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Kastilien und Leon

Endlos weites Burgenland

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Spaniens Schönste: die Plaza Mayor

Salamanca - Die Universitätsstadt Salamanca erwacht am Morgen nur langsam zu neuem Leben. Träge vertreibt sie die Nacht aus den Straßen und reibt sich den Dreck von den Gassen. Marktleute packen Obst und Gemüse aus Kisten. Auf den Balkonen ist noch niemand zu sehen - nur Kakteen und Blumen grüßen in die blasse Morgensonne.

Die hellen Sandsteinfassaden tauchen die Stadt in ein gelb-schimmerndes Licht. Ganz sanft wird der Besucher durch die Gassen geleitet bis er nach einer kleinen Weile auf dem Hauptplatz ankommt, der Plaza Mayor.

Am Morgen herrscht auch dort noch verhaltene Geschäftigkeit. Gruppen von Urlaubern stehen auf dem Platz und lauschen den Ausführungen ihrer Reiseleiter. Viele Lieferautos parken am Morgen wild auf dem Kopfsteinpflaster und bringen die Touristen um einen ungetrübten Schnappschuss von jenem Platz, den manche als schönsten Spaniens rühmen.

Plaza Mayor: Geschenk für loyale Bürger

Die Plaza Mayor wurde den Einwohnern für ihre Loyalität im Erbfolgekrieg von Philipp V. zum Geschenk gemacht. Heute sind in den Rundbogenarkaden zahlreiche Geschäfte untergebracht, und Cafes laden mit bunten Decken zum Verweilen ein. In den Cafes hängen eilig geschriebene Zettel: "Wohnung gesucht, Job gesucht, Biete, Suche" ist dort zu lesen. Und nicht nur dort, auch Telefonzellen und Laternen werden von den Studenten zum schwarzen Brett umfunktioniert.

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Seit 1215: Universität von Salamanca

Die Universität von Salamanca ist eine der angesehensten des Landes. Sie wurde 1215 gegründet und war im 16. Jahrhundert mit zeitweise mehr als 7 000 Studenten die größte Spaniens. Das Hauptgebäude der Universität liegt inmitten der verwinkelten Altstadt.

Zahlreiche Besucher stehen staunend vor dem Hauptportal im markanten Stil der spanischen Frührenaissance, dem so genannten Platereskstil: Skulpturenfülle und dichtes Dekor sind seine Merkmale. In den zahllosen Verzierungen und Reliefs suchen die Reisenden, von ihren Führern dazu ermuntert, nach einem Totenkopf mit Frosch auf dem Kopf, Symbol für die Ausschweifungen im Leben, die nach dem Tod gesühnt werden - eine Mahnung an die lebenslustigen Studenten.

Dichter-Auge: "Unbarmherzig grelles Licht läßt keinen Raum für Nuancen."

Der berühmteste Rektor der Universität war wohl der spanische Schriftsteller Miguel de Unamuno. Eigentlich baskischer Herkunft, ist er 1936 in Salamanca gestorben. Über die spanische Region Kastilien und Leon schrieb der Gelehrte: "In diesen glühend heißen, kahlen und endlosen Weiten, bar jeglichen Schmucks durch grünes Blattwerk und Wasserläufe, zeichnet ein unbarmherzig grelles Licht harte große Schatten und läßt keinen Raum für Nuancen."

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Bar jeglichen Schmucks: die Gegend von Segovia

Es ist tatsächlich eine karge Landschaft, die den Besucher in der nordspanischen Region Kastilien und Leon empfängt: weit hingestreckte Getreidefelder, sanfte Hügellandschaften und immer wieder eine schier unendliche Weite. Eine raue Gegend mit Bewohnern, die sich ihrer Umgebung angepasst haben. Im Sommer ist es extrem heiß, im Winter eisig kalt, aber stets trocken. Das ist der Grund, weshalb viele ihrer Denkmäler in gutem Zustand überlebt haben.

Krasses Klima konserviert die Kunst

Das gilt auch für die zahllosen Kirchen, Kathedralen und Burgen, die Kastilien den Beinamen "Burgenland" einbrachten. Eine von ihnen steht am Ortseingang von Coca, eine Trutzburg, die heute niemanden mehr abzuschrecken braucht. Nicht viele Menschen verirren sich hierher. Dabei ist der Bau eines der beeindruckendsten Beispiele für eine Burg im so genannten Mudejarstil, dem Stil der Muslime.

Coca: Märchenburg aus rosa Backstein

Die Burg in Coca wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts von maurischen Handwerkern gebaut, eine Märchenburg aus rosafarbenem Backstein mit vielen Türmen. Heute beherbergt sie eine Schule für Forstverwalter. Das Dorf Coca selbst ist klein und verschlafen. Die einzige Extravaganz, die es sich leistet, findet sich wiederum in der Burg: Eine Jesusskulptur zeigt den Kopf des Gekreuzigten auf die linke Seite fallend und nicht wie üblich auf die rechte. Erst am Abend erwacht das Leben weiterblättern
 

Last edited: tea 03.12.2004 16:07