[an error occurred while processing this directive] IVWPixel Zählpixel

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Vilnius und Kaunas in Litauen:

Auf den Spuren jüdischer Geschichte

Anklicken zum Vergrößern
Auffälliges Baudenkmal - die Kathedrale von Wilna verfügt über einen frei stehenden Glockenturm.

Vilnius - Die Geschichte Litauens ist geprägt von Kriegen. Manchmal wurden Siege gefeiert, bisweilen endeten die Auseinandersetzungen mit einer Unterwerfung. Zuletzt herrschte die untergegangene UdSSR über den baltischen Nachbarn. Dass die an ihrer Bevölkerung gemessen kleine Nation selbst dunkle Flecken in ihrer Geschichte verursachte, zeigt der Umgang mit dem Judentum: Heute können sich Besucher kaum noch vorstellen, dass die Hauptstadt Vilnius wegen ihrer großen und blühenden jüdischen Gemeinde einmal als Jerusalem des Ostens bezeichnet wurde.

Im Jahr 1323 wurde Vilnius gegründet, das auf Jiddisch Vilna und auf Deutsch Wilna heißt. Innerhalb kurzer Zeit siedelte sich eine jüdische Gemeinde an, deren Größe und Aktivität so bedeutend wurde, dass die Stadt als internationales Zentrum für jüdische Kultur und Bildung weltweit Anerkennung fand. Anfang des 20. Jahrhunderts waren etwa 40 Prozent der Einwohner Juden - rund 90 000 Menschen. 1938 erschienen hier sechs Tageszeitungen auf Hebräisch und Jiddisch.

Deutsche ermordeten 220 000 litauische Juden

Das jüdische Leben wurde plötzlich zerstört: Im Jahr 1941 besetzten deutsche Truppen die Stadt, und begannen mit Hilfe von Litauern mit der Ermordung der Juden. Noch bevor im September Gettos eingerichtet wurden, waren ein Drittel der Vilna-Juden und 94 Prozent aller litauischen Juden tot. Das so genannte Kleine Getto wurde schon im Oktober 1941 ausgelöscht, das Große Getto bestand bis 1943. Insgesamt wurden 220 000 litauische Juden während der deutschen Besatzung ermordet. Heute zählt man in ganz Litauen rund 5500 Juden, von denen etwa 3500 in der Hauptstadt leben.

Infos:

Baltikum Tourismus Zentrale - Fremdenverkehrszentrale Estland, Lettland, Litauen, Katharinenstraße 19, 10711 Berlin (Tel. + 49 + (0)30 - 890 090 91, Fax + 49 + (0)30 - 890 090 92) www.baltikuminfo.de
Litauisches Fremdenverkehrsbüro, c/o Baltische Zentrale für Fremdenverkehr, Woldsenstraße 36, 25813 Husum (Tel.: 04841/30 04, Fax: 04841/21 09).

Es gibt nur noch wenige Spuren jüdischen Lebens in Litauen: Besaß Vilnius vor dem Zweiten Weltkrieg 105 Gebetshäuser und Synagogen, existiert heute noch eine einzige. Diese wurde 1903 im arabischen Stil erbaut. Hier werden Gottesdienste abgehalten, und sie kann besichtigt werden. Im ehemals jüdischen Viertel der Altstadt existiert noch das Haus des Judenrats in der Rudninku-Straße. An dem Gebäude ist eine Gedenktafel mit einem Plan des Großen Gettos angebracht. "Jetzt sind da ein Restaurant und ein Striplokal", erzählt Stadtführerin Lena. Um hinein zu gelangen, müssen Besucher 60 Litas Eintritt - umgerechnet 30 Mark - zahlen. Das können sich nur reiche Litauer und ausländische Touristen leisten.

Wo Napoleon seinen Russlandfeldzug startete weiterblättern
 
Last edited: bn 03.12.2004 16:07