[an error occurred while processing this directive]

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Lübeck auf den Spuren Thomas Manns:

Backstein und "Buddenbrooks"

Anklicken zum Vergrößern
Das Buddenbrookhaus in Lübeck beherbergt heute das Heinrich- und- Thomas- Mann-Zentrum - gewohnt hat der Romanautor in dem Haus mit der Barockfassade jedoch nie.

Lübeck - Die schneeweiße Barockfassade strahlt heller denn je. Das Haus in der Mengstraße 4 gehört zu den markantesten Gebäuden Lübecks - und auch zu den meist besuchten. Berühmt wurde es durch den ersten Roman eines damals so gut wie unbekannten Schriftstellers: Thomas Manns "Buddenbrooks", das im Oktober 1901 - also vor ziemlich genau 100 Jahren - erschienen ist.

Das Buch wurde zum Megaseller, der Autor bekam 1929 dafür den Literaturnobelpreis, und bis heute lockt das Lübecker Buddenbrookhaus viele Touristen in die Hansestadt. Dabei waren die Lübecker anfangs von dem Roman wenig begeistert. Mancher gut betuchte Bürgersohn fühlte sich durch den Kakao gezogen. In der Stadt kursierten Listen, wer denn wohl die realen Vorbilder für die oft mit süffisantem Spott charakterisierten Romanfiguren der "Buddenbrooks" seien. Und Thomas Mann, der sich längst nach München abgesetzt hatte, galt damals in der Hansestadt als Nestbeschmutzer.

Buddenbrooks: Ein Glücksfall für die Stadt

Heute sehen die Lübecker das entspannter. Neben Holstentor und Marzipan sind die "Buddenbrooks" zu einem Aushängeschild geworden. "Und wer den Roman gelesen hat, bekommt oft ja auch Lust, sich Lübeck anzusehen", sagt Doris Annette Schütz von der Tourist-Service GmbH der Hansestadt. Das Buddenbrookhaus sei "ein richtiger Glücksfall".

Viele Schauplätze der "Buddenbrooks" und die meisten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt, die seit 1987 zum Weltkulturerbe zählt, sind zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen. Als Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung bietet sich das Buddenbrookhaus an. Das Gebäude lohnt aber auch selbst einen Besuch: Von 1842 bis 1891 war es das Geschäftshaus der Familie Mann. Thomas Manns Vater ist darin groß geworden, der Schriftsteller hat dort allerdings nicht gewohnt.

Holstentor beherbergt heute das Mann-Zentrum

Anklicken zum Vergrößern
Ein Wahrzeichen der Hansestadt - das Holstentor zierte früher die Rückseite des 50- Mark- Scheins und wurde spätestens damit bundesweit bekannt.

Seit Anfang der 1990er Jahre ist in dem Gebäude mit dem schwungvollen Rokoko-Giebel das Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum untergebracht, seit Sommer 2000 gibt es hier die Dauerausstellungen "Die Buddenbrooks - ein Jahrhundertroman" und "Die Manns - eine Schriftstellerfamilie". Drei Räume sind nach der Vorlage des Romans eingerichtet worden, mit Tischen und hochlehnigen Stühlen, Harmonium und Brokatvorhängen. "Allerdings sind die Möbel schon mit Tüchern verhängt, so wie in der Nacht vor dem Auszug der Familie Buddenbrook", erklärt Jan Bovensiepen, Mitarbeiter des Zentrums. "Auf den Packzetteln stehen die entsprechenden Seitenzahlen aus dem Buch." "Buddenbrooks"-Ausgaben zum Mitlesen können Besucher ausleihen.

Marienkirche: Mittelschiff von monumentaler Größe

Gegenüber ragen die beiden 125 Meter hohen Türme der Marienkirche gen Himmel. Die Baumeister hatten offenbar französische Kathedralen vor Augen, als sie die Backsteinkirche bauten. Auch die Marienkirche feiert in diesem Sommer Jubiläum: Der Baubeginn liegt genau 750 Jahre zurück. Eindrucksvoll ist schon die monumentale Größe - das Mittelschiff ist 100 Meter lang und 40 Meter hoch. Vom Buddenbrookhaus und der Marienkirche ist es nur ein Katzensprung zum Rathaus, das zu den architektonischen Superstars der Stadt gehört.

Die breite Fassade erinnert daran, dass die Stadt einmal "Königin der Hanse" hieß. Der Audienzsaal, um 1755 im Rokoko-Stil umgestaltet, protzt mit Stuckdecke und üppigen Gemälden. Bei Führungen wird im Rathaus auch der Rote Saal nicht ausgelassen, in dem der Lübecker Senat tagt, ebenso der Versammlungsraum der Bürgerschaft. Hier sieht es heute im Vergleich zu den Zeiten, als Senator Buddenbrook zu Sitzungen ins Rathaus eilte, aber geradezu ernüchternd sachlich aus.

Zwischen Dom und St.Aegidien finden sich Lübecks schmucke Seiten weiterblättern
  IVWPixel Zählpixel

Zuletzt geändert von gus