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Unterwegs im Lake District

Seen, Schafe und Gespenster

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Lake District

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Windermere - Fragt man Engländer, welches die schönste Region ihres Landes sei, so antworten die meisten: der Lake District.

Nur etwa 160 Kilometer nördlich der Industriestadt Manchester liegt dieses Gebiet, das aussieht wie aus einem Märchenbuch. Schmale, tiefblaue Seen liegen - umgeben von Wäldern - inmitten von Bergzügen. Enge Serpentinen schlängeln sich an Wasserfällen und Efeu bewachsenen Steinbrücken vorbei in die Täler. Und wohin man blickt Schafe, Schlösser und alte Steinhäuser. Wäre Harry Potter nicht schon an andere Stelle angesiedelt - hier würde man sofort die Zauberschule Hogwarts vermuten.

Straßen waren gesperrt, Sehenswürdigkeiten geschlossen

Die Maul- und Klauenseuche hat der Region im Jahr 2001 stark zugesetzt - Straßen waren gesperrt, Sehenswürdigkeiten geschlossen, ein Drittel der Touristen blieb weg. "Das war hart, denn die meisten der 42 000 Einwohner der Lakes leben vom Tourismus", sagt Alan King vom Fremdenverkehrsamt Cumbria. "Seit September 2001 kommen wieder Touristen und nun läuft alles normal - man könnte fast meinen, wir hätten das Problem hier nie gehabt."

Nur 50 mal 50 Kilometer umfasst das Gebiet, das Englands größter Nationalpark ist und zu Cumbria gehört. Trotzdem vermittelt es den Eindruck von Wildnis und großer Weite - abseits der größeren Orte und der Hauptverkehrswege sogar in der Hochsaison im Juli und August. Sein Geheimnis liegt vor allem in den vulkanischen Bergen: Sie gruppieren sich um den Scafell Pike, der mit seinen 987 Metern verglichen mit anderen Gebirgen zwar nicht hoch, aber immerhin die höchste Erhebung Englands ist.

"Jeder, der hier her kommt, verliebt sich in die Landschaft ... "

Hinter jedem dieser Berge weitet sich der Blick auf ein anderes lang gezogenes Tal mit einem anderen Gewässer. Zwölf große Seen, etliche kleinere Seen und unzählige Teiche gaben dem Lake District seinen Namen. Auf den größten wie dem Lake Windermere verkehren Fährlinien. Mike Bevans, Kenner der Gegend und Inhaber des "Linthwaite House Hotels", eines der sechs Luxushäuser im Lake District, sagt: "Jeder, der hier her kommt, verliebt sich in die Landschaft und fängt an, mit den Augen irgendetwas zu sammeln: Manche wollen alle Wasserfälle gesehen haben, andere alle Aussichten von den Bergen und wieder andere jeden See - und einige wollen alle Schafe zählen."

Dafür bedürfte es allerdings überirdischer Fähigkeiten, denn die Schafe laufen frei in der Gegend herum. Jeder zweite Einwohner der Lakes lebt vom Ackerbau und der Viehzucht. Letzteres bedeutet vor allem Schafzucht. Auf jeweils 500 Hektar Land kommen schätzungsweise 1000 Schafe - doch hochrechnen lässt sich das wegen der Berge kaum.

Wer erzählt die tollste Lügengeschichte?

Die Ortsnamen und auch der Dialekt der Gegend sind eine Mischung aus Altenglisch und nordischen Sprachen. So stehen die Namenendungen "fell" für "Berg", "mere" für "am Wasser gelegen" und "tarn" für "Teich". Die typische Süßigkeit ist neben dem "Gingerbread" der "Kendal Mint Cake". Er ist alles andere als ein Keks, nämlich eine Tafel Minzbonbon-Masse. Das beliebteste Gericht, das in Pubs serviert wird, ist der "Sticky Toffee Pudding" - ein saftiges Biskuittörtchen in einer dicken Karamellcreme. Und dann gibt es noch zwei seltsam anmutende Volkswettbewerbe: Beim 700 Jahre alten "Gurning" wird die komischste Grimasse gekürt, beim "The World's biggest Liar" derjenige, der die tollste Lügengeschichte zum Besten geben kann.

Überhaupt ist in den Lakes alles ein klein wenig anders als anderswo. Zum Beispiel muss man sich darauf gefasst machen, dass man in nahezu jedem alten Haus darauf aufmerksam gemacht wird, dass es "haunted", also von Geistern bewohnt ist - gleich, ob es der Dorfpub, das Schlosshotel oder ein Kiosk ist.

Tom Skelton - der berühmteste Geist des Lake District

INFO-KASTEN:Lake District

British Tourist Autority, Westendstraße 16-22, 60325 Frankfurt (Tel.: 01801/46 86 42, Fax: 069/97 11 24 44)
E-Mail: gb-info@bta.org.uk
Internet: www.visitbritain.com/de

Der berühmteste Geist des Lake District hat sogar Eingang in das renommierte "Oxford Dictionary" gefunden: Tom Skelton, der ehemalige Hofnarr von Muncaster Castle. Er schickte Passanten in den Treibsand und köpfte aus Eifersucht einen Rivalen. Wer im Wörterbuch einen Begriff für "groben Unfug" sucht, stößt auf das Adverb "tomfoolery".

Nicht nur die Landschaft und die Geister haben den Lake District berühmt gemacht, sondern auch zahlreiche Künstler. Der Dichter William Wordsworth (1770-1850) und der Philosoph John Ruskin (1819-1900) lebten in dieser Region und ließen sich von ihr inspirieren. Auch der Komiker Stan Laurel von "Dick und Doof" und der Skulpturenkünstler Henry Moore haben hier ihre Wurzeln. Allen sind Museen gewidmet.

Wo der Hase Peter Rabbit geboren wurde

Das wohl für Kinder und junggebliebene Erwachsene schönste Museum liegt in Bowness-on-Windermere: "The World of Beatrix Potter", das in diesem Jahr ein Jubiläum feiert. 100 Jahre ist es her, dass Beatrix Potter die gezeichneten Abenteuer des Hasen Peter Rabbit und seiner tierischen Freunden veröffentlichte. Es ist bis heute das am häufigsten verkaufte britische Kinderbuch und dokumentiert wie kein anderes die große Liebe der "Lakes"-Bewohner zu ihrem außergewöhnlichen Stück Natur in England.

Anke Rees, dpa

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