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Der Norden Korsikas

Wo die Natur nicht mit ihren Reizen geizt

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  • Calvi/Bastia - Der Mond steht hoch über dem Golf von Calvi und wirft sein mattes Licht auf den mittelalterlichen Salzturm und die machtvolle Zitadelle.

    Die Fischerboote im Hafen der Stadt im Norden Korsikas scheinen sich im Rhythmus des Zigeuner-Jazz zu wiegen, den zwei junge Korsen gerade dem Publikum in den Restaurants am Kai vorspielen. Stimmungsvoller kann ein Besuch der "Ile de la Beauté" - der "Insel der Schönheit", wie die Franzosen sagen - kaum beginnen.

    Calvi ist die Hauptstadt der Balagne-Region, die in den Bergen auf der anderen Seite des Golfes liegt - in jenen Bergen, auf deren Kuppen oft noch Schnee liegt, während am sechs Kilometer langen Strand von Calvi schon gebadet wird. Am Rand der gewundenen Straße, die in diese Berge führt, kämpfen roter Mohn und blühende Kakteen um die Vorherrschaft. In dem Granit-Labyrinth am Straßenrand setzen sich dann jedoch prächtige Bougainvilleas und Stockmalven durch. Die Parolen der zu Gewalt neigenden korsischen Unabhängigkeits-Organisationen an den Hausmauern sind bestimmt nicht vom Tourismusamt der Insel in Auftrag gegeben worden.

    Auf in die "korsische Toskana"

    Die verblüffende Ruhe auf der Bergeshöhe macht die Schmierereien der aufmüpfigen Korsen vergessen. Trotzig und wie ein Amphitheater an den Felsen gekrallt kommt Corbara - früher Kapitale der Balagne - in Sicht. Sanfte Bergzüge und eine ansprechende Natur prägen die zauberhafte Gegend sanfter Bergzüge und ansprechender Natur, die manche gern die "korsische Toskana" nennen.

    Engen Gässchen, mit Passagen und Gewölben

    Schon ein paar Kilometer weiter nördlich ist in Ile-Rousse eine zumindest zeitweise Rückkehr in die Zivilisation angesagt. Der Hafen versorgt weite Teile dieser abwechslungsreichen Region. Die Rundreise führt in ein charmantes Nest mit engen Gässchen, mit Passagen und Gewölben. Alte Granithäuser flankieren in Speloncato die Bürgersteige - sofern es welche gibt. Der Brunnen an dem "Platz der Befreiung" des Dorfes kommt zwei Pferden und einem Esel gerade recht, um sich zu laben, während ihre Besitzer in einer der beiden Bars am Platze verschwunden sind, um an der Theke rasch einen Pastis zu sich zu nehmen.

    Die Fahrt der 1000 Kurven

    Ein gutes Stück weiter im Norden liegt Saint-Florent, dessen Hafen schick ist wie ein kleines Saint-Tropez - vor allem aber ist der Ort das vielversprechende Tor zum Nordzipfel des Cap Corse. Auf der Fahrt der 1000 Kurven an der felsigen Nordwestküste von Cap Corse fallen nicht nur die an steile Hänge gedrückten Dörfer auf, sondern auch die riesigen Mausoleen - Grabmale, die sich reiche Großgrundbesitzer in die Landschaft stellen ließen.

    Fast ganz oben im Norden dann das korsische Kleinod Centuri. Im Winter ein verschlafenes Fischernest, ist das Dorf vom Frühjahr an ein stimmungsvoller Treffpunkt all derer, die gern Boot fahren oder fischen. Ein paar Touristen schrecken an diesem geschützten und heimeligen Ort so leicht niemanden auf - da kann das Ende der Welt nicht weit sein.

    Wasser wie in der Karibik

    Und in der Tat, die Nordspitze des Cap Corse ist in Reichweite. Am ebenso feinen wie einsamen Strand von Barcaggio ist Badezeit. Wasser wie in der Karibik. Kühe und Kälber teilen sich die besten Plätze am Strand mit einer Hand voll Touristen. Und hier beginnt die Küste lieblicher und niedriger zu werden, geht in die östliche Cap-Corse-Landschaft kleiner Buchten und breiter Täler über. Der Küstenweg führt über Erbalunga südlich nach Bastia.

    Weit und verschachtelt auf einem Schieferfelsen ins Wasser geschoben, an der Spitze ein halb versunkener Wehrturm, so stellt sich das mediterran-mittelalterliche Erbalunga dem Neuankömmling vor. In seiner etwas morbiden Schönheit lädt ein kleiner Platz zur letzten Rast vor dem umtriebigen Bastia ein.

    INFO-KASTEN: Korsika

    Maison de la France, Westendstraße 47, 60325 Frankfurt (Tel.: 069/97 58 01 39)
    Internet:
    http://www.maison-de-la-france@t-online.de

    Korsika ist ein einziges Gebirge, das ist zwischen Miomo und Bastia hoch über dem Meer in den Wäldern von "La Corniche" am deutlichsten spürbar. Wie Adlerhorste wirken die Dörfer auf der Rundfahrt, die zum Vieux Port in Bastia führt. Pulsierendes Leben herrscht dort an der Zitadelle, während der Zerfall allenthalben unübersehbar ist. Neu gestrichen wird wohl nur, was von den Fährschiffen im Hafen aus zu sehen ist - ein Ort der An- und Abreise. Eher rasch setzt so mancher deshalb die Fahrt fort.

    Manchmal schaut ein Esel verschlafen von der Siesta auf

    Durch weite Kastanienwälder und wuchernde Macchia geht es, vorbei an den vor sich hin murmelnden Gebirgsbächen zum Verkehrsknotenpunkt Ponte Leccia tief im Landesinneren Hoch-Korsikas. Ein alter Fahrweg am Navaccia-Fluss führt von dort durch eine gottverlassene Gegend zurück an die Westküste. Manchmal schaut ein Esel verschlafen von der Siesta auf. Der Zahn der Zeit, so zeigt sich hier einmal mehr, nagt mancherorts an dieser schroffen Schönen des Mittelmeeres. Die Korsen lieben aber ihre Insel, trotz aller Schlagzeilen von Attentaten und der Mafia. Beim Blick zurück nach dem Einschiffen und dem Ablegen in Calvi weiß jeder warum - diese "Ile de Beauté" verdient ihren Namen.

    Hanns-Jochen Kaffsack, dpa

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