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Lanzarote

Insel der schlafenden Vulkane

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Playa Blanca - Das eigentlich Besondere an Lanzarote ist die Verbindung von Vulkangestein und Meer. Die merkwürdigen Krater überziehen fast die gesamte Insel und prägen das Landschaftsbild. Karg und menschenfeindlich erscheinen deshalb einige Regionen.

An der Küste, vor allem im Süden, ist davon nichts mehr zu spüren. Der Atlantik zeigt sich von seiner besten Seite. Klar ist das Wasser und vor allem angenehm warm - und das auch noch im Herbst und Winter. Die Wassertemperatur ist im September und Oktober sogar am höchsten. Wenn am Mittelmeer die Sonnenschirme längst eingemottet sind, geht die Saison auf Lanzarote erst richtig los.

Die Lava spuckt

Seine karge Schönheit hat Lanzarote einer langen Reihe von Naturkatastrophen zu verdanken. Vor rund 20 Millionen Jahren haben immer neue Vulkanausbrüche den Lavaberg aus dem Wasser gehoben. Doch auch danach gaben die Vulkane keine Ruhe. Am 1. September 1730 etwa bemerkte der Pfarrer des kleinen Dorfes Yaiza im Südwesten Lanzarotes grollende Geräusche und einen ersten Krater, aus dem Lava spuckte - der unscheinbare Auftakt zu einem grauenvollen Spektakel: Sechs Jahre lang dauerte die Serie der Vulkanausbrüche, elf Dörfer wurden unbewohnbar, ein Fünftel der Insel war am Schluß mit Lavamassen bedeckt, die fruchtbarste Region Lanzarotes für immer zerstört.

Auch wenn es ein bißchen makaber anmutet, gerade die Lavawüste ist heute eine der Hauptsehenswürdigkeiten. Der Nationalpark von Timanfaya, benannt nach einem der durch die Katastrophe zerstörten Dörfer, ist in jedem Fall einen Abstecher wert. Besucher fahren am besten mit dem Wagen bis zu den Montanas del Fuego, den Feuerbergen im Südwesten. Rund um den flachen Vulkanhügel Islote de Hilario führt die Ruta de los Vulcanes, eine Straße durch die Kraterlandschaft, die allerdings nur mit Bussen befahren werden darf.

Busfahrten durch die Feuerberge

Auch zu Fuß darf der Nationalpark nicht mehr individuell erkundet werden, seit die Landschaft 1974 unter Schutz gestellt wurde. Die organisierten Busfahrten von rund 45 Minuten Dauer sind aber eine gute Alternative. Daß Geländewagenfahrer die Feuerberge nicht mehr unsicher machen dürfen, ist Cesar Manrique zu verdanken. Der 1992 verstorbene Künstler, dessen Arbeiten - überdimensionale Mobiles beispielsweise - auf der ganzen Insel zu sehen sind, war auch engagierter Umweltschützer. Auf dem Islote de Hilario steht ein Restaurant, das er entworfen hat: so gut wie ohne Fenster und ohne alle Ecken, wenn auch nicht kreisrund.

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Gleich am Eingang ist ein riesiger Grill zu sehen - der Metallrost liegt über einem gemauerten Schacht. Ob die Kellner gerade frischen Fisch oder Hähnchenschenkel aufgelegt haben - gegrillt wird das Fleisch allein durch die Hitze aus dem Vulkanboden. Denn schon in wenigen Metern Tiefe herrschen Temperaturen von mehreren hundert Grad.

Mitarbeiter des Nationalparks demonstrieren das den staunenden Urlaubern immer wieder gerne: Werden Dornensträucher über ein Loch im Boden gelegt, fangen sie nach wenigen Sekunden Feuer. Noch eindrucksvoller sieht es aus, wenn Wasser in eine der Röhren gekippt wird, die in die Erde reichen. Die Flüssigkeit verkocht in Sekundenschnelle und schießt als Dampf-Fontäne in die Höhe.

Von Dromedaren getragen

Wer nicht mit dem Wagen bis auf den Islote de Hilario fahren will, kann sich auch von Dromedaren tragen lassen. Die einhöckrigen Wüstenreittiere sind tagsüber fast pausenlos im Einsatz. Von der Dromedarstation an der Straße nach Yaiza trotten sie in rund 20 Minuten die Feuerberge hoch, beladen jeweils mit zwei Touristen. Die Ritte sind inzwischen so beliebt, daß vor wenigen Jahren Dromedar-Nachschub aus Marokko auf die Insel gebracht werden mußte.

Die Vulkane haben auch die Landschaft außerhalb des Nationalparks geprägt. Urlauber, die meist in den Touristenzentren an der Südküste wohnen, sehen davon jedoch wenig, wenn sie in ihren Hotels am Strand bleiben. Die Mehrzahl der rund eine Millionen Gäste pro Jahr kommt zwar vor allem, um Badeurlaub zu machen. Weil Mietwagen - besonders in den touristischen Hauptorten wie Puerto del Carmen, Costa Teguise oder Playa Blanca - problemlos zu bekommen sind, bieten sich Ausflüge aber geradezu an. Die Autos gibt es schon ab 50 Mark pro Tag, die Entfernungen sind kurz, und außerhalb der heutigen Hauptstadt Arrecife gibt es wenig Verkehr.

Zimmer liegen in Lava-Hohlräumen

Fast immer steht das frühere Wohnhaus Cesar Manriques in der Nähe des Ortes Tahiche auf dem Ausflugsprogramm. Wie bei vielen seiner Arbeiten hat Manrique auch hier versucht, Kunst und Natur so weit wie möglich zu verbinden: Die Zimmer des Hauses fügen sich in fünf Hohlräume in der Lava-Umgebung ein. Ausgestellt werden außerdem Werke aus der persönlichen Kunstsammlung Manriques und auch dessen eigene: Zeichnungen, Skizzen und Gemälde.

Auch die alte Inselhauptstadt Teguise ist schnell zu erreichen. Sonntags gibt es den Mercadillo, einen berühmten Markt - allerdings erst seit den 80er Jahren und eigens für die Touristen. In der Stadt haben sich auch viele Aussteiger aus Europa niedergelassen und sind inzwischen teilweise Besitzer von Galerien, Buchläden oder kleinen Cafes. Das Bummeln rund um die Pfarrkirche San Miguel lohnt sich daher. Von Teguise aus ist es nicht mehr weit in den "grünen Norden" der Insel, in dem die Landschaft deutlich weniger abweisend ist.

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Minimalismus im Museum

Als Zentrum des Inselnordens gilt Haria, dessen Umgebung als Tal der 1.000 Palmen bekannt ist. Etwas obskur, aber sehenswert ist das Museum der Miniaturen im Zentrum. Ausgestellt werden ausschließlich Winzigkeiten: von einer Mini-Bibel bis zu Ölgemälden in doppelter Daumenbreite. Unbedingt lohnend ist ein Abstecher nach Osten zu den Cueva de los Verdes. Die riesige Höhle ist mehr als sechs Kilometer lang, aber nur zum Teil zugänglich. Enstanden ist der Tunnel vor einigen tausend Jahren - bei einem Vulkanausbruch. Seit 1964 gibt es einen unterirdischen, mit Treppen ausgestatteten Weg, auf dem die Besucher sich die Erdgeschichte Lanzarotes von unten ansehen können.

dpa - Fotos: dpa
Last edited: tea 03.12.2004 16:07