der ersten Karibik-Siedler liegt unter dem der schwarzen Mehrheit auf Dominica.

INFO-KASTEN: Karibik

Arbeitsgemeinschaft Karibik: Friedberger Anlage 21, 60316 Frankfurt (Tel.: 069/40 59 37 77, Fax: 069/40 59 37 76)
E-Mail: info@karibik.de
Internet: http://www.karibik.de

Doch daran denkt kaum ein Urlauber, wenn er später in seiner Stammkneipe vom Karibiktrip erzählt. Stattdessen wird wiederholt, was auch in der Werbung für Schokoriegel oder Rum Tag für Tag im europäischen Fernsehen zu sehen ist: Glückliche Strandbesucher in der Hängematte, hohe Palmen, weißer Strand und ein blau schimmerndes Meer - ein kleiner Ausschnitt eben nur aus dem wirklichen Leben in der Karibik.

Bernd Kubisch, dpa

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