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Schlüsselübergabe in Fernost

Macau kehrt zurück nach China

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Macau - In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 1999 schlägt das letzte Stündlein der europäischen Kolonialgeschichte in Asien: Nach fast 450 Jahren kehrt das bisher portugiesische Macau in den Schoß des chinesischen Mutterlandes zurück. Das Reich der Mitte ist dann um 23,5 Quadratkilometer, 500 000 Einwohner und ein Sonderverwaltungsgebiet - das zweite nach Hongkong - reicher.

Macau - Infokasten

Anders als in Hongkong, das seine Rückkehr nach China vor zwei Jahren mit Pauken und Trompeten feierte, macht man in Macau nicht viel Aufhebens um diesen Tag. Damit will man verhindern, dass es wie seinerzeit in Hongkong, erst zu einem kurzfristigen Anstieg der Besucherzahlen und dann zu einem dramatischen Rückgang kommt.

Glücksspiel lockt Touristen an

Viel verändern wird sich ohnehin nicht: China hat Macau nach der Formel "Ein Land, zwei Systeme" für die nächsten 50 Jahre eine Selbstverwaltung, ein kapitalistisches Wirtschaftssystem und eine eigene Währung, die Pataca, garantiert. Zur Einreise genügt auch nach der Übergabe an China ein Reisepass.

Für dieses Jahr werden sieben Millionen Besucher erwartet, ungefähr genauso viele wie 1998. Die Mehrzahl kommt für einen Tag von Hongkong über das brackige Wasser des Perlflussdeltas. Tragflächenboote und High-Speed-Katamarane schaffen die rund 60 Kilometer in einer Stunde. Die meisten Gäste sind Hongkong-Chinesen, die in der Noch-Kolonie dem Glücksspiel frönen wollen. Es ist hier im Gegensatz zu Hongkong erlaubt.

Seit Jahrhunderten portugiesisches Kolonialgebiet

Die Casinos bescheren Macau rund 40 Prozent seiner Einnahmen, aber in letzter Zeit auch ein Problem: steigende Kriminalität. Chinesische Triaden lieferten sich in der portugiesischen Exklave einen blutigen Kampf um die Vorherrschaft über Spielhöllen, Drogenmarkt und Nachtleben. Er sollte ausgefochten werden, bevor die rotchinesischen Machthaber dazwischen funken können. Mehr als 50 Autos flogen in den vergangenen zwei Jahren in die Luft, mehr als zwei Dutzend Menschen starben. Touristen wurden bisher nicht angegriffen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte aber besser einen weiten Bogen um Casinos und Nachtclubs machen.

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Das dürfte nicht schwierig sein, denn die Stadt am Südchinesischen Meer ist eine einmalige Mischung aus portugiesischem Barock und chinesischer Lebensart. Die Menschen, die Straßen, selbst die Grabsteine tragen portugiesische Namen. Portugiesisch spricht allerdings kaum jemand: Verkehrssprache ist Kantonesisch, 95 Prozent der Einwohner Macaus sind ethnische Chinesen.

Anders als Hongkong blickt Macau auf mehrere Jahrhunderte kolonialer Vergangenheit zurück. Portugiesische Kaufleute errichteten im Mündungsdelta des Perlflusses - dort, wo sich heute die Altstadt erhebt - bereits Mitte des 16. Jahrhunderts eine Handelsniederlassung. So hatte Macau fast 450 Jahre Zeit, sich zur einzigen südeuropäischen Stadt in Fernost zu mausern.

Klingelnde Rikschafahrer und gackernde Hühner

Ihren Namen verdankt die Kolonie dem sehenswerten A-Ma-Tempel im Süden der Halbinsel, in dem seit dem 14. Jahrhundert A-Ma, die Göttin der Seefahrer und Fischer, verehrt wird. Ma Ngau, Bucht der A-Ma, wurde der Ort von den ansässigen Chinesen im 16. Jahrhundert genannt. Daraus machten die Portugiesen dann Macao, später Macau.

Das koloniale Erbe wird heute in Macau gehegt und gepflegt. Bestes Beispiel ist der Largo do Senado, der zentrale Platz in der Altstadt. Hier hat die Stadtregierung in einem pittoresken Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ihren Sitz. Gegenüber liegt malerisch die Hauptpost, daneben stehen in einem Netz verwinkelter Altstadtgassen herausgeputzte Kolonialbauten.

Ruine als Wahrzeichen

Auf den Straßen mit ihren Marktständen und vielen kleinen Läden geht es geschäftig zu wie in einem Ameisenhaufen. Wild klingelnde Rikschafahrer karren Touristen durch die Gegend, Hausfrauen schleppen gackernde Hühner nach Hause Richtung Kochtopf, überall knattern die allgegenwärtigen Motorroller. Und es riecht kräftig - nach Räucherstäbchen, Stockfisch und Durian, einer tropischen Frucht, die auf Grund ihres ungewöhnlichen Odeurs auch Stinkfrucht genannt wird.

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Macaus meistfotografierte Sehenswürdigkeit ist die Ruine von Sao Paulo von 1602. Das Gotteshaus wurde 233 Jahre später ein Raub der Flammen, seitdem ragt nur noch die barocke Fassade mit ihren leeren Fensterhöhlen in den Himmel. Dieses Wahrzeichen steht am Fuße eines Hügels, auf dem das Fort der Kolonie thront.

Hier oben stehen mächtige Kanonen, die aber bereits seit 1622 außer Betrieb sind: Damals feuerten die Portugiesen auf angreifende Holländer, die sich Macau einverleiben wollten. Was den Niederländern nicht gelang: Mit einem einzigen Schuss setzten die Portugiesen die Angreifer, die bereits Teile der Kolonie besetzt hatten, außer Gefecht - eine Kanonenkugel traf mitten in die holländische Pulverkammer."  Fortsetzung

Geändert am 28. Oktober 1999 15:46 von mwege
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