[an error occurred while processing this directive]

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Im Segelboot zu den Kornaten in der Adria:

Kahle Felsen, blaues Meer

Anklicken zum Vergrößern

Kroatien

  • Foto-Show
  • Infos/Tipps
  • Rijeka - Pünktlich zum Frühstück erscheint Kapitän Dako Nazor im Frischluftsalon seines Motorseglers "Dare": "Guten Morgen", begrüßt er seine Gäste und berichtet von seinem launenhaften Anglerglück - wie jeden Tag.

    Während er eine metergroße Fischreuse schwenkt, in der wieder einmal fast nichts zappelt, warten alle auf die unausbleibliche Pointe. Sie klingt wehmütig und schelmisch zugleich. "Kleine Fische, große Liebe". Womit nur sein Segelschiff gemeint sein kann, das bis zu den zwei Masten ausgebucht ist und mit dem er Touristen die Kornaten zeigt, eine fast unbewohnte Inselgruppe vor der dalmatinischen Küste Kroatiens.

    Schon beim Einschiffen in Rijeka staunen die Passagiere, mit wie wenig Raum ein Mensch in der christlichen Seefahrt auskommen muss: Zwei schmale Kojen in den Kabinen übereinander, wenig Platz für Gepäck, die Dusche über der Toilette. Bewegung ist nur auf der obersten Bordetage und im Speiseraum möglich.

    Die Fahrt geht bei ruhiger See über versunkene Gebirge

    Auf dem Schiff arbeiten das Kapitänsehepaar und drei Mann Besatzung. Kapitän Nazor, der sich wie sein Schiff auch Dare rufen lässt, fuhr einst bei der Küstenfischerei. Bald nahm er als Beifahrer Amateurangler mit, und schließlich sattelte er ganz auf Urlauber um. Wie die Fische mag er sie am liebsten in Schwärmen.

    Nazors Schiff wurde 1988 für 24 Passagiere gebaut. Die "Dare" ist 25 Meter lang und 6 Meter breit. Rijeka ist Start- und Endpunkt jeder Tour. Von dort aus geht es über die Häfen Cres, Mali Losinj und Molat zu den Kornaten. Nach Stopps in Dugi Otok, Rab, und Krk schließt sich der Kreis nach 400 Kilometern wieder in Rijeka. Die Fahrt geht bei meist ruhiger See über versunkene Gebirge zu südlichen Gestaden. Wenn es der Wind erlaubt, werden die sechs Segel des Zweimasters gesetzt. Streckenweise sieht es so aus, als schwebe das Schiff über ein Unterwassergebirge, von dem nur die kargen Bergrücken herausragen.

    Fahren - baden - essen - bummeln gehen an Land

    Der Ablauf der Tage an Bord steht ziemlich fest: Fahren - baden - essen - bummeln gehen an Land. Zum Baden hängt der Kleinste aus der Crew eine Leiter ins Wasser. Alle schwimmen auf die nahe Küste zu und gehen mehr oder minder elegant über den steinigen Strand an Land. Das Wasser am Ufer ist tief und rissige Steine erschweren das Fußfassen. Weit und breit zeigt sich sonst kein Mensch. Da wegen der niedrigen Büsche in der flirrenden Wärme auch der Schatten fehlt, geht es bald zurück zum Schiff. Dort vor Anker zu liegen ist ein Mittelmeertraum: Luft 28 Grad, Wasser 22 Grad, leichte Dünung, klare Sicht.

    Rundblick über den Nationalpark Telascica mit Steilküste, See und Bucht

    In den Häfen wie Cres und Mali Losinj drängeln sich an den Molen die Schiffe Seite an Seite aneinander. Von irgendwoher klingt leise Tanzmusik. Bei Sestric, der nördlichsten der Kornateninseln, wird mit einer Ehrenrunde um den Leuchtturm Tajer der Wendepunkt der Reise gefeiert. Dann geht es zurück nach Norden und gleich in einen prächtigen Naturhafen der Bucht Mir auf der Rückseite der 100 Meter hohen Klippen von Dugi Otok. Ein kurzer Spaziergang führt zum Silbersee, wo in den sechziger Jahren die Karl-May-Filme gedreht wurden. Nach dem weiteren steinigen Aufstieg öffnet sich oben ein unvergesslicher Rundblick über den Nationalpark Telascica mit Steilküste, See und Bucht.

    INFO-KASTEN: Kroatien

    Kroatische Zentrale für Tourismus, Kaiserstr. 23, 60311 Frankfurt (Tel.: 069/25 20 45, Fax 069/25 20 54)

    In zwei Tagen muss die "Dare" wieder in Rijeka festmachen und nimmt jetzt ordentlich Fahrt auf. Gleichsam als Übergang von der entspannten Weite des See-Urlaubs zum festen Alltagsrhythmus werden aber noch die Häfen Rab und Krk auf den gleichnamigen Inseln angelaufen. Beide Adressen waren bereits in den Glanzzeiten vor dem Bürgerkrieg sehr beliebt und voll. Das sehenswerte Städtchen Rab versammelt zudem auf einer dicht bebauten Halbinsel innerhalb teilweise erhaltener Festungsmauern viele Bauten aus venezianischer Zeit. Vier Kirchtürme sind zu besichtigen. Doch die meisten Besucher von See her durchwandern wegen der kurzen Liegezeit nur die Unterstadt wie ein Provinzkaufhaus.

    Lange Hälse, große Augen und neue Aufträge

    Dass Kroatien im Vergleich zu den anderen Mittelmeerländern munter aufholt, lässt sich nicht nur an den vielen Galerien erkennen, die Meterware feilbieten. Ein löbliches Gegenbeispiel steht abends im Hafen von Krk inmitten einer Touristentraube. Mit flinken Fingern schneidet ein Künstler Passanten-Porträts aus schwarzem Papier. Schön anzusehen, wie etwa die Zwillinge Max und Moritz die vorgegebenen Fußstapfen besteigen, gespannt nach vorne schauen und Geduld demonstrieren. Ein freundliches Konterfei dauert nur eine Minute. Die montierten Köpfe zeigt der Mann mit der Schere bereitwillig herum. Das Resultat bleibt nicht aus: Lange Hälse, große Augen und neue Aufträge.

    Horst Brix, dpa

    IVWPixel Zählpixel

    Zuletzt geändert von tea